
Reinhildis von Riesenbeck.
Im Schutz der Engel
Reinhildis von Riesenbeck (13. Jahrhundert)
Kurzvita:
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts lebte Reinhildis von Riesenbeck, die als Märtyrerin verehrt wird. Ihre Reliquien kamen nach Riesenbeck, wo zu ihren Ehren ein Grabmal errichtet wurde. Über ihr Leben berichten Legenden. Von Engeln wird erzählt, die für Reinhildis die Feldarbeit erledigten, so dass Reinhildis heimlich und gegen den Willen der Eltern in die Kirche gehen konnte. Sie soll auf Geheiß ihres Stiefvaters von ihrer Mutter umgebracht worden sein.
Biographische Daten:
Mitte des 13. Jahrhunderts wird Reinhildis geboren (der Legende nach auf einem Hof namens "Knüppenhaus" in Westerkappeln in der Grafschaft Tecklenburg), begraben in Riesenbeck.
Vita:
Legenden berichten aus dem Leben der Heiligen Reinhildis von Riesenbeck. Sie soll Mitte des 13. Jahrhunderts auf einem Hof namens "Knüppenhaus" in Westerkappeln in der Grafschaft Tecklenburg geboren worden sein. In Legenden wird von ihr Folgendes erzählt:
Reinhildis wuchs auf dem Bauernhof ihrer hartherzigen Mutter und ihres Stiefvaters auf, wo sie oft schwere Arbeiten erledigen musste. Seit ihrer Kindheit war Reinhildis besonders fromm. Wenn sie die Glocken der Kirche läuten hörte, während sie den Acker pflügen musste, so ließ sie alles stehen und liegen und lief zum Gottesdienst. Doch während sie weg war, zogen die Pferde den Pflug weiter über den Acker, ohne dass Reinhildis sie führte. Als sie zurückkam, waren so viele Furchen gezogen, wie sie selbst hätte gar nicht pflügen können. Während Reinhildis die Kirche besucht hatte, hatte Gott Engel geschickt, um ihre Arbeit zu erledigen.
Als jedoch ihre Eltern sahen, wie Gott sich ihrer Tochter zuwendete, verhärteten ihre Herzen noch mehr. Ihre Frömmigkeit war ihnen ein Dorn im Auge. So wurden sie noch strenger mit ihrer Tochter und verboten ihr auch an Sonntagen den Gottesdienst. Als Reinhildis eines Tages zu einem Brunnen ging und sich darüber beugte, um hineinzusehen, schlich sich ihre Mutter heran und stieß sie in die Tiefe des Brunnens. Reinhildis wurde jedoch von Engeln beschützt, die sie unverletzt aus dem Brunnen retteten. Am nächsten Morgen sah ihre Mutter sie lebendig und wie eine Braut geschmückt am Rand des Brunnens sitzen. Vor Wut entbrannt stürzte sie sich auf ihre Tochter und erwürgte sie. Zur gleichen Zeit fiel ihr Stiefvater tot von einem Pferd. Reinhildis Leiche vergrub die Mutter in der Erde.
Ihre grausame Tat sollte jedoch nicht verborgen bleiben: Über der Stelle, an der sie ihre Tochter vergraben hatte, leuchtete so lange ein heller Stern, bis der Leichnam von Reinhildis gefunden wurde. Gemeinsam mit dem Steifvater beerdigte man sie auf dem Friedhof in Westerkappeln. Auf wundersame Weise wurde jedoch verhindert, dass Reinhildis neben ihrem Stiefvater ihre letzte Ruhestätte fand. Dreimal wurde ihr Leichnam außerhalb der Friedhofsmauern gefunden, nachdem sie dreimal bestattet worden war. Schließlich wurde ihr Leichnam auf einen Wagen gelegt, vor den zwei Ochsen gespannt wurden, den jedoch kein Mensch steuerte: Der Wagen sollte der göttlichen Lenkung überlassen werden.
So fuhr der Wagen in westlicher Richtung bis zu einer unbebauten Gegend: Hier wurde Reinhildis endgültig begraben. Es war die Gegend des heutigen Dorfes Riesenbeck. In der Nähe des Grabes entsprang eine Quelle, deren Wasser heilsame Wirkung gehabt haben soll. Als sich die Wunder am Grab der Reinhildis mehrten, wurde an der Stelle eine Kirche errichtet.
Bis heute wird der Grabstein der Heiligen Reinhildis in Riesenbeck verehrt. Die Reinhildisquelle, die nach der Legende mit Heilkräften ausgestattet war, ist durch den Bau des Dortmud-Ems-Kanals um 1900 versiegt. In der Nähe der Kirche wurde später ein Brunnen zu Ehren der Heiligen errichtet.
Gedenktag ist der 30. Mai.
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Text: Heike Harbecke | Foto: göc
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