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25.05.2012
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Zehn Jahre nach den Terroranschlägen in den USA

Kirchen gedenken der Opfer des 11. September 2001

Vatikanstadt / München. Benedikt XVI. und Christen in aller Welt haben am Sonntag (11.09.2011) der Opfer der Terroranschläge des 11. September 2001 gedacht. Kirchenvertreter und Politiker riefen zum friedlichen Zusammenleben der Völker und Religionen auf. "Ich appelliere an die Verantwortlichen der Nationen und alle Menschen guten Willens, Gewalt als Lösung für Probleme stets abzulehnen und der Versuchung des Hasses zu widerstehen", sagte der Papst.

An die Stelle von Hass müssten Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden treten, forderte er. "Terrorismus kann unter keinen Umständen gerechtfertigt werden", heißt es zudem in einem Brief Benedikts XVI. an den Erzbischof von New York, Timothy Dolan. Dass die Attentäter vorgegeben hätten, im Namen Gottes zu handeln, mache die "Tragödie dieses Tages" noch schlimmer.

In Deutschland erteilten Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel jeglicher Vermischung von Terrorismus und Religion eine klare Absage: Terror widerspreche "dem eigentlichen Wesen von Religion und kann sich auf keine berufen", heißt es in einer Erklärung Wulffs. Merkel warnte im Berliner "Tagesspiegel" vor "Misstrauen gegen ganze Glaubensrichtungen". Sie habe "nie" an die einen Krieg der Religionen oder Kulturen geglaubt. Allerdings könne es "in jeder Religion radikale Kräfte geben, die sie missbrauchen".

Marx: Terror im Namen Gottes ist Blasphemie

Mit dem Gedenken an die Opfer der Anschläge in den USA begann in München ein Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, zu dem bis Dienstag (13.09.2011) etwa 10.000 Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern erwartet werden. Auch Bundespräsident Wulff nahm an der Eröffnung teil. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sprach von einem "verlorenen Jahrzehnt" seit 2001: "Wir haben uns wohl allzu sehr in Kriegsszenarien und Kampfesrhetorik bewegt."

Die Erinnerung an die "verabscheuungswürdigen Taten" müsse zum Auftrag werden. Es gehe darum, "sich nicht der Logik der Rache, der Gewalt und der Feindschaft zu unterwerfen". Das Treffen in München wolle zeigen, dass Religionen Quellen des Friedens, des echten Dialogs und der Versöhnung sein könnten. "Wir wehren uns entschieden gegen den Missbrauch des Namens Gottes, gegen jede Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung im Namen der Religion", betonte Marx. "Sich auf Gott zu berufen und unschuldige Menschen zu töten, ist Blasphemie."

Schneider: Religion nicht missbrauchen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, wandte sich gegen jeden Missbrauch der Religion. Diese dürfe "nicht zum Instrument politischer Absichten werden". Der 11. September mahne dazu, Gewalt legitimierende Elemente in allen Religionen zurückzudrängen und den friedenserhaltenden Dienst der Religionen zu fördern.

New Yorks katholischer Erzbischof Timothy Dolan rief zum Verzicht auf Hass und zum Widerstand gegen den Terrorismus auf. Auch ein Jahrzehnt nach den Anschlägen bleibe man "fest entschlossen, extreme Ideologien zurückzuweisen, die die Religion pervers missbrauchen, um unentschuldbare Angriffe gegen unschuldige Zivilisten zu rechtfertigen". Ebenso entschlossen sei man, Menschen anderer Religionen anzunehmen und Flüchtlinge, die Schutz suchen, zu verteidigen.

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