Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

Viel Stoff für Debatten

Mit seinen Reden hat der Papst Pflöcke eingeschlagen

Freiburg. Als Manuel Herder, Verleger Dutzender Bücher von Joseph Ratzinger und Papst Benedikt XVI., vor dem Papstbesuch um eine Prognose gebeten wurde, antwortete er lakonisch: "Der Besuch wird die Debatte beflügeln."

Wie Recht Herder hatte, zeigte sich bereits beim ungewöhnlichsten Auftritt des Papstes während seiner viertägigen Deutschlandreise, die am Sonntagabend (26.09.2011) endete. In seiner Rede vor dem Bundestag strafte er alle Kritiker Lügen, die geargwöhnt hatten, er werde das Rednerpult im Reichstag zur Kanzel machen und die Abgeordneten zu missionieren versuchen. Stattdessen hielt er eine Vorlesung über die Entwicklung des abendländischen Rechtsdenkens und die philosophischen Grundlagen der Menschenrechte, der alle anwesenden Politiker erstaunt lauschten und die sie mit langem Beifall quittierten.

Überraschungseffekt

Schon bald danach begann in den Feuilletons der Zeitungen eine Debatte über die Rede, die ein ganz anderes, vor allem aber höheres Niveau hatte als alles, was vorher über diese Rede gesagt worden war. Auf einen Überraschungseffekt ganz anderer Art setzte der Papst bei der Begegnung mit der Spitze der deutschen Protestanten in Luthers Kloster in Erfurt.

Das im Vorfeld mit Erwartungen überfrachtete Treffen nutzte er, um Bestrebungen nach einer "Ökumene der Diplomatie" eine unerwartet klare Absage zu erteilen. Der immer wieder vorgebrachten Forderung, in der katholisch-protestantischen Ökumene müssten sich zwei Kirchen "auf Augenhöhe" begegnen, setzte er das Bild entgegen, das Ringen der Christen um den gemeinsamen Glauben könne gerade nicht so funktionieren wie Verhandlungen zwischen zwei Staaten.

Nähe zu Orthodoxen – Kluft zu Protestanten

Indem er am Tag danach den orthodoxen Kirchen sagte, wie nahe die katholische ihnen auf theologischem, aber auch auf ethisch-moralischem Gebiet stehe, wurde unausgesprochen nochmals unterstrichen, wie vergleichsweise groß und tief die Kluft zu den Protestanten derzeit noch ist.

An den Pflöcken, die der Papst mit diesen beiden Ansprachen eingeschlagen hat, werden die Theologen und "Kirchenpolitiker" der drei christlichen Traditionen so bald nicht vorbeikommen.

"Kirche nicht missverstehen"

Deutlich und sperrig waren auch die Worte, die der Papst bei seinen innerkatholischen Reden und Predigten sagte. Im Berliner Olympiastadion warnte er davor, die Kirche als eine Organisation unter vielen im demokratischen Staat misszuverstehen. Die Kirche sei nicht mehr und nicht weniger als ein Werkzeug des Wirkens Gottes in der Welt.

Die Forderung nach Strukturreformen erledigt sich damit in den Augen des Papstes fast von selbst. In Freiburg mahnte Benedikt XVI. in der größten Messe der Reise die Einheit der Katholiken mit dem Papst und der Weltkirche an - eine implizite Absage an Spekulationen über "deutsche Sonderwege".

Bedeutung des kirchlichen Apparats nicht überschätzen

Bei zwei internen Begegnungen, erst mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und dann zum Abschluss der Reise mit einigen Hundert Vertretern aus Kirche, öffentlichem Leben, Politik und Religion wurde er noch deutlicher.

Zwar lobte er das große Engagement vieler haupt- und nebenamtlicher Katholiken, warnte aber vor der Gefahr, die Bedeutung des kirchlichen Apparats zu überschätzen oder sich auf die in Deutschland reichlich vorhandene Unterstützung durch den Staat zu verlassen.

"Ent-Weltlichung" ohne Weltflucht

Auch ganz am Schluss kleidete der Papst seine Denkanstöße in allgemeine, zum Teil historische Überlegungen, die dadurch nicht weniger provokativ waren. So überraschte er seine Zuhörer mit der Erkenntnis, dass die Kirche in der Geschichte durch Säkularisierungen und materielle Enteignungen immer wieder gereinigt und innerlich gestärkt worden sei. Er ermunterte sie, eine "Ent-Weltlichung", die freilich keine Flucht vor der Welt sein solle, als Chance zu begreifen, um aus einer Position der materiellen Armut umso überzeugender ihrem Auftrag gerecht zu werden.

Für die Kirche in Deutschland, die dank Kirchensteuern und staatlichen Zuwendungen zu den materiell reichsten Ortskirchen der Welt zählt, waren auch diese Worte eine konstruktive Provokation, die dazu angetan ist, eine lange und lebhafte Debatte auszulösen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchwerpunktthema: Papstbesuch in Deutschland

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH| Foto: Michael Bönte
25.09.2011

    1. Bischof Genn zur Freiburger Grundsatzrede des Papstes
    1. Genn tief beeindruckt von Papst-Besuch in Deutschland

Schwerpunktthema

Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".

Vorlagen für Maiandachten

Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Verbände

Christliche Arbeiter-Jugend.

Wallfahrtsorte

Vinnenberg: Muttergottes vom Himmelreich.

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Trauerseelsorge

Hilfe bei berufsethischen Fragen.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Ehegericht

Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.

Sterbebegleitung

Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Regionen

Cosfeld / Recklinghausen.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand