
Schwester Maria Droste zu Vischering (1863-1899).
Mit ganzem Herzen für Frauen in Not
Schwester Maria Droste zu Vischering (1863-1899)
Kurzvita:
Das Schicksal von Mädchen und jungen Frauen, die in Armut und Prostitution gedrängt wurden, lag ihr besonders am Herzen: Als Ordensschwester des Klosters vom Guten Hirten in Münster machte sich Maria Droste zu Vischering die Sorge um diese in Not geratenen Menschen zur Lebensaufgabe. Später wirkte die 1863 im Erbdrostenhof in Münster geborene Droste zu Vischering als Oberin eines Klosters in Porto. Die Verehrung des Herzens Jesu hatte in ihrem Lebens stets eine zentrale Bedeutung. Bei Papst Leo XIII. regte die mystisch begnadete Ordensfrau die Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu 1899 an. Sie erlebte jedoch diesen Festtag nicht mehr, da sie am Vorabend starb. Am 1. November 1975 wurde sie selig gesprochen.
Biographische Daten:
8. September 1863 im Erbdrostenhof zu Münster geboren
1879 bis 1881 Studienkolleg der Sacré-Coeur-Schwestern in Riedenburg (Voralberg)
1888 Eintritt in das Kloster der Schwestern vom Guten Hirten
1891 Leitung einer Mädchen-Wohngruppe
1894 Berufung zur Oberin des Klosters vom Guten Hirten in Porto
8. Juni 1899 stirbt Schwester Maria Droste zu Vischering
1. November 1975 Seligsprechung durch Papst Paul VI.
Vita:
Im Erbdrostenhof zu Münster 1863 geboren, wuchs Maria Droste zu Vischering auf Schloss Darfeld auf. Bereits mit 15 Jahren soll sie sich dazu berufen gefühlt haben, in einen Orden einzutreten. Drei Jahre verbrachte sie in einem Internat der Sacré-Coeur-Schwestern in Riedenburg. In dieser Zeit verstärkte sich ihr Wunsch, zu einer Ordensgemeinschaft zu gehören: "Der liebe Heiland will das ganze Herz oder nichts", so ihre Überzeugung. 1888 tritt sie in das Kloster der Schwestern zum Guten Hirten ein und erhält den Ordensnamen Maria vom Göttlichen Herzen.
Als Ordensfrau wird ihr die Sorge um in Not geratene Mädchen und junge Frauen zur Lebensaufgabe. Sie widmet sich der Arbeit in einem Mädchenheim, das zum Kloster gehört. In Zeiten, in denen die Industrialisierung im neu gegründeten Deutschen Reich rasant voranschreitet, kümmern sich die Ordensfrauen dort um Mädchen und junge Frauen, die in Armut und Prostitution gedrängt wurden.
1891 beendet Maria ihre Zeit als Novizin im Kloster und legt endgültig die Ordensgelübde ab: "Ich bin jetzt ganz eins mit meinem Jesus." Nun wird ihr die Leitung einer eigenen Mädchen-Wohngruppe übertragen. Aus ihrem Glauben schöpft sie die Kraft für ihre Arbeit: "Ich fühle und sehe, wie der liebe Gott mit mir ist, und so wächst mein Mut täglich, wenn’s auch manchmal schwer wird."
Drei Jahre später wird Schwester Maria nach Portugal berufen, um in Porto das dortige Kloster vom Guten Hirten als Oberin zu leiten. Auch die Schwestern in Porto haben sich die Sorge um arme Mädchen und Frauen zur Aufgabe gemacht. Über hundert junge Frauen, die auf der Straße leben mussten und sich nur durch Diebstahl und Prostitution ihr Überleben sichern konnten, nahmen sie in ihre Klostergebäude auf. Viele der Frauen waren krank und unterernährt, als sie von den Ordensfrauen aufgenommen wurden. Die Zukunft dieser jungen Frauen liegt Maria am Herzen: Sie sucht nach Ausbildungsstellen und Pflegefamilien und weiß dabei ihre adlige Herkunft zu nutzen. Bischöfen und reichen Fabrikbesitzern redet sie ins Gewissen: Wo sie nur kann, sucht sie nach Unterstützung für die ihr anvertrauten Frauen.
Schwester Droste zu Vischering ist auch als Mystikerin bekannt. So berichtet sie von mystischen Visionen und Gnadenerweisen. Darin sei ihr der Wunsch vorgetragen worden, dass die ganze Welt dem Herzen Jesu geweiht werden solle. Nach einer Zeit der Prüfung folgte Papst Leo XIII. der Anregung Marias und nahm die Weihe im Jahre 1899 tatsächlich vor. Schwester Maria erlebte jedoch den Festtag selbst nicht mehr, da sie am Vorabend im Alter von 35 Jahren starb. Bereits seit 1896 litt Maria an einer schweren Rückenmarksentzündung.
Ihr Grab befindet sich in der Kirche des Klosters der Schwestern zum Guten Hirten in Ermesinde (Porto). Am 1. November 1975 wurde sie durch Papst Paul VI. selig gesprochen.
Tagesgebet zum Gedenktag am 8. Juni (Gotteslob Nr. 804):
Barmherziger Gott, du hast der seligen Maria Droste zu Vischering eine außergewöhnliche Liebe zu dir und den Menschen geschenkt. Hilf uns, ihrem Beispiel zu folgen und so den unendlichen Reichtum im Herzen deines Sohnes zu erkennen. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.
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