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28.06.2016
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Marien-Bildstock.

Der Marien-Bildstock im Garten von Familie Schücke in Cloppenburg.

Mein Denkmal und ich (305): Der Marien-Bildstock in Cloppenburg

Wie bei der wahren Mutter

Cloppenburg. Helga Schücke aus Cloppenburg war zwei Mal in Lourdes. Und auch schon in Medjugorje; die Fahrt dorthin hat ihr Ehemann Jochen geschenkt. An ihrer Verehrung der Gottesmutter hat sie nie einen Zweifel gelassen. Als Erstkommunionkind in der Bauerschaft Sevelten vor den Toren der Stadt prägte sie sich die ersten Marien-Gebete ein. "Die Gottesmutter war mir im Gebet immer besonders nahe", sagt die 68-Jährige heute.

Wie auch nicht; denn in der Familie sei es für sie als Kind ja ähnlich gewesen. "Natürlich war der Vater immer da für uns, aber wenn wir etwas wollten oder traurig waren, dann gingen wir doch zur Mutter." Das galt vor allem für die schweren Jahre in der Nachkriegszeit.

Später zog Helga Schücke selbst drei Kinder groß, zusammen mit ihrem Mann, der aus Schlesien nach Cloppenburg vertrieben wurde und lange als Straßenwärter arbeitete. "Die Zeit ging so dahin", sagt sie. Aber ein Wunsch aus Kindertagen sei in ihr wach geblieben: "Ich wollte immer eine Mariengrotte in meinem Garten." Der Gedanke reifte heran und wurde im Ruhestand, bei erwachsenen Kindern, verwirklicht.

Helga Schücke.

Jedoch ohne die Grotte; dafür sei ihr Grundstück einfach nicht groß genug.Stattdessen baute der Sohn einer Verwandten aus Cappeln einen hölzernen Bildstock. Eine aus Holz geschnitzte Statue fand dort ihren Platz. Vor zwölf Jahren wurde sie geweiht. Ein Kirschbaum spendet den Schatten.

Jetzt ist sie so etwas wie ein geistlicher Anziehungspunkt. Nicht nur für die jährliche Mai-Andacht in der Nachbarschaft. Helga Schücke selbst geht jeden Tag über die Wiese zum Bildstock und trägt ihre Anliegen vor die Gottesmutter. Und immer wieder sieht sie auch Nachbarn, die von der Straße die Schritte zur Seite machen und kurz vor dem Bildstock stehen.

Für Helga Schücke ist dieser Ort die Möglichkeit, die Gottesmutter in Ruhe zu verehren. So sehr sie die Pilgerfahrten nach Lourdes und Medjugorje beeindruckten, eines hat sie immer wieder gestört: Beten konnte man dort wohl sehr intensiv. Aber nur wenige Meter entfernt von den Erscheinungsorten raubte der normale Einkaufsrummel eines Pilgerorts ihr jede Andacht.

Da ist der Garten der Schückes an der Molberger Straße etwas anderes. Stille Gebete zur Gottesmutter sind dort immer möglich.

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