
Sara, Talisa, Lucian, David, Nelly und Dai-Tri (v.l.) gehören der bunten Pilgergruppe aus dem Bistum Münster an.
Weltjugendtag in Madrid:
Bunte Bistums-Gruppe auf Reisen
Bistum. Wer nach Madrid fährt, will nicht nur den Papst sehen, sondern vor allem Gleichaltrige treffen: Mit rund einer halben Million Teilnehmern rechnen die Organisatoren – junge Leute aus allen Erdteilen. Schon die Pilger aus dem Bistum Münster geben einen Eindruck dieser Vielfalt.
Die jüngste Pilgerin: Einmal muss eine Stunde Schlaf genügen
Sara ist die Jüngste – zumindest unter den Pilgern, deren Geburtsdatum das Weltjugendtagsbüro im Bistum Münster kennt. "Meine Schwester Lea engagiert sich in der Jugendkirche ›Believe‹ in Bocholt", erzählt die 14-Jährige aus Rhede. Die Gruppe von "Believe" hat sich der Bistums-Tour nach Madrid angeschlossen. "Als klar war, dass ich alt genug für die Fahrt bin, habe ich gedacht: Dann fahre ich auch mit!"
Auf neue Leute freut Sara sich – in der Bocholter Gruppe, aus dem Bistum und aller Welt. "Außerdem: Im Sommer in die Sonne nach Spanien – das ist doch perfekt!" Auf die Gebetsvigil auf dem Flughafen nahe Madrid mit dem Papst ist Sara gespannt. Bilder von der Vigil beim Weltjugendtag 2008 hat sie schon gesehen. Viel schlafen werde sie in der Nacht unter freiem Himmel wohl nicht, glaubt sie: "Eine Stunde vielleicht." Beim Wachbleiben soll Cola helfen, denn: "Den Rest der Zeit werden wir ja doch mit den Leuten aus allen möglichen Ländern quatschen."
Eine Protestantin: Gespannt auf die Vigil mit Benedikt XVI.
Talisa hat nicht lange überlegt, als ihre Freundin sie fragte: "Hey, willst du nicht auch mit zum Weltjugendtag?" Über einen Flyer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Münster sind die beiden auf die Fahrt aufmerksam geworden: "Wir sind dann zum Vortreffen gegangen und haben uns anschließend entschieden mitzufahren", sagt die 16-Jährige aus Hörstel.
Dass sie evangelisch ist, stört weder die Veranstalter noch Talisa: "Ich bin schon früher immer mit in die katholischen Zeltlager gefahren." Das Ferienangebot der Gemeinde St. Reinhildis in Hörstel habe ihr super gefallen: "Außerdem ist mein Vater katholisch, deswegen war das schon immer so, dass wir überall dabei waren."
Gespannt ist sie auf die Katechesen und die abendliche Vigil mit dem Papst: "Ich bin schon neugierig auf die Stimmung, so etwas habe ich ja noch nie mitgemacht. Ich fühle mich da auch nicht außen vor, nur weil ich evangelisch bin. Wir beten ja ohnehin dasselbe."
Ein Rumäne: Den Papst sehen und vielleicht sein Koch werden
Mit der Welt vernetzt ist Lucian bereits – auf der Internetplattform "Facebook". Jetzt will der lebenslustige Rumäne auch in der Realität Menschen aus aller Welt treffen – in Madrid: "Ich möchte neue Leute treffen, mit denen feiern, mir die Stadt anschauen." Seit knapp zwei Jahren leben Lucian, seine Schwester Carla und sein bester Freund Mihai in Deutschland. Ihre Eltern fanden hier bessere Arbeitsbedingungen als in der Heimat: "Da hast du keine Zukunft, erst recht nicht, wenn du jung bist", sagt Lucian und schüttelt resigniert den Kopf.
Rumänien sei ein wunderschönes Land, vor allem für Touristen: "Noch schöner ist es, wenn du Geld hast." Etwa 200 Euro beträgt dort der durchschnittliche Monatslohn.
