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24.05.2012
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Benedikt XVI. beim Abschlussgottesdienst seines Deutschlandbesuches in Freiburg.

Eine Erneuerung der Kirche könne letztlich nur durch Umkehr und einen erneuerten Glauben kommen, mahnte Benedikt XVI. beim Abschlussgottesdienst seines Deutschlandbesuches in Freiburg.

Messe mit 100.000 Gläubigen in Freiburg

Papst ruft deutsche Katholiken zu Einheit und Demut auf

Freiburg. Bei der größten Messe während seines Deutschlandbesuchs hat Papst Benedikt XVI. die Katholiken zur Einheit und zu christlicher Demut aufgerufen. Die deutsche Kirche werde die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft bestehen, wenn Priester, Ordensleute und Laien "in Einheit zusammenarbeiten", sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntagvormittag (25.09.2011) vor rund 100.000 Menschen in Freiburg. Außerdem würdigte er die Arbeit der Caritas und der vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirche.

In seiner Predigt auf dem Flughafengelände appellierte Benedikt XVI. an die Katholiken, treu mit dem Papst und den Bischöfen verbunden zu bleiben. Die Gläubigen sollten "die Fackel des unverfälschten Glaubens in Einheit mit dem Bischof hochhalten und ihr reiches Wissen und Können davon erleuchten lassen".

Erneuerung der Kirche nur durch Umkehr

Eine Erneuerung der Kirche könne letztlich nur durch Umkehr und einen erneuerten Glauben kommen, mahnte Benedikt XVI. Dabei komme es nicht auf das Reden an, sondern auf das Tun. Zugleich sei es wichtig, nicht in Floskeln und Gewohnheiten zu erstarren: "Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden; Menschen, die unter unserer Sünde leiden und Sehnsucht nach dem reinen Herzen haben, sind näher am Reich Gottes als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne dass ihr Herz vom Glauben berührt wäre."

Direkt im Anschluss an diese Worte betonte der Papst, dass keinesfalls alle kirchlichen Mitarbeiter "eher als fern von Jesus und Gottes Reich einzustufen wären. Ganz und gar nicht!" Er bedankte sich ausdrücklich bei den "vielen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern", ohne die das kirchliche Leben nicht denkbar wäre.

Lob für die Arbeit der Caritas

Ausdrücklich lobte Benedikt XVI. die Arbeit der Caritas und dankte den Mitarbeitern des Deutschen Caritasverbandes. Sie leisteten einen Dienst an der Gesellschaft, der "bis an die Grenzen der Erde" reiche. Freiburg ist Sitz der Caritas, mit 500.000 haupt- und ebenso vielen nebenamtlichen Mitarbeitern die größte Wohlfahrtsorganisation in Deutschland, und auch Sitz von Caritas international, dem katholischen Hilfswerk für Not- und Katastrophenhilfe.

In seiner Predigt spielte der Papst auf den kirchlichen Dialogprozess an, mit dem die deutschen Bischöfe derzeit versuchen, die katholische Kirche aus der Krise zu führen. Er mahnte für diesen Prozess die christliche Tugend der Demut an und sagte: "Demut ist eine Tugend, die in der Welt von heute nicht hoch im Kurs steht. Aber die Jünger des Herrn wissen, dass diese Tugend gleichsam das Öl ist, das Gesprächsprozesse fruchtbar, Zusammenarbeit einfach und Einheit herzlich macht."

Ist Gott allmächtig?

Ausführlich ging Benedikt XVI. auf die Frage ein, ob Gott allmächtig sein könne "angesichts alles Schrecklichen, was in der Welt geschieht". Gott übe seine Macht anders aus, als Menschen es zu tun pflegen. Er habe seiner Macht selbst eine Grenze gesetzt, indem er die Freiheit seiner Geschöpfe anerkenne.

"Wir sind froh und dankbar für die Gabe der Freiheit. Aber wenn wir das Furchtbare sehen, das durch sie geschieht, dann erschrecken wir doch", betonte der Papst. Zugleich rief er dazu auf, weiter auf Gott zu vertrauen, dessen Macht sich vor allem im Erbarmen und Verzeihen zeige.

Zollitsch: Caritas steht für Werte

Erzbischof Robert Zollitsch betonte bei der Messe mit Papst Benedikt XVI. die Rolle der kirchlichen Wohlfahrt für die Gesellschaft. "Caritas steht nicht nur für Nächstenliebe, Hilfe und Solidarität. Caritas steht für die entscheidenden Werte, die aus dem Glauben an Jesus Christus erwachsen und von denen unsere Gesellschaft lebt", sagte Zollitsch am Sonntag. Die Kirche und die Christen leisteten "einen unschätzbaren Wert für unser Zusammenleben".

Zollitsch, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, verwies auf Lorenz Werthmann (1858-1921), den Gründer des Deutschen Caritasverbandes. Diese Einrichtung hat ihren Hauptsitz in Freiburg. Ausgangspunkt des karitativen Einsatzes der Kirche sei die Einsicht: "Nur wenn wir Gott in die Welt hereinlassen, kann die Erde hell und kann die Welt menschlich sein", sagte Zollitsch.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchwerpunktthema: Papstbesuch in Deutschland
  3. undefinedFOTOS: Abschluss mit 100.000 Gläubigen (25.09.2011)

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterPredigt von Papst Benedikt
  2. Öffnet externen Link in neuem FensterAnsprache von Erzbischof Zollitsch

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
24.09.2011

 

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