
Das St.-Viktor-Heiligenhäuschen in Xanten.
Mein Denkmal und ich (272): Heiligenhäuschen in Xanten
Ort des stillen Gebets
Xanten. Sie wollten sich eine bleibende Erinnerung aus Anlass ihres 600-jährigen Bestehens schaffen: Auf der Jahreshauptversammlung beschloss die St.-Viktorbruderschaft im Mai 1992, am Ortseingang in Xanten ein Heiligenhäuschen zu errichten, das dem Patron der Bruderschaft, dem heiligen Viktor, gewidmet werden sollte. In dieser Straße hatte schon vor dem Zweiten Weltkrieg ein Heiligenhäuschen der Bruderschaft gestanden, das aber durch den Krieg stark beschädigt worden war. Bereits einen Tag nach dem Beschluss, am 21. Mai, schritt die Bruderschaft zum ersten Spatenstich.
"Die ganze Stadtprominenz war anwesend: Stadtdirektor Heinz Trauten und Bürgermeister Alfred Melters an der Spitze", erinnert sich der Kapitän der Bruderschaft, Peter Bullmann. "Den ersten Spatenstich nahm die Schirmherrin Christiane Underberg vor. Doch sie hatte Mühe mit dem Spaten durchzustoßen, weil sie direkt auf das Fundament des früheren Rheintors traf", schmunzelt er. Die Bauarbeiten zogen sich fast ein Jahr hin. Am 14. Mai 1993 wurde das Häuschen gesegnet. "Die Segnung bildete den Auftakt der 600-Jahrfeier", sagt Bullmann.
Wilfried Welbers. |
"Das Heiligenhäuschen ist jedoch nicht nur eine Erinnerung an das Jubiläum, sondern ist bis heute der Punkt, an dem sich die Bruderschaft trifft", sagt Welbers, der es sich mit Mathilde van Wesel zur Aufgabe gemacht hat, das Heiligenhäuschen zu pflegen. Konkret heißt das: kehren, sauber halten, frische Blumen hinbringen und Kerzen auswechseln. "Von hier aus startet die Bruderschaft zu ihrem Schützenumzug, hier trifft sie sich zum Patronatsfest. Vor dem Häuschen beten und singen wir. Zum Beispiel das Viktorlied 'Xantens Volk, frisch auf zum Singen ...'", sagt Welbers, der wie Bullmann länger als 40 Jahre in der Bruderschaft St. Viktor aktiv ist.
Das Heiligenhäuschen ist auch eine Gedenkstätte für die verstorbenen Mitglieder. "Wir haben eine Schatulle aus Edelstahl anfertigen lassen, in der die Namen der Verstorbenen verewigt werden", sagt Welbers. Das Heiligenhäuschen ist nicht nur Treffpunkt der gesamten Bruderschaft, sondern auch ein Ort, wo jeder Einzelne hingeht, um einen Augenblick zu verweilen und ein Gebet zu sprechen. "Ich habe dort zum Beispiel für die Prüfung meines Sohns gebetet", sagt Mathilde van Wesel.
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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel in
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