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25.05.2012
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Seliger Titus Maria Horten.

Seliger Titus Maria Horten.

Spiritual, Prior und Verlagsdirektor

Titus Maria Horten (1882-1936)

Kurzvita:

Franz Horten wuchs in Elberfeld als Sohn des Juristen Anton Hubert Horten auf. 1909 trat er dem Dominikanerorden bei und nahm den Ordensnamen Titus Maria an. Ab 1917 wirkte er als Lehrer, Spiritual und Prokurator am Missionsgymnasium der Dominikaner in Vechta. 1923 war er entscheidend am Aufbau des Albertus-Magnus-Verlags beteiligt, den er auch leitete. 1927 wurde er zum Prior des Konvents gewählt und übernahm gleichzeitig das Amt des Generalprokurators für die Mission der Dominikaner in China. Im Zuge einer groß angelegten Kampagne des NS-Regimes gegen die missionierenden Orden wurden 1935 etliche einflussreiche Dominikaner wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet. So auch Pater Titus: Am 8. Mai 1935 wurde er festgenommen und wenige Tage später ins Gerichtsgefängnis nach Oldenburg gebracht. Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, legte aber Berufung ein. In der Haft wurde Pater Titus zusehends schwächer, Herzbeschwerden setzten ihm zu. Er kam ins Gefängnislazarett und wurde schließlich ins evangelische Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital verlegt, wo er am 25. Januar 1936 starb.

Biografische Daten:

09.08.1882 Geburt Franz Hortens in Elberfeld (heute: Wuppertal-Elberfeld) als Sohn der Eheleute Sidonie und Anton Hubert Horten
Volksschule in Frankfurt und Leipzig
1893 Beginn der Gymnasialzeit am Collegium Albertinum in Venlo
1902 Abitur in Leipzig
1902-1909 Englisch- und Französischstudium in Leipzig, Münster, London, Grenoble und Bonn
Sommer 1909 Abschlussprüfung an der Universität Bonn
August 1909 Eintritt in den Dominikanerorden in Venlo
1910 Beginn des philosophisch-theologischen Studiums in Düsseldorf
28.08.1913 Ewige Profess in Venlo
anschließend Weiterstudium in Rom
27.02.1915 Titus Horten wird zum Priester geweiht
Herbst 1915 Rückkehr nach Düsseldorf, Tätigkeit im Kriegslazarett
Herbst 1917 Versetzung nach Vechta als Lehrer und Erzieher am Missionsinternat, später als Spiritual
1919-1920 und 1921-1927 Prokurator des Missionsgymnasiums
1923 Gründung des Albertus-Magnus-Verlags, dessen Direktor Pater Titus wurde
1927 Wahl zum Prior des Dominikanerklosters in Vechta, Generalprokurator für die Mission der Dominikaner in China
April 1935 Im Zuge der "Devisenaffäre" werden der Provinzial der deutschen Dominikanerprovinz und dessen Vorgänger in Düsseldorf verhaftet
07.05.1935 Durchsuchung des Albertus-Magnus-Verlags durch die Gestapo
08.05.1935 Durchsuchung des Dominikanerklosters und der Missionsprokuratur, Verhaftung Titus Hortens
11.05.1935 Verlegung von Vechta in das Gerichtsgefängnis Oldenburg
04.11.1935 Verurteilung wegen Devisenvergehen zu zwei Jahren Haft
Verschlechterung seines Gesundheitszustands, Einlieferung ins Hospital
25.01.1936 Pater Titus Horten stirbt im Krankenhaus in Oldenburg
1948 Beginn des Seligsprechungsverfahrens
2004 Anerkennung des "heroischen Tugendgrads"

Vita:

Franz Horten kam am 9. August 1882 in Elberfeld zur Welt. Sein Vater Anton Magnus Horten war ein hoch angesehener Jurist im Staatsdienst und wurde später als Reichsgerichtsrat nach Leipzig versetzt. Er und seine Ehefrau Sidonie erzogen ihre insgesamt acht Kinder streng katholisch. Die beiden Schwestern von Franz wählten ebenso das Ordensleben wie einer seiner Brüder, der später als Pater Timotheus mit ihm gemeinsam im Kloster in Vechta lebte. Ein weiterer Bruder wurde Weltpriester. Nach dem Tode des Vaters entschied sich auch Mutter Sidonie zum Eintritt in einen Orden.

Wegen der juristischen Karriere des Vaters besuchte Franz die Volksschule an verschiedenen Orten: zunächst in Elberfeld, später in Frankfurt, danach in Leipzig. Als die Gymnasialzeit anbrach, wählten die Eltern Horten für ihren Sohn das Missionsgymnasium der Dominikaner in Venlo aus, wo bereits seine älteren Brüder zur Schule gingen. Wegen gesundheitlicher Probleme konnte er jedoch nicht bis zum Ende der Schulzeit in Venlo bleiben, das Abitur legte er in Leipzig ab.

Dort begann er anschließend auch ein Studium der Anglistik und Romanistik, das ihn über die Stationen Münster, Grenoble und London bis Bonn führte, wo er 1909 seinen Abschluss als Doktor phil. machte. In der Zwischenzeit war nach langem Nachdenken in ihm der Entschluss gereift, dem Orden des heiligen Dominikus beizutreten. Intensiv tauschte er sich hierüber mit dem Gründer der Ordensniederlassung in Vechta, P. Pius Keller, aus, der in der Schulzeit in Venlo sein Präfekt gewesen war.

