
Bischof Stephan Ackermann.
Papst Benedikt XVI.: Kirche kann bei Aufarbeitung Vorbild sein
Ackermann lobt "Runden Tisch Missbrauch" der Regierung
Trier / Berlin. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat die Arbeit des "Runden Tischs Kindesmissbrauch" gewürdigt. "Die Zusammenarbeit habe ich als konstruktiv erlebt", sagte der Trierer Bischof am Sonntag (27.11.2011) der Katholischen Nachrichtenagentur. In vielen Fragen habe es breiten Konsens gegeben.
Nach Ansicht des Bischofs hat die Einrichtung des Runden Tischs "ein deutliches Signal gesetzt, dass sexueller Missbrauch ein Thema ist, das uns alle angeht, die ganze Gesellschaft, viele Institutionen, darunter natürlich auch die katholische Kirche – aber auch die Familien". Es sei wichtig, dass die Gesellschaft sich auch nach dem Ende des Runden Tischs weiter mit diesen Fragen befasse.
Kritik übte Ackermann an der Arbeitsweise des Gremiums. "Als katholische Kirche hätten wir uns in manchen Punkten eine zügigere Meinungsbildung gewünscht, etwa beim Thema der Schmerzensgeldzahlungen", sagte er. Deshalb habe die Kirche von sich aus bereits ein eigenes Konzept zur materiellen Anerkennung des Leids der Opfern sexuellen Missbrauchs vorgelegt und umgesetzt. Zudem habe die Kirche eine Rahmenordnung "Prävention" erarbeitet. "In diesem Feld muss künftig sicher der Schwerpunkt der Arbeit liegen."
Der im April 2010 von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch will am Mittwoch (30.11.2011) seine Arbeit abschließen. Dann verabschiedet das Plenum aus über 60 Vertretern aus Politik, Kirche, Gesellschaft und von Interessenverbänden seinen Abschlussbericht.
Neuer Regierungsbeauftragter
Unterdessen ernannte die Bundesregierung für zunächst zwei Jahre einen neuen Beuftragten für die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs: Nachfolger der früheren Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) wird Johannes-Wilhelm Rörig (52). Der Jurist war bisher im Familienministerium für Kinder- und Jugendpolitik zuständig.
Papst: Kirche kann bei Aufarbeitung Vorbild sein
Das Vorgehen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch kann nach Ansicht Benedikts XVI. ein Vorbild sein. "Es ist meine Hoffnung, dass die ernsthaften Anstrengungen der Kirche, sich dieser Wirklichkeit zu stellen, der Gesellschaft insgesamt helfen, Fälle sexuellen Missbrauchs in ihrem wahren Ausmaß und ihren verheerenden Folgen zu erkennen", sagte der Papst am Samstag (26.11.2011) vor US-Bischöfen im Vatikan. Er forderte, dass Standards, die für die Kirche gälten, auch für andere Institutionen verpflichtend sein müssten.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Michael Bönte
27.11.2011
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