
Die Kofferkrippe der Klasse 6b, hier mit Fahrrädern an der Realschule Telgte.
Sechs Einzelpersonen und drei Gruppen ausgezeichnet
Bischof-Tenhumberg-Preise für neun Krippendarstellungen
Bistum. Sechs Einzelkünstler und drei Gruppen erhalten den Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis der 71. Krippenausstellung in Telgte. Wie das Westfälische Museum für religiöse Kultur, "Religio", am Donnerstag (22.12.2011) mitteilte, wählte eine fünfköpfige Jury aus 121 Krippen neun aus. Das Bistum Münster dotiert den Preis mit insgesamt 3.000 Euro.
Irmgard Klockenkämper aus Steinfurt-Borghorst erhält einen Preis für die Krippe "Das wahre Licht kam in die Welt". Köpfe, Hände und Füße der 40 beweglichen Figuren modellierte sie zwischen 2005 und 2011 aus Bienenwachs, die Kleidung gibt der Krippe ein orientalisches Erscheinungsbild.
Heinrich Rölver aus Havixbeck wird für die naive Schnitzarbeit "Der Glaube an den Stern hat sie geführt" ausgezeichnet. Die Lindenholzfiguren aus dem Jahr 2011 zeigen die Ankunft der drei Sterndeuter in Betlehem.
Die 2011 entstandene naive Schnitzarbeit " Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt" des emeritierten katholischen Pfarrers Karl Wehling aus Oberhausen zeigt nach Jury-Angaben "die freudige Überraschung, die frohe Hoffnung und auch das verwunderte Staunen" der Sterndeuter, die auf ihrem Weg den Stern verloren zu haben glauben und ihn nun wieder aufgehen sehen. Die Eichenholzfiguren sind stellenweise farbig gefasst.
Textile Arbeiten und Bilder
Auch die Nadelfilzarbeit "Glaube, Liebe, Hoffnung" von Elvira Schüttjens aus Tegelen in den Niederlanden wird prämiert. Sie erzählt mit farbigen Figuren von der Anbetung durch die Hirten und vom Zug der drei Sterndeuter durch eine orientalische Landschaft mit Palmen. Das Werk entstand 2010 und 2011, es steht auf entbastetem Bananenbaumholz, das bei den Palmen und bei der Geburtsgrotte in die Szenerie eingebunden ist.
Bis zur Abstraktion reduziert ist das Wandbild "Blue Star" von Marianne Geimer aus Warendorf. Die Collage aus gebatiktem Satin in freier Quiltarbeit mit farbigen Applikationen entstand 2005. Sie zeigt in flachem Relief einen Stern über einer Grotte, in der mit der Geburt Jesu gleichsam die Sonne aufgeht.
"Ein Stern droht unterzugehen" nennt Claudia Onnebrink aus Münster ihr dreiteiliges Wandbild aus dem Jahr 2011. Buntstiftzeichnungen zeigen die Geburt Jesu mit der Heiligen Familie in der auf Weltliches bezogenen Geschäftigkeit der heutigen Zeit. Das Bild mahnt, sich auf die christliche Weihnachtsbotschaft zu besinnen.
Kinder- und Seniorengruppen kreativ
"Eine Krippe auf Reisen" bastelte 2011 die Klasse 6b der Realschule Telgte mit ihrer Lehrerin Beate Willemsen. Die Figuren aus weiß bemaltem Papiermaché durchwanderten in einem alten Koffer die Klassenräume, Flure und den Schulhof der Schule. Das soll laut Jury zeigen, dass Jesu Geburt immer und überall im Alltag von Bedeutung ist.
Aus Rund- und Kanthölzern, Textilien und Naturmaterialien fertigten 15 Pfadfinderinnen aus Lippetal-Lippborg 2010 ihre prämierte Krippe. Sie gehörten zu den "Wölflingen", der jüngsten Stufe im Stamm Lippborg der Deutschen Pfadfindergemeinschaft St. Georg, ihre Leiterin ist Esther Bütfering.
Schließlich werden 14 Bilder prämiert, die Senioren aus dem Seniorenzentrum St. Elisabeth und Kinder der katholischen Tageseinrichtung St. Mariä Heimsuchung in Alfter bei Bonn 2010 in einem gemeinsamen Projekt unter Leitung von Eugenie Hellmann malten. Die Bilder entstanden mit Kohle und Tempera auf Karton. Die Motive ähneln sich generationsübergreifend derart, dass sich manches Bild nicht auf Anhieb einem Erwachsenen oder einem Kind zuordnen lässt.
Die Tenhumberg-Preise werden am 28.01.2012 im Museum "Religio" vergeben. Bis dahin ist die Krippenausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am ersten Weihnachtstag und an Neujahr ab 14 Uhr. Heiligabend und Silvester bleibt das Museum geschlossen.
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Text: Jens Joest | Foto: pd
22.12.2011
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