Im August 1909 war die Entscheidung endgültig gefallen: Horten begann sein Noviziat im Dominikanerkloster Venlo. Nach einem Jahr als Novize schickte ihn der Orden nach Düsseldorf zum Studium der Philosophie und Theologie. 1913 legte er am Rande eines Generalkapitels in Venlo das endgültige Ordensversprechen ab. Zur Vollendung seiner Studien sandte man ihn nach Rom, ehe er am 27. Februar 1915 die Priesterweihe empfing.
 
Im Herbst desselben Jahres kehrte er nach Deutschland zurück. Das Kloster in Düsseldorf war inzwischen größtenteils zu einem Kriegslazarett umfunktioniert worden. Pater Titus war hier Dienender: Zwei Jahre lang war er sich für keine Aufgabe zu schade, was insbesondere die schmutzigen Reinigungsdienste mit einbezog.

Im Jahr 1917 wurde er als Lehrer und Erzieher an das Missionsgymnasium des Ordens in Vechta-Füchtel versetzt. Bald schon stellte sich jedoch heraus, dass die Aufgabe als Lehrer nicht die seine war. Stattdessen übernahm er als Prokurator die Verwaltung von Kloster, Schule und Kolleg. Als Spiritual blieb er jedoch geistlicher Berater und Beichtvater der Schüler. Auf seine Initiative hin gründeten die Patres im Jahr 1923 den Albertus-Magnus-Verlag, in dem fortan christliche Zeitschriften, Gebet- und Liederbücher erschienen. Zusätzlich zu seinen Aufgaben im Kloster wurde Pater Titus nun auch Verlagsdirektor. Dabei wurde er unterstützt von den Dominikanerinnen der Ilanzer Kongregation.

In schweren Zeiten der wirtschaftlichen Instabilität und der galoppierenden Inflation hatte Horten die ihm anvertrauten Aufgaben stets mit Ruhe und Besonnenheit zum Erfolg geführt. 1927 wurde er deshalb für sechs Jahre zum Prior des Füchteler Klosters gewählt. Gleichzeitig übertrug man ihm die Aufgabe, als Generalprokurator die Verwaltung für die Auslandsmission der Dominikaner in China zu leiten.

Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 setzte alsbald eine Kampagne gegen die katholischen Orden ein, insbesondere gegen jene, die im Ausland missionierten. Besondere Vorschriften erschwerten die Überweisung von Geld ins Ausland, das die Mitbrüder in China dringend brauchten, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Obschon die Orden penibel darauf achteten, die verschärften Gesetze einzuhalten, wurden seitens der staatlichen Obrigkeit immer wieder Vorwürfe ausgesprochen.

Im April 1935 waren es der Provinzial der deutschen Dominikanerprovinz, Pater Laurentius Siemer, und dessen Amtsvorgänger, Pater Thomas Stuhlweissenburg, die zu den ersten Opfern dieser verschärften Lage gehörten: Sie wurden in Düsseldorf verhaftet und wegen Verstößen gegen die Devisengesetze angeklagt. Kaum einen Monat später durchsuchte die Gestapo auch das Gebäude des Albertus-Magnus-Verlags.

Einen Tag darauf fand eine erneute Durchsuchung statt: diesmal im Dominikanerkloster selbst. Am Ende des Tages wurde Pater Titus abtransportiert und in das Vechtaer Gefängnis eingesperrt. Drei Tage später überstellte ihn die Gestapo an das Gerichtsgefängnis Oldenburg, wo es im Herbst des Jahres zum so genannten "Devisenprozess" kam. Das Urteil, verkündet am 4. November 1935, lautete auf zwei Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe. Horten legte Berufung ein, blieb aber in Haft.

Während dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Ohnehin nicht mit der besten Konstitution ausgestattet, machte ihm nun ein schweres Herzleiden zu schaffen. Er kam ins Gefängnislazarett, wurde aber bald in das evangelische Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital verlegt, wo er ein vergittertes Krankenzimmer bekam. Als immer deutlicher wurde, dass Pater Titus seinen letzten Weg gehen würde, setzte sich die Oberin der im Hospital tätigen Diakonissen dafür ein, dass der Ordensmann in das so genannte "Fürstenzimmer" des Krankenhauses verlegt wurde.

Dort starb Pater Titus Maria Horten am 25. Januar 1936. Fünf Tage später fand unter großer Beteiligung der Vechtaer Bevölkerung die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof  in Füchtel statt. Rund 5.000 Personen erwiesen dem beliebten Seelsorger dabei die letzte Ehre.

Im Jahr 1948 eröffnete der Münsteraner Bischof Michael Keller ein Seligsprechungsverfahren. Sechs Jahre später wurden die sterblichen Überreste von Pater Titus in die Dominikanerkirche überführt, wo sie bis heute ruhen. Im Jahr 2004 erkannte der Vatikan Pater Titus Horten den "heroischen Tugendgrad" zu, eine Voraussetzung für die Seligsprechung.

Gedenktag für Pater Titus Maria Horten: 25. Januar.

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Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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