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25.05.2012
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Robert Zollitsch.

In der Abschlusskundgebung der Bischofsvollversammung warnte Robert Zollitsch vor deutschen Alleingängen.

Abschluss der Bischofsvollversammlung

"Papst gibt grünes Licht für Ökumene und Dialogprozess"

Fulda. Die katholischen Bischöfe Deutschlands betrachten den Papstbesuch als Ermutigung für weitere Schritte in der Ökumene und im innerkirchlichen Dialogprozess. Der Papst habe einen geistlichen Rahmen aufgezeigt, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Freitag (08.10.2011) in Fulda zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischöfe. Jetzt müsse die Kirche in Deutschland ihre Hausaufgaben machen.

Der Freiburger Erzbischof wies erneut die Vermutung zurück, der Papst habe die Abschaffung des Kirchensteuersystems oder der Staatsdotationen gefordert. Zollitsch sprach insgesamt von einem "historischen Besuch" des Papstes. Benedikt XVI. sei als Zeuge des Glaubens gekommen. Wer handhabbare Ergebnisse - in der Logik politischer Prozesse - erwartet habe, habe die Reise falsch eingeschätzt. Der Erzbischof kritisierte zugleich innerkirchliche Kreise, die schon jetzt "genau kontrollieren wollen, ob sich die deutschen Bischöfe an das halten, was der Heilige Vater gesagt hat". Das sei "teilweise grotesk".

Keine deutschen Alleingänge

Beim Dialogprozess, den die Kirche in der Folge des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen hatte, wollen die Bischöfe laut Zollitsch vor allem drei Themenkomplexe voranbringen: die gemeinsame Verantwortung aller Getauften in der Kirche, einen barmherzigen Umgang mit gebrochenen Biographien, und eine bessere Kommunikationsfähigkeit. "Der Papst hat uns ermutigt, den Weg fortzusetzen und den Gesprächsprozess auch als geistliches Ereignis zu gestalten", sagte Zollitsch. Zu Recht warne Benedikt XVI. vor zu vielen Strukturen; sie müssten sich am Ziel der Glaubensverkündigung bewähren.

Zollitsch warnte auch vor deutschen Alleingängen: "Im Gesprächsprozess werden keine Beschlüsse gefasst, das habe ich immer klar betont. Auch der Papst kann bei seiner Reise nach Deutschland nicht Erwartungen einer Änderung der kirchlichen Lehre erfüllen." Viele Fragen seien nur weltkirchlich zu klären. Das schließe jedoch nicht aus, "dass wir versuchen, sie vertieft zu klären, auch im Gespräch mit Rom". Der von den Bischöfen auf den Weg gebrachte Dialogprozess soll bis 2015 dauern. Das kommende Jahr will die Bischofskonferenz dabei unter das Thema der dienenden, caritativ tätigen Kirche stellen. Dazu soll es vom 14. bis 15. September einen Kongress geben.

Ökumene: Papst hat sich auf Luther zubewegt

Mit Blick auf die Ökumene betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dass beide Kirchen in Deutschland jetzt konkrete Ziele vereinbaren müssten, insbesondere mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation 2017. "Der Papst hat sich in Erfurt auf den Reformator Luther zubewegt und ihn anerkannt", sagte Zollitsch. Das Plädoyer, das Gemeinsame zu sehen und nicht das Trennende, sei ein wichtiger Impuls für die Ökumene.

In der Debatte um die Papstforderung nach einer Entweltlichung der Kirche und einem Verzicht auf Privilegien betonte der Erzbischof, das Kirchenoberhaupt habe keineswegs formuliert, "dass er von der Kirche in Deutschland eine grundstürzend neue Verfassung erwartet". Ihm gehe es vielmehr um die richtige Verbindung des Dienstes der Kirche in der Welt und christlicher Kritik und Distanz gegenüber der modernen Welt. Die Kirche solle zu mehr Einfachheit und Eindeutigkeit finden und sich nicht auf falsche Stützen verlassen.

Aufhebung von Staatsleistungen an die Kirchen?

Zugleich betonte der Freiburger Erzbischof, dass sich die Kirche einer Debatte um Staatsleistungen, die vor allem als Entschädigung für Enteignungen von Kirchengütern im 19. Jahrhundert gezahlt werden, nicht entgegenstelle. "Die Kirche wird sich Lösungen nicht verschließen, wenn diese ausgewogen sind." Nach Schätzungen belaufen sich die jährlichen Dotationen an beide Kirche auf rund 450 Millionen Euro, davon 190 Millionen für die katholische Kirche.

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Text: Öffnet externen Link im aktuellen FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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