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24.05.2012
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Barbara Grösbrink und Anja Mittrup.

"Wir treffen uns beim Bären und dem Erdbeerbaum" Barbara Grösbrink und Anja Mittrup aus Coesfeld begegnen am Madrider Stadtwappen Pilgern aus aller Welt.

Madrid: Mit Menschenmassen unterwegs

Erkundungstour in der Metropole

Madrid. In den Großstädten dieser Welt geht es häufig anonym zu. Man kennt vielleicht den Nachbarn in der Wohnung nebenan, nicht aber den auf der anderen Straßenseite. Auch in einer Metropole wie Madrid wird das so sein. Normalerweise. Heute aber ist hier alles anders.

"Where are you from?" - Wo kommst du her? Das ist die wohl meist gestellte Frage an diesem Dienstag (17.08.2011). Ob vor dem Königspalast, auf dem Plaza de la Cibeles, auf breiten Hauptverkehrsstraßen oder in schmalen Gassen: Tausende Jugendliche begegnen sich, umarmen sich, tanzen, singen, jubeln. Von Anonymität keine Spur.

Bourbonenkönigin Isbaella II lässt sich von dem Trubel und den Menschenmassen nicht beeindrucken. Das steinerne Denkmal wird gerade von zahlreichen Amerikanern belagert. Einer stimmt die Nationalhymne an, alle singen mit. Für die Italiener hingegen ist ihr Heimatland die Nummer eins: "Italia, uno!" Mit ihrem Schlagruf versuchen sie die anderen Nationen zu übertönen – Konkurrenzkampf auf dem Weltjugendtag.

 "Gigantisch"

"Hier in Madrid ist es einfach gigantisch", sagt Barbara Grösbrink aus der Gemeinde Sankt Lamberti in Coesfeld. "Wir haben in der U-Bahn Menschen so vieler Nationen getroffen und alle fangen einfach an zu singen. Selbst wenn wir den Text nicht verstehen – wir klatschen mit." Auch auf dem Plaza Mayor sei sie schon gewesen, berichtet die Pilgerin. "Erst einmal ankommen", sagt sie, "heute lassen wir es noch ruhig angehen." Im Mittelalter war der Plaza Mayor der wichtigste Marktplatz. Heute ist er das "Wohnzimmer" der Madrider, geprägt von Restaurants und Straßenmusikern. Man trinkt hier seinen "Café con leche" und genießt normalerweise die Ruhe des verkehrsfreien Platzes. Normalerweise.

Früher von Königen, heute von Pilgern besetzt: Der Palacio Real.

Früher von Königen, heute von Pilgern besetzt: Der Palacio Real.

Im Palacio Real empfängt König Juan Carlos seine Staatsgäste. Vor dem mächtigen Schloss ist heute die Jugend der Welt zu Gast. Zauber- und Straßenkünstler sind hier auf der Suche nach dem Geschäft ihres Lebens – die Pilger nach einer Abkühlung im Springbrunnen. Zwei Polizisten, hoch zu Ross, haben alles im Blick.

Auf der Puerta del Sol, einem beliebten Treffpunkt der Madrider, bricht plötzlich lauter Jubel aus. Eine Gruppe Rennradfahrer rauscht die Straße entlang. Was zunächst an die Tour de France erinnert, sind Pilger aus Verona. "Wir sind den Jakobsweg gefahren", sagt Luca und wischt sich erschöpft den Schweiß von der Stirn. "750 Kilometer in 7 Tagen. Über Pamplona und einige andere Städte bis nach Madrid."

"Ordentlich heiß"

Auch Bernd Egger aus der der Gemeinde Sankt Felizitas in Lüdinghausen wirkt erschöpft. "Es ist ordentlich heiß", klagt er. Und dennoch: "Es ist super. So viele junge Leute – und alle sind wegen des Glaubens hier. Das macht Spaß."

Agnes aus Irland hat sich mit einigen Freunden vor dem Madrider Stadtwappen positioniert: dem Bären mit dem Erdbeerbaum. Sie arbeitet für die "World Youth Alliance", eine internationale Jugendorganisation. "Hier vor dem Wahrzeichen können wir viele Menschen erreichen", sagt sie. "Wir setzen uns für die Menschenwürde ein, weil jeder Mensch Respekt verdient."

Auch Heike Gellings aus Sonsbeck ist mit ihrem Mann zur Bärenskulptur gekommen. "Alle sind freundlich und kommen ins Gespräch. Das macht den Weltjugendtag aus. Hoffentlich nehmen die Stadt und die Gruppen etwas davon mit."

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