Papst Benedikt XVI. beklagt "absurde" Taten
Entsetzen nach Anschlägen auf Kirchen in Nigeria
Abuja. Die Bombenanschläge der islamistischen Sekte "Boko Haram" auf mehrere Kirchen zu Weihnachten in Nigeria haben weltweit Entsetzen ausgelöst. Benedikt XVI. bekundete beim Mittagsgebet am Montag (26.12.2011) im Vatikan tiefe Trauer über die "absurden Anschläge".
"Mögen die Hände der Gewalttäter innehalten, die Tod säen, und mögen auf der Welt Gerechtigkeit und Frieden herrschen", sagte der Papst. Gewalt führe unweigerlich zu Schmerz, Zerstörung und Tod. Nur Respekt, Versöhnung und Liebe könnten zum Frieden führen. Zugleich appellierte Benedikt XVI. an alle gesellschaftlichen Kräfte Nigerias, sich für Sicherheit und Ruhe einzusetzen.
Auch heute könnte die Treue zum Christentum Opfer bis hin zum Tod verlangen, sagte der Papst am Fest des ersten christlichen Blutzeugen Stephanus. Auch heute seien "viele Christen in verschiedenen Teilen der Welt Verfolgungen bis hin zum Martyrium ausgesetzt". Vatikansprecher Federico Lombardi sprach mit Blick auf Nigeria von einer "grausamen Tat aus blindem Hass".
UNO, Obama und Wulff empört
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte in New York, es gebe kein Ziel, das solche Gewalt rechtfertige. Im Namen von US-Präsident Barack Obama verurteilte ein Sprecher die "sinnlose Gewalt und diesen tragischen Verlust von Menschenleben an Weihnachten". Bundespräsident Christian Wulff erklärte, die "feige Gewalt" sei nicht durch Religion gedeckt. Es sei "besonders verabscheuungswürdig", dass sich der Angriff gegen Menschen richte, die sich an Weihnachten friedlich in ihren Gotteshäusern versammelten.
Am Weihnachtstag (25.12.2011) waren vor christlichen Kirchen in Nigeria mehrere Bomben explodiert. Dabei kamen mehr als 40 Menschen ums Leben. Allein beim Weihnachtsgottesdienst in der katholischen Kirche St. Theresa in der Stadt Madalla westlich der Hauptstadt Abuja starben 35 Menschen.
Islamisten bekennen sich
In Gadaka und Damaturu im Nordosten des Landes sollen laut Berichten einheimischer Medien mindestens sechs Gottesdienstbesucher ums Leben gekommen sein. Viele hätten zunächst fliehen können, doch dann seien ihre Autos angezündet worden. Mindestens ein weiteres Todesopfer, einen Polizisten, gab es in der Stadt Jos beim Anschlag auf eine Kirche.
Wenige Stunden nach der Explosion in Madalla bekannte sich die islamistische Sekte "Boko Haram" zu den Anschlägen. Sie hatte bereits in den vergangenen Tagen die Verantwortung für verschiedene Anschläge in Nordnigeria übernommen, bei denen 46 Menschen ums Leben kamen. Die Terroristen wollen einen radikalislamischen Gottesstaat errichten.
Zollitsch beklagt Christenverfolgungen
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, beklagte bei einem Gottesdienst am Montag (26.12.2011) in Karlsruhe, zu keiner anderen Zeit seien Christen wegen ihres Glaubens so zahlreich verfolgt worden wie heute. Der Freiburger Erzbischof rief zum Gebet für die Opfer und zu einer friedlichen Lösung der Konflikte in Nigeria auf.
"Alle drei Minuten wird weltweit ein Christ wegen seines Glaubens getötet", sagte Zollitsch. Als Beispiele nannten er die Ausschreitungen gegen Kopten in Ägypten oder die Unterdrückung von Christen in Nordkorea. Über solche schockierenden Nachrichten, "können wir als Christen in Europa nicht hinweggehen". An die Politik appellierte Zollitsch, Menschen vor religiösen Benachteiligungen zu schützen.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo
26.12.2011
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