
Der Herz-Jesu-Bildstock wurde 1926 am Hof Hülsker errichtet.
Mein Denkmal und ich (276): Herz-Jesu-Bildstock in Dorsten-Rhade
Station am "Hülsker Krüüs"
Dorsten-Rhade. Das Glaubenszeugnis sieht man erst, wenn man davor steht. Denn es ist an drei Seiten umgrenzt von uralten Eichen, die ein schützendes Dach bilden. Zu beschützen ist der Herz-Jesu-Bildstock, der 1926 errichtet wurde, am Hof Hülsken in Dorsten-Rhade. Mathilde Hülsken (67), die 1969 von Gescher nach Rhade kam, ist seitdem die Erhaltung der mit diesem Hofbildstock verbundenen christlichen Tradition und Gläubigkeit stets eine Herzensangelegenheit. Auch für ihren 2007 verstorbenen Mann Josef war es ein großes Anliegen. Heute wird die Pflege des Bildstocks, der im Rhader Volksmund "Hülsker Krüüs" heißt, von ihrer Schwiegertochter Claudia übernommen, der ihre Kinder Anne (9) und Erik (7) schon helfend zur Hand gehen. Ehemann Georg Hülsken (38) übernimmt die Pflege der Bäume.
Mathilde Hülsken. |
Mathilde Hülsken denkt gern an die früheren Jahre zurück, in denen sie sich um die Ausschmückung kümmerte, wenn Prozessionen zum Gebet Halt machten und die Dorfgemeinschaft am "Hülsker Krüüs" betete. Dann wurde Tage zuvor nicht nur die weiße Figur und der Altarsockel geputzt, sondern die Fläche mit einem Blumenteppich ausgelegt, Kerzen angebracht, Altar und Bäume mit Fahnen geschmückt. "Da halfen die Nachbarn immer mit", erzählt Hülsken. Aber auch heute macht die Bittprozession Station an dem Hof, dessen Wurzeln auf das Jahr 1336 zurückgehen. In einer alten Eichentruhe bewahrt die Familie den Altarschmuck auf: Kerzen, in Handarbeit bestickte Altarwäsche, Decken mit aufwändiger Spitze für die Monstranz. Wenn die Prozessionsgemeinde vor dem Bildstock steht und um Gottes Segen bittet, wird den Familienmitgliedern deutlich, warum sie die Mühen auf sich nehmen, den Bildstock zu pflegen und zu schmücken: Es liegt Gottes Segen auf dem Werk.
"Wenn Spaziergänger davor stehen", sagt Claudia Hülsken, "und den Hofbildstock bewundern, wissen die wenigsten, wie viel Arbeit dahinter steckt." Auf die Frage, was ihr die Andachtsstätte bedeutet, antwortet sie: "Für mich ist dies eine besondere Anlaufstelle." Mathilde Hülsken ergänzt, dass der Bildstock für die Familie zu einem persönlichen Orientierungspunkt geworden ist.
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Text: Maria Nienhaus | Fotos: Maria Nienhaus in
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