Deutsch spricht Lucian schon fast aktzentfrei. Über die rumänische katholische Kirchengemeinde ist die Familie in Münster gut vernetzt. Lucian sucht noch einen Job: "Vielleicht braucht der Papst ja noch einen Koch", sagt er und grinst verschmitzt.
Der nördlichste Pilger: Vorfreude auf die vielen Nationen und deren Sicht
David aus Jever im Kreis Friesland hält einen Rekord: Weiter nördlich als er wohnt keiner der Weltjugendtags-Pilger aus dem Bistum Münster. Die Tage in Spanien sind für den 19-Jährigen eine Art Abschlussfahrt. "Ich bin schon lange in der Jugendarbeit tätig. Im Oktober gebe ich die Aufgaben aber ab und gehe zur Bundeswehr."
Was der Abiturient am Weltjugendtag besonders schätzt, beschreibt er so: "Es wird bestimmt ein riesiges Erlebnis. Wir sprechen dort zum Beispiel über den Glauben. Ich bin gespannt auf die vielen Nationen und deren Ansichten."
Zusammen mit acht weiteren Pilgern aus der Gemeinde St. Benedikt macht David sich auf den Weg nach Spanien. Die Gruppe ist gut vorbereitet: "Wir haben viele Vortreffen veranstaltet und Gottesdienste zum Thema Weltjugendtag gefeiert", sagt David. "Die Kirchgänger waren begeistert, dass wir das Thema Weltjugendtag in die Gemeinde getragen haben. So bekommen sie auch etwas von unserer Reise mit."
Eine Mexikanerin: In Madrid auf der Suche nach Landsleuten
Sonne bringt Nelly mit ihrem herzlichen Lachen schon mit: Die 27-Jährige macht seit Sommer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in St. Josef Kamp-Lintfort. "Mir gefällt es hier sehr gut, aber der Winter war richtig grau und kalt", sagt sie.
Nelly stammt aus Mexiko, sie hat vor dem FSJ Mathematik studiert. Bereits 2005 war sie beim Weltjugendtag in Köln dabei: "Das war einfach fantastisch. Schon da habe ich gemerkt, ich möchte gern nach Deutschland. Die Leute sind hier so freundlich!"
Über die Partnerschaft der Bistümer Münster und Tula kam Nelly nach Kamp-Lintfort. Hier engagiert sie sich für den kulturellen Austausch. Da rund 30 Jugendliche aus dem Kreisdekanat Wesel zum Weltjugendtag nach Madrid fahren, organisierte sie im Vorfeld gemeinsam mit Pastoralreferentin Andrea van Huet einen spanischen Abend. Nelly hofft beim Weltjugendtag vor allem auf eines: "Ich will Leute aus meiner mexikanischen Pfarrgemeinde in Hildago treffen!"
Ein Vietnamese: Im Vorfeld schon einige spanische Vokabeln gelernt
Dai-Tri war schon beim Weltjugendtag 2005 in Köln dabei. "Das hat mir ziemlich gut gefallen" erinnert er sich, "die Atmosphäre dort, die vielen Menschen, der Papstempfang am Rhein, die große Abschlussmesse ..." Dieses besondere Weltjugendtagsgefühl wolle er auch in Madrid noch einmal aufschnappen, sagt er.
Dai-Tris Eltern stammen aus Vietnam, er selbst wurde in Deutschland geboren. Zum Weltjugendtag fährt der 22-Jährige nicht allein: "Ich habe mich in unserer Gemeinde umgehört, wer noch mitfährt", erzählt Dai-Tri. Auch bei seinen Geschwistern habe er Werbung gemacht – mit Erfolg: "Mein Bruder und eine meiner Schwestern fahren auch mit."
Insgesamt machen sich acht Jugendliche aus der St.-Marien-Gemeinde Oldenburg auf den Weg nach Spanien. "Wir haben auch schon einige spanische Vokabeln gelernt", berichtet Dai-Tri. Er macht eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Er ist auch Gruppenleiter und Firmkatechet.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Katharina Deuling, Marie-Theres Himstedt, Jens Joest | Fotos: privat, Marie-Theres Himstedt, Franz-Josef Scheeben in
Kirche+Leben
11.08.2011
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web