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24.05.2012
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Papst Benedikt winkt den Menschen in Erfurt zu.

Papst Benedikt winkt den Menschen in Erfurt zu.

Messe mit 30.000 Gläubigen / Schüsse auf Sicherheitsmitarbeiter

Erfurt: Papst lobt Glaubenstreue zu DDR-Zeiten

Erfurt. Papst Benedikt XVI. hat die Glaubenstreue vieler Katholiken zu DDR-Zeiten gewürdigt: "Besonders im Eichsfeld widerstanden viele katholische Christen der kommunistischen Ideologie", sagte der Papst am Samstagvormittag (24.09.2011) bei einer feierlichen Messe, der ersten Papstmesse auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, vor fast 30.000 Menschen auf dem Erfurter Domplatz. Viele seien trotz aller Bedrängnis Christus und der Kirche treu geblieben. "Sie haben persönliche Nachteile in Kauf genommen, um ihren Glauben zu leben."

Die politischen Veränderungen des Jahres 1989 seien "nicht nur durch das Verlangen nach Wohlstand und Reisefreiheit motiviert" gewesen, sondern auch "entscheidend durch die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit". Diese Sehnsucht, so der Papst, "wurde unter anderem durch Menschen wachgehalten, die ganz im Dienst für Gott und den Nächsten standen und bereit waren, ihr Leben zu opfern".

Die neue Freiheit

Zugleich äußerte sich Benedikt XVI. aber auch kritisch zur Entwicklung nach dem Fall der Mauer. Zwar habe die neue Freiheit geholfen, dem Leben der Menschen größere Würde und vielfältige neue Möglichkeiten zu eröffnen. "Aber haben diese Möglichkeiten uns auch ein Mehr an Glauben gebracht?", fragte der Papst. "Ist der Wurzelgrund des Glaubens und des christlichen Lebens nicht ganz woanders als in der gesellschaftlichen Freiheit zu suchen?"

Immer noch, so das Kirchenoberhaupt, seien viele Spätfolgen der braunen und der roten Diktatur aufzuarbeiten, die für den christlichen Glauben "wie saurer Regen" gewirkt hätten. So lebe "die Mehrzahl der Menschen in diesem Lande mittlerweile fern vom Glauben an Christus und von der Gemeinschaft der Kirche". Deshalb rief der Papst alle Christen zu einem offensiven Bekenntnis auf: "Wir wollen uns nicht in einem bloß privaten Glauben verstecken, sondern die gewonnene Freiheit verantwortlich gestalten."

Dank an Eltern

Ausdrücklich bedankte sich Benedikt XVI. bei allen Priestern und kirchlichen Mitarbeitern aus der DDR-Zeit. Aufrichtiger Dank gelte zudem allen Eltern, die "in einem kirchenfeindlichen politischen Umfeld ihre Kinder im katholischen Glauben erzogen haben". Auch in der Flüchtlingsseelsorge hätten viele Geistliche und Laien "Großartiges geleistet, um die Not der Vertriebenen zu lindern und ihnen eine neue Heimat zu schenken".

In seiner Predigt verwies der Papst außerdem auf die Vorbildfunktion der Heiligen, deren Glaubenszeugnis auch heute Mut machen könne zu einem neuen Aufbruch. Ausdrücklich nannte er die heilige Elisabeth, die auch von evangelischen Christen sehr geschätzt werde.

Warnke: Zeichen der Ermutigung

In einem mehrfach von Beifall unterbrochenen Grußwort zu Beginn des Gottesdienstes nannte der Erfurter Bischof Joachim Wanke den ersten Papstbesuch in Ostdeutschland ein Zeichen der Ermutigung für alle ostdeutschen Katholiken, die in der Zeit des Sozialismus das katholische Bekenntnis des Glaubens treu bewahrt hätten.

"Gemeinsam mit den evangelischen Christen sind wir bemüht, den Himmel offen zu halten für alle, die hier leben", sagte Wanke.

Schüsse auf Sicherheitsmitarbeiterin

Am Rand der Papstmesse in Erfurt kam es zu einem Zwischenfall: In der Nähe des Domplatzes sei offenbar mit einem Luftgewehr auf eine Mitarbeiterin einer privaten Sicherheitsfirma geschossen, berichtete der MDR.

Das Opfer sei leicht am Bein verletzt worden, hieß es unter Berufung auf die Polizei. In ihrer Nähe sei eine Patrone aus einem Luftgewehr gefunden worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Laut Spiegel-Online bestätigte die Polizei den Vorfall. Demnach habe ein Anwohner in etwa einem Kilometer Entfernung vom Domplatz mit einem Luftgewehr oder einer Luftdruckpistole geschossen, sagte ein Polizeisprecher. Demnach wurde niemand verletzt. Der Mann sei festgenommen worden, berichtet das Online-Magazin.

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  1. Öffnet externen Link in neuem FensterPredigt von Papst Benedikt 
  2. Öffnet externen Link in neuem FensterGrußwort von Bischof Warnke

Text: göc, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
24.09.2011

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