
Kostümierte Stadtführer: König Karl III. von Navarra (zweiter von rechts) und seine Gattin Eleonore (rechts) führten Pilger vom Niederrhein durch Pamplona.
Die Bistums-Pilger entdecken Pamplona
Auf den Spuren der Stiere
Pamplona. So gemächlich durch Pamplona zu schlendern wie die niederrheinischen Pilger am Freitag (12.08.2011), das kann schon mal gefährlich werden. Aber glücklicherweise sind die jungen Leute aus dem Bistum Münster bei den "Tagen der Begegnung" des Weltjugendtags zu Gast und nicht bei der traditionellen Stierhatz Anfang Juli, bei der tonnenschwere Tiere durch die Straßen auf die Stierkampfarena zugetrieben werden – und etliche Wagemutige vor den Stieren herlaufen.
Die Bistums-Pilger können nicht recht ergründet, was manche Menschen an Stierlauf und Stierkampf fasziniert. "Ich bin total dagegen", sagt Ute Beckmann (17) aus Emmerich. Sie findet das Ritual verrückt – die Stierkämpfe in der Arena sowieso. Diese lehnen auch andere Pilger ab, einige zeigen sich aber an der Hatz interessiert. "Ich würde nie im Leben mitlaufen", sagt Lisa Pospiech (17) aus Wesel. "Aber anschauen würde ich mir das Rennen schon mal." Christina Hartmann (18) aus Wesel stimmt zu – zumal ihr die Tochter ihrer Gasteltern gesagt hat, dass die Hatz für die Tiere nicht gefährlich sei. Dass das in der Arena anders aussieht, weiß Christina – bei dem Gedanken schüttelt sie sich kurz.
Kostümierte Stadtführer
Nach einigen Metern auf der Strecke der Stierhatz und einem Blick von außen auf die Arena tauchen die Pilger wieder ins Gewirr mittelalterlicher Gassen ein, Vorbei am Rathaus und mittelalterlicher Zitadelle aus der Zeit der Renaissance erreichen die Niederrheiner schließlich die Kathedrale "Santa Maria". Auf dem Vorplatz herrscht reges, nicht zuletzt deutschsprachiges Treiben. Einige Gruppen haben sich vor der stärker werdenden Sonne in den Schatten der Fassade geflüchtet, mit einem Megafon versuchen freiwillige Helfer, die Pilger auf die spanisch- und englischsprachigen Führungen zu verteilen. Nach und nach schieben sich Kleingruppen ins gotische Innere der Bischofskirche.
Pilger in den Gassen der Altstadt. |
In ihr liegen übrigens die beiden Menschen begraben, die den Niederrheinern die Stadt gezeigt haben. Denn die Stadtführer der deutschen Pilger waren keine Geringeren als König Karl III. von Navarra und seine Gattin Eleonore – dargestellt von zwei kostümierten jungen Spanierinnen.
Siesta unter Bäumen
Nach der Führung halten die Niederrheiner nach schattigen Plätzen Ausschau. Denn eines ist den deutschen Gästen schon am zweiten Tag in Spanien klar: Sich mittags der Sonne auszusetzen, ist keine gute Idee. "Gestern haben wir uns in einem Park eine Reihe Bäume gesucht und Siesta gehalten", erzählt Lisa Pospiech. Müde von der langen Anreise seien sogar alle kurz eingenickt.
Auch in der Schule, wo der Großteil der Weseler Gruppe übernachtet, sei es am Donnerstagabend (11.08.2011) rasch ruhig geworden, berichtet Sebastian Hartmann (21). Mit dem Quartier ist er durchaus zufrieden, der Klassenraum sei groß genug, es gebe ausreichend Duschen. Etwas ungewohnt fand er allerdings das Frühstück: "Das war mir zu süß", sagt er. "Nur Säfte, Kuchen, Kekse und süße Omeletts."
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Text: Jens Joest | Foto: Jens Joest
13.08.2011
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