Für den 84-Jährigen ist es bereits der dritte WJT
Papst Benedikt XVI. kommt heute nach Madrid
Madrid. Papst Benedikt XVI. reist heute (18.08.2011) zum Weltjugendtag nach Madrid. Dort erwarten ihn rund 440.000 Teilnehmer aus aller Welt. Am Abend ist eine Willkommensfeier in der Innenstadt geplant.
Für den 84-Jährigen ist es bereits der dritte Weltjugendtag: Er besuchte schon die Treffen in Köln (2005) und Sydney (2008). Abschluss des viertägigen Programms sind ein Abendgebet am Samstag und eine Messe am Sonntagmorgen auf dem Flughafengelände "Cuatro Vientos". Dazu rechnen die Veranstalter mit rund einer Million Besucher.
Am Morgen startet der Papst von seinem Sommersitz Castel Gandolfo aus in die spanische Hauptstadt. Nach der Begrüßungszeremonie am Flughafen begibt er sich in die Nuntiatur, wo er für die kommenden Tage Quartier nimmt. Der erste öffentliche Termin ist erst für den Abend vorgesehen: Ein symbolischer Empfang auf der Plaza de la Independencia. Einige Jugendliche werden Benedikt XVI. von dort zur Plaza de Cibeles geleiten, wo das Willkommensfest stattfindet: Ein Programm mit Musik, Grußworten, Lebenszeugnissen und Gebeten - und mit der ersten Ansprache des Papstes vor den jungen Katholiken.
Papstkritischer Protestmarsch
Am Rand des Weltjugendtags in Madrid war es am Mittwoch bei einem papstkritischen Protestmarsch zu heftigen Spannungen zwischen WJT-Teilnehmern und Papstkritikern gekommen. Die spanische Polizei reagierte mit "erhöhte Sicherheitsvorkehrungen", um handgreifliche Zusammenstöße auf dem Platz der Puerta del Sol zu verhindern.
Als der papstkritische Protestmarsch mit rund 2.000 Teilnehmern wie vorgesehen den Platz im Zentrum der Stadt erreichte, warteten bereits mehrere Hundert WJT-Teilnehmer mit Rufen "Es lebe der Papst!". Die Demonstranten entgegneten mit "Dieser Platz gehört nicht dem Papst!". Auf das "Benedikt" der Pilger antworteten die Papstgegner "...ist ein Nazi". Die Polizei trennte beide Gruppen, bevor es zu gewalttätigen Zusammenstößen kam.
Attentatsversuch: "Religiöser Fanatiker als Einzeltäter"
Aufgerufen zum Protestmarsch hatten mehr als 100 atheistische, laizistische und reformorientierte christliche Gruppen, die unter anderem gegen öffentliche Ausgaben für den Papstbesuch protestierten. Die papstkritischen Demonstranten führten Protestplakate mit sich, auf denen Sprüche wie "Von meinen Steuern nichts für den Papst. Für einen laizistischen Staat" standen. "Weniger Kruzifixe und mehr Jobs", schrien die Papstgegner. Die Protestler verteilten in Anlehnung an die Kritik des Vatikan gegen die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze durch die spanische Regierung zudem Mützen mit dem Logo "Abtreibung ist meine Freiheit, meine Entscheidung".
Mit Blick auf den von der Polizei vereitelten möglichen Giftgas-Anschlag auf den Protestmarsch forderte der spanische Theologe Evaristo Villar Politiker wie Kirchenvertreter zur Zurückhaltung auf, um die Stimmung nicht weiter anzuheizen. Villar ist Vorsitzender der Christlichen Netzwerke, einer der katholisch-progressiven Basisgruppen, die zum Protestmarsch aufgerufen hatten. Im Vorfeld der Demo sagte Villar der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), die Verantwortung für das geplante Attentat könne man keinem Katholiken oder WJT-Teilnehmer zuschustern. Es handle sich lediglich um einen "religiösen Fanatiker als Einzeltäter".
Polizei nimmt Attentatsversuch ernst
Der bereits am Dienstag festgenommene mutmaßliche Attentatsplaner war ein freiwilliger Helfer des Weltjugendtags. Wie die spanische Zeitung "El Mundo" in ihrer Online-Ausgabe vom Mittwoch unter Verweis auf spanische Justizkreise berichtete, ist der 24-jährige Chemiestudent aus Mexiko am Dienstag in den Madrider Ifema-Messehallen festgenommen worden, wo Tausende von WJT-Teilnehmern untergebracht sind. Der von der Polizei als "erzkatholisch" bezeichnete Mann war nach Angaben von "El Mundo" für die Betreuung von Pilgern zuständig.
Berichten zufolge war die Polizei im Internet auf den Studenten aufmerksam geworden. In Foren und Blogs soll er Papstkritiker als "Schwule und Nutten" beschimpft und dazu aufgerufen haben, sie umzubringen. In der Wohnung des Mexikaners stellten die Beamten laut Medienberichten einen Laptop sowie Notizbücher mit chemischen Anleitungen sicher. Experten prüfen nun, ob es sich um Bauanleitungen für Bomben handelt. Besonders vor dem Hintergrund des Attentats in Norwegen nehme man derartige Fälle sehr ernst, betonte die Polizei in einer Erklärung.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
18.08.2011
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