
Wohl behütet und mit Mama und Papa genießt die kleine Majan ihren Ausflug nach Madrid.
Die jüngste Weltjugendtagspilgerin aus dem Bistum
Majan macht Siesta
Madrid. Die wohl jüngste Weltjugendtagspilgerin macht in Madrid vor allem eines: Siesta. Schlafen, während andere singend und klatschend durch die Straßen ziehen, beten, den Papst treffen und den Glauben feiern? Schlafen in einer Stadt, die nicht schläft? Schlafen in einer Metropole wie Madrid? Ja, Majan Moormann tut das. Aber das ist in Ordnung – die kleine Pilgerin ist erst sieben Monate alt.
Majan ist die Tochter von Christoph und Anja Moormann aus Ibbenbüren. Er ist Schul- und Jugendseelsorger, sie Sozialpädagogin beim Kinderschutzbund. "Als Christoph gesagt hat, dass er zum Weltjugendtag fährt, war für mich klar: Wir kommen mit", sagt Anja Moormann. Schließlich gehe die Veranstaltung über mehrere Tage und sei nicht nur ein Wochenendtrip.
Kinderfreundliche Spanier
Die kleine Familie hat ihre Entscheidung nicht bereut. Natürlich sei es anstrengend, mit Kindern zu reisen, erklärt die Mutter. "Man muss so viele Dinge mitnehmen: Kinderwagen, Kleidung, Babynahrung." Die Offenheit und Kinderfreundlichkeit in Madrid entschädige aber für die Mühe. "Die Spanier reagieren so toll auf Kinder", sagt Christoph Moormann. "Alt und jung fragen, wie die Kleine heißt, und ob es unser erstes Kind sei." Die Mama stimmt zu: "So oft bin ich in Deutschland bisher nicht angesprochen worden wie in der kurzen Zeit hier."
Majan scheint der Trubel um ihre Person zu gefallen. "Sie wackelt dann immer mit den Beinchen", sagt Christoph Moormann zufrieden, "das heißt: Mir geht`s gut." Natürlich hätten die Eltern Sorge, dass es für ihr Kind zu viel werde. Doch sie sind zuversichtlich: "Majan genießt das."
Im Tragerucksack unterwegs
Die kleine Pilgerin nutzt vor allem die Morgen- und Abendstunden, um die Stadt zu erkunden. "Wenn es so heiß ist, können wir natürlich nicht raus", erklärt Christoph Moormann. "Da hält Majan dann Siesta." Doch sobald es abgekühlt ist, geht es ab in Papas Tragerucksack: Durch die spanische Gassen und raus ins Geschehen. "Ich trage sie dann vor dem Bauch", erklärt Christoph Moormann, "so kann sie alles sehen. Ihr Spielzeug braucht sie hier gar nicht."
In Madrid begegne man auch abends noch vielen Familien mit kleinen Kindern, berichtet der 40-Jährige. "Auch im Restaurant ist es kein Problem, wenn mal ein Baby weint. Das ist beeindruckend."
Segen beim Eröffnungsgottesdienst
Die kleine Pilgerin war sogar beim Eröffnungsgottesdienst am Dienstag (16.08.2011) dabei. Auf dem Hinweg sei es in der Metro total voll gewesen, berichtet Christoph Moormann. "Deshalb hat uns ein Bahnbeamter im Führerhaus mitfahren lassen – einfach toll." Beim Gottesdienst hat Majan dann eine Ordensschwester aus Kalkutta getroffen. "Die hat unsere Kleine gesegnet, das war richtig schön." Anja Moormann lacht. "Und Majan hat es nachgemacht."
Auch Bekanntschaft "auf Augenhöhe" konnte Majan in Madrid machen. "Die Besitzerin unserer Unterkunft hat ein Kind im gleichen Alter", berichtet Anja Moormann. "Die beiden haben sich schon angefreundet." Auch für sie als Eltern sei das ein Glücksgriff. "Die Frau kennt den Alltag mit einem Baby, sie kocht für uns zum Beispiel das Fläschchen ab."
Eindrücke sammeln
Die große Vigilfeier und den Gottesdienst mit dem Papst wird die jüngste Bistums-Pilgerin nicht live miterleben. "Wir reisen am Samstagmorgen ab", sagt Anja Moormann, "bevor hier der große Trubel losgeht. Das ist dann doch zu viel."
Bis dahin kann Majan in Papas Tragerucksack aber weiterhin viele Eindrücke sammeln: Von Pilgern mit bunten Fahnen und deren Gesängen, von beeindruckenden Gebäuden, und auch von Weltkirche.
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Text: Katharina Deuling | Foto: Katharina Deuling
18.08.2011
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