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24.05.2012
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Polonaise in der Mittagssonne: Auch einige Stunden Wartezeit in Pamplona lassen sich mit viel guter Laune überbrücken.

Die Bistums-Pilger erreichen Pamplona

Nur ein paar Stunden zu früh

Pamplona. Spanien ist offenbar näher, als man denkt. Diese Erfahrung haben einige Pilger aus dem Bistum Münster am Donnerstag (11.08.2011) gemacht – als sie viel früher als geplant die Region Navarra im Nordosten des Landes erreichten. Dort, im Erzbistum Pamplona, verbringen die Jugendlichen die "Tage der Begegnung" im Vorfeld des Weltjugendtags in Madrid.

"Wir waren schon um 6.45 Uhr in Pamplona", sagt Martin Knauer (30) aus Wesel. "Jetzt müssen wir halt den Tag überbrücken." Die Gastpfarreien hatten zum großen Teil erst am Nachmittag mit den deutschen Gästen gerechnet. Deshalb haben sich die Niederrheiner in der Zwischenzeit auf eigene Faust in die Stadt aufgemacht. Vor der Kathedrale informieren sie sich bei einer Gruppe Brasilianer über das Fußball-Länderspiel vom Mittwochabend, in dem Deutschland Brasilien besiegt hatte.

Auf dem Gang geschlafen

Mit der Zeit treffen immer mehr Bistums-Pilger im Stadtzentrum ein, zum Beispiel Carina Mieck (16) aus Cloppenburg. Sie ist angeblich nicht mal müde: "Ich habe fünf Stunden auf dem Gang im Bus gepennt", sagt sie. Dazu lächelt sie so überzeugend, dass man ihr glauben möchte, dass sie ausgeruht ist.

Noch kreativer waren Pilger aus dem Kreisdekanat Steinfurt. Den Jugendlichen aus dem Raum Ibbenbüren ist es gelungen, dass auf einer Zweier-Sitzbank im Bus auch zwei Leute liegen können: "Einer lag oben auf den Sitzflächen, der andere im Fußraum", sagt Jan Kunert (18) aus Püsselbüren, der selbst im "Untergeschoss" gelegen hat. So richtig bequem sei das nicht gewesen, aber für ein, zwei Stunden habe es funktioniert. Danach hätten die Jugendlichen versucht, im Sitzen weiterzuschlafen. Sarah Titz (16) seufzt: "Irgendwann tat alles weh, man musste ständig die Position wechseln."

15 Stunden Doppelkopf

Nicht nur wegen der überwiegend frühen Ankunft: Stau scheint für die wenigsten Busse ein Problem gewesen zu sein: "Einmal kurz auf dem Kölner Ring, das war's", sagt Jan Kunert. Selbst den Großraum Paris haben offenbar die meisten Busse ohne zähes Stop-and-Go durchquert.

Bleibt trotzdem die Frage: Wie übersteht man bis zu 24 Stunden Busfahrt? "Ich glaube, wir haben fast 15 Stunden Doppelkopf gespielt", sagt Philipp Kreyenhagen (23) aus Mettingen. Um 11 Uhr vormittags sei es losgegangen – so lange, bis den Spielern die Augen zufielen und andere Mitreisende um etwas mehr Nachtruhe baten.

In einigen Bussen konnten auch DVDs gezeigt werden. "Wir haben ,Das Leben des Brian' gesehen", erzählt Miriam Bresch (22) aus Münster. Und nicht nur das: Viele Jugendliche hätten etliche Dialoge des Kultfilms der britischen Komiker-Truppe "Monty Python" auswendig mitsprechen können.

Frühstück improvisiert

Glück hatten trotz früher Ankunft die Ibbenbürener. "Wir haben aus dem Bus in unserer Gastpfarrei angerufen, dass wir schon gegen 9.30 Uhr ankommen", erzählt Sarah Titz. Da hätten die Spanier spontan ein Frühstück improvisiert – "mit Cornflakes, Kaffee und Kakao". Auch hätten die Pilger immerhin schon die Koffer abstellen können. Martin Knauer verrät hinter vorgehaltener Hand, dass einige Weseler in einem anderen Quartier sogar schon unter der Dusche gewesen seien. Auf eine solche Erfrischung mussten die meisten Pilger bis zum Spätnachmittag warten.

Ungläubig erstaunt wirkt Gurutze Viguiristi. Die junge Frau aus dem spanischen Baskenland arbeitet in der Tourist-Information und gibt Stadtpläne im halben Dutzend an Jugendliche aus, die an der schwarz-rot-goldenen Krempe des Hutes eindeutig als Pilger zu erkennen sind. Wie viele Deutsche denn wohl in die Region Pamplona kommen werden, will sie wissen. Die Antwort "Ungefähr eineinhalbtausend" lässt ihre Augen noch etwas größer werden.

Am Abend dann waren alle Gastpfarreien soweit, die jungen Katholiken aus Deutschland zu begrüßen und nach einem gemeinsamen Abend auf die Gemeinschaftsquartiere und Gastfamilien zu verteilen. Und nicht nur Sarah Titz freute sich auf ihren Schlafsack: "Ich bin müde", gesteht sie schon am Mittag und ringt sich ein gequältes Lächeln ab.

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