
Bischof Felix Genn feierte das Domweihfest im St.-Paulus-Dom.
"Danke, dass wir zur Kirche gehören"
Domweihfest mit Bischof Felix Genn
Münster. "Der heutige Tag weist darauf hin, dass wir als Kirche von Münster mit dem Bischof und der Weltkirche verbunden sind." Darauf machte am Sonntagmorgen (02.10.2011) Bischof Felix Genn während des Pontifikalamts im münsterschen St.-Paulus-Dom aufmerksam. Das Gotteshaus war am 30. September 1264 geweiht worden. Mit den Gläubigen zelebrierte der Bischof von Münster den Domweihetag und feierte mit ihnen Erntedank.
"Wir wollen dafür danken, dass wir zur Kirche gehören und auch den Menschen Dank sagen, die unseren Dom besuchen", sagte Genn in dem mit Sonnenblumen geschmückten Gotteshaus. Im Zentrum seiner Predigt stand die Geschichte von Zachäus (aus dem Evangelium nach Lukas, 19, 1-10) – ein Bild, wie er meinte, das für die Kirche stehe.
"Gott gibt den Menschen in seiner Güte mehr als das, was wir verdienen, und nimmt von uns, was unser Gewissen belastet", führte Genn die Anwesenden in die Erzählung ein. Jesus sei auf dem Weg nach Jerusalem gewesen und habe dabei Jericho durchquert. "Er war umgeben von vielen Menschen, die etwas von ihm erfahren wollten, das sie bereichert. Andere waren eher skeptisch wegen des Volksauflaufes", erzählte der Bischof aus dem Evangelium.
Im Blick Jesu
Zachäus, ein Betrüger, sei auf einen Baum gestiegen, um Jesus sehen zu können. "Der rief ihm zu, er solle vom Baum herabsteigen und mit ihm kommen. Er müsse in dessen Haus bleiben", so der Geistliche. "Zachäus erfährt damit, er ist im Blick Jesu. Ausgerechnet er!"
"Die Kirche ist ein Haus derer, in deren Haus Er bleiben wird", analysierte Genn. Das Volk Israel nehme wahr, dass die Liebe Jesu für alle Völker da ist. Gleichzeitig stellte der Bischof an alle die Frage: "Wo ist mein Platz in der Kirche? Bei den Neugierigen, bei den Skeptikern?" Ein Thema, das auch Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch vor einer Woche aufgegriffen habe. "Viele Menschen sagen mir, dass sie in ihrer Gemeinde nicht mehr zu Hause. Manche Gemeinden sind vielleicht so verschlossen, weil Suchende Fragen stellen, die wir kaum beantworten können oder die uns unsicher machen", gab er zu bedenken.
Die Geschichte von Zachäus jedenfalls bedeute: Gott denkt an Dich, versicherte Genn. Gott gebe Zachäus mehr, als er verdiene, und nehme von ihm weg, was ihn belaste. "Wir können uns zu Eigen machen, Zachäus zu sein", meinte Genn. "Lassen Sie uns dankbar zurückzublicken auf das, was wir durch Kirche erlebt haben, und offen sein für das, was Er uns zutraut."
Mit der Bitte um die Stärkung der Kirche von Münster und um mehr Menschen, die sich zum Priesteramt berufen fühlen, endete das Pontifikalamt, das musikalisch von Mädchenchor des Domes umrahmt wurde.
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Text: Andrea Kutzendörfer | Foto: Kutzendörfer
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