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25.05.2012
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Jugendgebetsabend

Knapp 500 Jugendliche waren in die Martinikirche gekommen.

Jugendgebetsabend mit Bischof Felix Genn in Münster

Weltjugendtags-Nachtreffen: "Jesus ist der Renner"

Bistum. Musik wie in Madrid: Es brauchte nur die vom Weltjugendtag bekannten Lieder, um am Freitag (09.09.2011) in der Martinikirche in Münster eine Stimmung zu schaffen wie Mitte August in Spanien. Der Jugendgebetsabend mit Bischof Felix Genn war auch als Weltjugendtags-Nachtreffen gedacht, und knapp 500 Madrid-Pilger waren gekommen.

Der Bischof freute sich über die Stimmung, die erstmals beim Song "Jesus Christ, you are my life" aufkam, dem Lied des Weltjugendtags 2002 in Kanada. "Dieses Lied ist seit Toronto der Renner", stellte Genn am Ende seiner Predigt fest. "Aber Jesus ist auch der Renner. Amen." Nach einem kurzen Moment, in dem mancher Zuhörer verblüfft lächelte, setzte sich Applaus in der Martinikirche durch.

Dank für das Zusammensein

Gleich zu Beginn ging der Bischof auf die Organisationsmängel von Madrid ein. Es habe ihn traurig gemacht, dass die Bistums-Pilger aus Sicherheitsgründen das Flugfeld "Cuatro Vientos" in der Nacht vor der Abschlussmesse verlassen mussten. Zwar hätten die Jugendlichen so nicht die Eucharistie mit dem Papst feiern können, aber "es war die richtige Entscheidung, früher abzufahren", betonte Genn. Das Weltjugendtagsbüro Bistum Münster hatte sich dazu entschlossen, weil jener Teil des Flugfeldes, wo die Münsteraner standen, nicht für eine Übernachtung unter freiem Himmel geeignet war. Es gab nur schmale Rettungswege und nahezu keine Beleuchtung.

"Aber das ist nicht das Bleibende", lenkte der Bischof den Blick auf den Weltjugendtag als Ganzes. Die Pilger hätten erleben können, dass der Glaube an Gott etwas Tragendes sei, "ein Wert, mit dem man sich auch im Gespräch auseinandersetzt". Genn erinnerte an die Katechesen. Sie hätten ihn verändert, "weil ich erleben durfte, dass ihr glaubt", wandte sich der Bischof an die Jugendlichen. "Danke für unser Zusammensein in Madrid!" Dieses habe ihn "ein gutes Stück tiefer in das Bistum hineinwurzeln lassen", das er nun seit zweieinhalb Jahren als Bischof leite.

Feierten den Jugendgebetsabend mit (v.l.): Michael Rupieper von der Diözesanstelle "Berufe der Kirche", der oldenburgische Landesjugendpfarrer Heiner Zumdohme, Bischof Felix Genn und Diözesanjugendseelsorger Thorsten Schmölzing.

"Steht zu eurem Glauben"

Der Glaube lebe von Erfahrungen, dass Jesus, der Sohn Gottes, "der Lebendige bleibt und wir nicht allein sind". Der Glaube lebe außerdem von Bekenntnis und Zeugnis. "Steht zu eurem Glauben", rief Genn die Jugendlichen auf. Jeder Christ brauche das Zeugnis anderer, um selbst Zeuge sein zu können: "Erzählt anderen, wie der Glaube auch junge Menschen begeistern kann!"

Diese Begeisterung war beim Jugendgebetsabend vor allem in der Musik erlebbar. Die Band der münsterschen Jugendkirche "Effata" riss die jungen Christen mit modernen Liedern von den Stühlen, beim stehenden Mitklatschen wähnte sich mancher auf einem Rockkonzert. Dabei sangen die Jugendlichen vom Glauben und vom Gotteslob – in den "Hits" des Weltjugendtags und in Kompositionen der "Effata-Band".

Was im Alltag bleibt

Auch ruhige Momente hatte die Madrid-Erinnerung. Zu Beginn waren die Jugendlichen aufgerufen zum Nachdenken: "Wen habe ich in diesem Sommer neu kennengelernt? Welche Beziehung habe ich vertieft? Mit wem habe ich über meinen Glauben gesprochen oder gebetet?" Einige dieser Namen nannten Teilnehmer am Mikrofon. Die Jugendlichen nahmen die Genannten mit in ihr Dankgebet.

Eine weitere Frage war, was vom Weltjugendtag im Alltag bleibe. Neue Freunde erwähnten viele, eine junge Frau aus Bocholt erzählte, in ihrem Chor würden nun die Madrid-Lieder gesungen. In Lohne, berichtete eine andere, hätten Weltjugendtags-Teilnehmer begonnen, Jugendgottesdienste vorzubereiten, "damit wir der ganzen Gemeinde weitergeben können, was wir erlebt haben". Ein junger Mann sagte, seit dem Weltjugendtag nehme er sich im Alltag "immer mal wieder eine kurze Auszeit. Gar nicht so sehr für ein Gebet, manchmal eher für ein Gespräch mit Gott, in dem ich Danke sage."

Weltjugendtags-Pilger im "Schwarzen Schaf".

Erinnerungen austauschen

Nach dem Gebet trafen sich mehrere hunderte Madrid-Pilger noch im Saal der Kneipe "Schwarzes Schaf", um Erinnerungen auszutauschen. Ute Beckmann (17) aus Emmerich schwärmte von der Fröhlichkeit der Weltjugendtage: "Einmal haben ein paar Südamerikaner einfach angefangen zu tanzen und zu singen – mitten in der Mittagssonne. Und wir haben mitgemacht..." Alexander Gödde (20) aus Neubeckum erinnerte sich an die Gastfreundschaft bei den "Tagen der Begegnung" in Pamplona: "Das Abschiedsfest in unserer Gastpfarrei war toll."

Angela Westarp (23) aus Oelde zeigte sich beeindruckt von der Menge der Weltjugendtags-Pilger: "So viele junge Menschen teilen meinen Glauben", staunte sie. Diese Gemeinschaft habe sie vor allem auf dem Flugfeld "Cuatro Vientos" erfahren. "Schade, dass wir da früher gefahren sind. Aber es war wohl die richtige Entscheidung." Eine Meinung, die bei vielen Jugendlichen zu hören war.

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Text: Jens Joest | Fotos: Marie-Theres Himstedt, Jens Joest
11.09.2011

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