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04.12.2016
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Professor Hubert Wolf.

Professor Hubert Wolf.

"Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli"

Senioren unterstützen Vatikan-Forschung

Münster. Senioren helfen dem renommierten münsterschen Kirchenhistoriker Professor Hubert Wolf beim Auswerten von Dokumenten aus dem Vatikanischen Geheimarchiv. Rund ein Dutzend älterer Menschen macht ehrenamtlich beim Projekt "Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli" mit, wie die Universität Münster am Donnerstag (15.03.2012) mitteilte.

Das Team gehöre zum Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät und bereite etwa 17.000 Dokumente für eine Online-Edition vor. Pacelli (1876-1958), der spätere Papst Pius XII., schrieb und empfing die Berichte zwischen 1917 und 1929 als päpstlicher Gesandter in München und Berlin.

Projekt auf zwölf Jahre angelegt

Das Vorhaben zu den Nuntiaturberichten wurde 2008 begonnen und ist auf zwölf Jahre angelegt. Die Idee, Senioren einzubinden, entstand laut Wolf nach einem Vortrag vor rund 500 älteren Menschen über seine Forschungen in Rom. "Sie sind motiviert, interessieren sich für Kirchengeschichte, können gut alte Handschriften lesen und verstehen Latein, Italienisch oder Französisch", so der Wissenschaftler.

Die Senioren arbeiten nach den Angaben größtenteils von zu Hause aus und erhalten per E-Mail Bilddateien der Dokumente aus den Vatikanischen Archiven, die sie abschreiben und zur Einspeicherung in die Projektdatenbank zurückschicken. Zudem lesen sie Korrektur.

"Wichtigste Quelle"

Pacellis Nuntiaturberichte sind laut Wolf der wichtigste zusammenhängende Quellenbestand zum deutschen Katholizismus der Weimarer Zeit. Der damalige päpstliche Gesandte habe aber nicht nur über die Lage der katholischen Kirche geschrieben, sondern auch über Politik und gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland und Europa.

Pius XII. ist umstritten, weil er die Ermordung der europäischen Juden nicht öffentlich und ausdrücklich angeklagt hat. "In den Nuntiaturberichten sind schon erste Prägungen zu erkennen, die dieses Verhalten erklären helfen - etwa seine Selbstverpflichtung auf Unparteilichkeit und die Angst vor einem neuen Kulturkampf", so Wolf.

Zusammenarbeit mit dem Vatikanischen Geheimarchiv

Die Nuntiaturberichte sind seit Februar 2003 beziehungsweise September 2006 im Vatikanischen Geheimarchiv für die Forschung zugänglich. Sie sollen in Zusammenarbeit mit dem Vatikanischen Geheimarchiv und dem Deutschen Historischen Institut in Rom komplett mit Anlagen erfasst, kritisch ediert, kommentiert, ausgewertet und im Internet zugänglich gemacht werden.

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  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.pacelli-edition.de

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
15.03.2012 

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