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25.05.2012
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Die Marienstele im Schlosspark Wissen bei Weeze.

Die Marienstele im Schlosspark Wissen bei Weeze.

Mein Denkmal und ich (286): Der Marienbildstock auf Schloss Wissen

Mutter aller Menschen

Weeze. Tief versteckt liegt die Marienstele im Schlosspark verborgen. Von Bäumen und Sträuchern verdeckt, hat man Mühe, sie überhaupt zu entdecken. "Mein Mann hat mir immer erzählt, dass sich im Park eine Gebetsstätte für die Muttergottes befindet, aber gefunden haben wir sie erst bei einem Spaziergang am Pfingstsonntag im Jahr 2000", erinnert sich die Hausherrin von Schloss Wissen, Nicola Freifrau von Loë. Zu diesem Zeitpunkt lebten sie schon seit zehn Jahren auf dem Schloss.

Die Marienstele selbst ist viel älter. Eingraviert ist das Datum vom 15. Oktober 1860. "Diese Stele ist schon älter als die Schlosskapelle", sagt die Baronin. Möglicherweise hat einer der Vorfahren ihres Mannes, Raphaël Freiherr von Loë, seiner Gattin Theresa von Arco-Zinneberg diese Stele gewidmet. Denn der 15. Oktober ist der Gedenktag der heiligen Theresa von Avila. 1861 ist jedoch das zweite Kind dieses Ehepaars, die kleine Marie, gestorben. Auch aus diesem Anlass könnte für die Gottesmutter eine Säule errichtet worden sein, vermutet die Schlossherrin.

Freifrau Nicola von Loë.

Die Inschrift "Salus infirmorum" ist für Freifrau Nicola von Loë Indiz genug, dass an dieser Stelle der Kranken und Schwachen gedacht werden soll, heißt es doch auf Deutsch "Heil für die Kranken". Deshalb fügt es sich in den Augen der 51-Jährigen, dass in dem Jahr, in dem sie und ihr Mann die Stele entdeckten, die Krankenbruderschaft Rhein Maas an ihre Pforte klopfte und auf der Suche nach einer neuen Heimat anfragten ob sie ihre Aktivitäten in Zukunft vom Schloss aus entfalten könnten. Gut erinnert sich die Baronin daran, wie 2001 die Krankenpilgerfahrt nach Lourdes von Schloss Wissen aus ihren Anfang genommen hat und die Begleiter erschöpft, aber erfüllt zum Abschlussgottesdienst nach Wissen zurückkehrten.

Die Marienstele im Park ist für die Familie ein Ort des Gebets. "Immer wenn ich mit den Hunden raus muss oder mit meinem Mann durch den Park spaziere, gehe ich bei der Gottesmutter vorbei", sagt die Baronin. "Wir haben doch Fragen in die Zukunft und erbitten dann den Schutz der Gottesmutter", sagt sie. Im Lauf der vielen Jahre ist das Gesicht Mariens verwittert. Die Hausherrin hofft, dass sich ein Künstler findet, der aus seinem Glauben heraus der Gottesmutter ein Gesicht verleiht.

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