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25.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. erreichte die Plaza de Cibeles im Papamobil.

Begrüßung des Papstes am Donnerstagabend

Benedikt XVI. warnt vor Egoismus

Madrid. Benedikt XVI. hat die Teilnehmer des Weltjugendtags in Madrid vor Egoismus gewarnt. Viele Menschen glaubten, keine anderen Götter zu brauchen als sich selbst, sie wollten selbst entscheiden, was Wahrheit, Gerechtigkeit oder lebenswert sei. Einem solchen "Leben ohne Horizonte" stehe die Freiheit mit Gott gegenüber, sagte der Papst am Donnerstagabend (18.08.2011) bei einem Wortgottesdienst auf der Plaza de Cibeles. Dort hatten mehrere hunderttausend Jugendliche seit dem Mittag bei Temperaturen jenseits von 30 Grad Celsius ausgeharrrt und dem 84-Jährigen einen enthusiastischen Empfang bereitet.

Menschen, die mit Gott lebten, handelten verantwortlich und frei als Ebenbilder Gottes, sagte der Papst. Sie seien "Protagonisten auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem Guten". Wenn Jugendliche ihr Leben auf den "Fels" Jesus bauten, leite Weisheit und Klugheit ihre Schritte. Benedikt XVI. bezog sich auf das vorangehende Evangelium (Mt 7, 24-27), das verschiedene Hörer des Wortes Gottes vergleicht. Jene, die nicht danach handeln, bauen ihr Haus auf Sand. Jene aber, die es befolgen, bauen auf Fels, Stürme werden ihr Haus nicht zum Einsturz bringen. Der Papst rief dazu auf, wirklich auf die Worte Jesu zu hören, sie zu Verhaltensmaßstäben zu machen – jeden Tag und mit Beharrlichkeit.

Christliches Leben wertvolle Alternative

Das Leben christlicher Jugendlicher werde zu einer wertvollen Alternative für Gleichaltrige. Solche Jugendliche könnten mit ihrer Freude andere anstecken. Wer Jesus nachfolge, gehe nicht auf Wegen der "Leere und Enttäuschung". Benedikt XVI. warnte vor "blinden und egoistischen" Impulsen und dem "Weg der verlockenden Vorschläge", die nur eigennützig, trügerisch und unbeständig seien.

Der Papst hatte zu Beginn der Begrüßungsfeier das Stadttor "Puerta de Alcalá" durchschritten. Ihn begleiteten 50 Jugendliche, zehn von jedem Kontinent, in Landestrachten. Sie übergaben Geschenke aus ihrer Heimat, darunter Brot, Salz, Reis, Kaffee, ein japanischer Blütenkranz sowie ein Sombrero aus Lateinamerika. Diesen Hut trug der Papst trotz starker Sonneneinwirkung nicht, auf der Plaza de Cibeles schützte ihn ein weißer Schirm.

Hunderttausende säumten jubelnd die Straßen – schon Stunden vor der Ankunft des Papstes.

Worte auf Deutsch

Benedikt XVI. nannte das Madrid dieser Tage die "Hauptstadt der Jugendlichen aus aller Welt", die Augen der ganzen Kirche seien auf sie gerichtet. Er dankte für den "glänzenden Empfang" der Jugendlichen, er sei Zeichen ihrer Liebe und Nähe zum Nachfolger des Apostels Petrus. Allen Anwesenden wünschte er, dass die Flamme der Liebe Christi in ihren Herzen nie erlösche.

In sechs Sprachen wandte sich der Papst in der Begrüßung an die Pilger. Den Deutschen rief er zu, er freue sich, dass sie so zahlreich gekommen seien. "Gemeinsam wollen wir in diesen Tagen unseren Glauben an Jesus Christus bekennen, vertiefen und weitergeben", sagte Benedikt XVI.; er rief dazu auf, Christus das Herz zu öffnen.

Streik ohne Auswirkungen

Der Madrider Kardinal Antonio Maria Rouco Varela sagte, der Papst bringe die "junge" und universale Kirche nach Madrid. Benedikt XVI. sei gekommen, um den Glauben der Jugendlichen zu stärken, der ihre Herzen für die Liebe Jesu öffne. Diese Liebe könne ein Leben verändern und es mit neuer Freude füllen.

Der Streik der U-Bahn-Fahrer hat unterdessen am Donnerstag (18.08.2011) keine merkbaren Auswirkungen auf den Weltjugendtag gehabt. Zwar wurde in den vier angekündigten Stunden tatsächlich gestreikt, trotzdem gelang es der Madrider Metro nach eigenen Angaben, auf den Hauptstrecken bis zu 80 Prozent der Züge fahren zu lassen. Medienberichten zufolge leisten zudem pensionierte U-Bahn-Fahrer während des Jugendtreffens freiwillig Dienst. Die völlige Überfüllung der Züge Richtung Papst-Begrüßung ließ sich nicht mit dem Arbeitskampf begründen.

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  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.

Text: Jens Joest | Foto: Reuters, Marie-Theres Himstedt
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