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25.05.2012
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Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp.

Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp beim Katholikentag in Osnabrück im Mai 2008.

Bauernsohn aus Velen:

Hamburger Alt-Erzbischof Averkamp wird 85 Jahre alt

Velen / Hamburg. Was Umorientierung, Wechsel und Neuausrichtung angeht, da "macht mir so schnell keiner was vor", merkte Hamburgs Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp einmal schmunzelnd an. Er sei "an der achten Station meines priesterlichen Wirkens angelangt", resümierte der Bauernsohn aus Velen im Kreis Borken: von Datteln über Rheine nach Ostbevern und Münster, von dort nach Xanten am Niederrhein, dann ins Nachbarbistum Osnabrück, Ende 1994 schließlich in das neu errichtete Erzbistum Hamburg.

Am Donnerstag (16.02.2012) vollendet der Kirchenmann aus dem Münsterland, der 2004 sein Goldenes Priesterjubiläum feiern konnte, das 85. Lebensjahr. Alt-Erzbischof Averkamp hat auch als Emeritus seinen Wohnsitz in der Freien und Hansestadt beibehalten. Sein Nachfolger ist der ebenfalls aus dem Bistum Münster stammende Erzbischof Werner Thissen, der am Donnerstag im Hamburger Mariendom ein Pontifikalamt halten wird; an ihm nehmen Bischof em. Reinhard Lettmann (Münster), Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) und die emeritierten Weihbischofe Heinrich Janssen (Kevelaer) und Friedrich Ostermann (Münster) teil, wie die Bischöfliche Pressestelle in Münster schreibt.

Mann des Ausgleichs und der Integration

"Ich schätze Ludwig Averkamp als einen Mann mit überaus menschenfreundlichem Wesen, der die Gabe des vermittelnden Ausgleichs und der Integration besitzt", sagte Bischof Lettmann, als im November 1994 aus Rom die Kunde von der Ernennung Averkamps zum Erzbischof kam. Er kennt seinen Mitbruder aus Jahrzehnte langer gemeinsamer Arbeit und erinnert sich besonders an den 24. Februar 1973: Damals wurden Ludwig Averkamp, Max Georg Freiherr von Twickel und Reinhard Lettmann im Dom zu Münster zu Weihbischöfen geweiht. Der münsterischen Kathedrale und ihrem Kapitel ist der Erzbischof von Hamburg bis heute als Ehrendomkapitular besonders verbunden.

Ludwig Averkamp wurde am 10. Oktober 1954 in Rom zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Datteln-Ahsen St. Marien und Rheine St. Antonius wurde er 1959 Präses am Collegium Johanneum (Loburg) in Ostbevern im Kreis Warendorf. 1965 berief ihn Bischof Joseph Höffner zum Direktor am Collegium Borromaeum, dem Theologenkonvikt der Diözese Münster. Fünf Jahre später wurde Averkamp Leiter des Bischöflichen Priester-seminars.

Weihbischof für den niederrheinischen Teil

Mit der Neuaufteilung der Diözese in fünf Bistumsregionen ernannte ihn Papst Paul VI. 1973 zum Weihbischof für den niederrheinischen Teil des Bistums mit Sitz in Xanten. 1987 erfolgte die Berufung auf den Bischofssitz von Osnabrück im damals größten Flächenbistum Deutschlands. 1994 betraute ihn Papst Johannes Paul II. mit der Leitung der neuen Erzdiözese Hamburg, zu der die Regionen Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein gehören, in denen aber weniger als 400.000 Katholiken leben.

In Hamburg hat sich Averkamp als pragmatisch denkender Oberhirte, der mit Herzlichkeit auf die Menschen zugeht, einen Namen gemacht. Im maritimen Sprachgebrauch bezeichnete er sich wiederholt als einen erfahrenen, schon älteren "Lotsen", der das Schiff des Erzbistums aus dem Hafen heraus in ruhiges Fahrwasser manövrieren wolle: "Unser Schiff nimmt jetzt langsam Spur und Fahrt auf".

"Wir-Aufgabe und Wir-Tätigkeit"

Der Münsterländer war in den vergangenen Jahren unermüdlich in der weiten Diözese des Heiligen Ansgar unterwegs – von Flensburg bis Hamburg und Ostfriesland bis Neubrandenburg. Das Zusammenwachsen des Nordbistums werde wohl eine ganze Generation in Anspruch nehmen, glaubt Averkamp. Seine anfängliche Skepsis, ob er für die neue schwere Aufgabe "zu alt" sein könnte, war rasch verflogen, zumal er immer viel von Delegation und Teamarbeit hielt. Er habe die Leitung der Diözese von Anfang an als "Wir-Aufgabe und Wir-Tätigkeit" erlebt und sich seine Gelassenheit bewahrt, bekannte er.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.erzbistum-hamburg.de

Text: pd | Foto: Michael Bönte  
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