
Papst Benedikt XVI.
Bischofskonferenz verteidigt erneut Kosten der Reise
Proteste zum Papstbesuch: Bischöfe bleiben gelassen
Berlin. Die deutschen Bischöfe sehen geplanten Protesten beim Besuch Papst Benedikts XVI. gelassen entgegen. Dies gehöre zu einer funktionierenden Demokratie, sagte der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki am Mittwoch (07.09.2011). Das Recht gelte auch für Abgeordnete, die der Rede des Papstes im Bundestag fernbleiben wollten. Zugleich verteidigten die Bischöfe die Kosten des Papstbesuchs.
Woelki betonte, er wünsche sich, dass die Abgeordneten dem Papst zunächst zuhörten und sich dann mit Inhalten der Rede kritisch auseinandersetzten. Zudem verwies der Erzbischof darauf, dass Benedikt XVI. auf Einladung des Bundestagspräsidenten im Reichstag spreche. Einige Abgeordnete der Linkspartei, der SPD und der Grünen haben angekündigt, den Bundestag bei der Papstrede am 22.09.2011 zu verlassen.
Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, erklärte, er bedauere das Fernbleiben einiger Abgeordneter. Er respektiere jedoch, wenn sie so ihre Meinung kundtun wollten. Auch der Papst sei auf Proteste eingestellt und wisse damit umzugehen. Der emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes betonte, die Proteste machten deutlich, dass es "Widerstand gegen Glauben und Gott" gebe, dies zeige der Kirche die Realität.
Hilfsfonds für Hungernde in Ostafrika
Mit Blick auf die Kosten für den Besuch meinte Zollitsch, "es soll ein Glaubensfest für möglichst viele Gläubige werden, und das kostet Geld". Das Ereignis solle auch durch die Medien weltweit übertragen werden. Er betonte, wegen der auf 30 Millionen Euro geschätzten Kosten werde es zu keiner Kürzung bei den Hilfen für Entwicklungsländer kommen.
Zollitsch kündigte an, die Bischofskonferenz werde anlässlich des Papstbesuchs einen Fonds für Hilfen in den Ländern Ostafrikas auflegen. Der "Benedikt-Ostafrika-Fonds" solle dort Notleidenden zugutekommen, ihnen Chancen auf Bildung und Hoffnung auf Arbeit geben. Der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, erklärte, dem Papst sei keine bestimmte Summe versprochen worden. Es liege in der Verantwortung der Bistümer, wie sie die Mittel für den Fonds aufbringen. So könnten sie eine entsprechende Kollekte abhalten oder Fundraising-Aktionen durchführen.
Der Erfurter Bischof Joachim Wanke bezeichnete den Papstbesuch als "Jahrtausendereignis" für sein Bistum. Für die Katholiken, die in der DDR so lange eingeschlossen gewesen seien, habe der Besuch von Benedikt XVI. eine besondere Bedeutung, so Wanke. Er erweitere ihr "weltkirchliches Bewusstsein. Das ist für uns ein wirkliches Geschenk."
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
07.09.2011
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