
Pilger aus Marl und Herten bei der Vigil in Pamplona (v.l.): Anja, Inga und Vanessa.
Vigil vor dem Erzbischöflichen Palais in Pamplona
"Lasst uns selbst Licht sein"
Pamplona. Bei einer stimmungsvollen Vigil am Freitagabend (12.08.2011) haben sich mehrere Hundert internationale junge Pilger in ihrem Glauben stärken lassen. Die Vigil, in deren Zentrum drei überlebensgroße Figurengruppen aus Holz standen, führte alle Jugendlichen, die während der "Tage der Begegnung" direkt in der Stadt Pamplona untergebracht sind, vor dem Erzbischöflichen Palais zusammen.
Dumpfe Glockenschläge der Kathedrale, einem Totengeläut vergleichbar, leiteten die Vigil ein. Zuerst schoben Freiwillige auf einem fahrbaren Podest eine Darstellung des Letzten Abendmahls Jesu herbei. Ähnliche Figurengruppen werden in der "Semana Santa", der Heiligen bzw. Karwoche, in Prozessionen durch viele spanische Städte getragen. Während die Abendmahlsdarstellung den Platz erreichte, vereinte das berühmte "Ubi caritas et amor, Deus ibi est" aus Taizé Spanier und Gäste zu einem meditativen Chor.
Impulse des Papst-Predigers
Die Impulse der Vigil gab der Päpstliche Hausprediger, Raniero Cantalamessa, vom Balkon des Bischofspalais. "Hebt Eure Augen auf zum Tisch des Herrn", rief er den jungen Christen in der ersten Meditation zu, die er auf Spanisch hielt.
Als zweites wurde die Darstellung des betenden Jesus im Garten Getsemani in Jerusalem auf den Platz geschoben. Cantalamessa erinnerte in seinem Impuls – diesmal auf Englisch – daran, wie inständig Jesus am Abend vor seinem Leiden und Sterben zu Gott gebetet hatte. Der Kapuzinerpater rief die Pilger auf, sich daran ein Beispiel zu nehmen: "Gebt Gott nicht nur einen kleinen Teil Eures Lebens! Dann wird er Euer Herz mit übergroßer Freude füllen."
"Unser Glaube wurde erneuert"
Schließlich erreichte eine Marienstatue den Platz. Cantalamessa begrüßte die "Patronin der Region Navarra", die noch unter dem Kreuz ihres sterbenden Sohnes gegen alle Anzeichen weiter gehofft habe. "Sie hoffte, dass Gott immer noch eine Möglichkeit mehr hat, als Menschen sich vorstellen können." Cantalamessa nannte Maria die "Mutter der Hoffnung", diesmal in seiner Muttersprache Italienisch.
Danach rief ein Lektor die Pilger auf, "mit Maria das Licht unseres Glaubens neu zu entzünden. Lasst uns selbst Licht sein – fest im Glauben!" Freiwillige verteilten Licht an die Menschen auf dem Platz, die Hunderte Kerzen entzündeten – ausgehend von einer Kerze, die in der Nähe der Marienstatue brannte. Dazu sangen die jungen Katholiken das "Magnificat" aus Taizé, den Lobgesang der Gottesmutter.
"Unser Glaube wurde heute erneuert in der Liebe Jesu", fasste ein Lektor zusammen und leitete zum Vaterunser über, das Spanier und Gäste auf Lateinisch sangen. Der Segen beschloss die Feier – beinahe. Denn anschließend riefen Lektoren vom Balkon des Bischofspalais den verschiedenen Nationen in ihrer Sprache eine "Gute Nacht" zu. Und es war schwer zu ermessen, wer den Lautstärkerekord bei der Antwort erreichte: die überwiegend aus dem Bistum Münster stammenden Deutschen, die Italiener, die Brasilianer oder doch die spanischen Gastgeber.
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Text: Jens Joest | Foto: Marie-Theres Himstedt
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