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24.05.2012
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Christian Schmitt, Pfarrer in Münster-Roxel.

Christian Schmitt, Pfarrer in Münster-Roxel.

Christian Schmitt hat am "Youcat" mitgeschrieben

Katechismus für junge Menschen

Münster. Pfarrer Christian Schmitt (46) zählt zum vierköpfigen Redaktionsteam des Jugend-Katechismus "Youcat". Teilnehmer aller Länder beim Weltjugendtag finden einen "Youcat" in den offiziellen Pilgerrucksäcken.

Kirche+Leben: Was ist das Besondere am "Youcat"?

Christian Schmitt: Ähnlich wie das Kompendium, also die Kurzfassung des "großen" Katechismus, ist unser Buch im Frage-Antwort-Stil gehalten. Aber während das theologisch sehr verdichtete Kompendium Fachfragen enthält, die so kein Glaubender stellt, und Antworten, die nur wenige Menschen verstehen, wurden die Fragen im "Youcat" von jungen Leuten entwickelt.

Kirche+Leben: Wie das?

Schmitt: Der spätere "Youcat"-Verleger Bernhard Meuser suchte Jugendliche, die beim Formulieren von Fragen in "ihrer Sprache" helfen konnten. Das sollten möglichst junge Leute sein, die sich schon mal mit Glaubensfragen befasst hatten. Und Bernhard Meuser hatte Glück: Michaela zu Heereman, die gerade ein Buch bei ihm herausbrachte, leitete bereits seit mehrern Jahren ein aus einer privaten Initiative entstandenes Feriencamp in der Nähe von Frankfurt. Die Teilnehmer dort hatten sich jedes Mal auch mit Glaubensfragen beschäftigt, unter anderem sogar mit Fragen aus dem Katechismus. So haben 50 Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren beim Feriencamp 2006 die "Youcat"-Fragen erarbeitet.

Kirche+Leben: Wie kamen Sie in das Redaktionsteam des Buchs?

Schmitt: Michaela zu Heereman leitete das Camp gemeinsam mit einem Pfarrer, Johannes zu Eltz. Und der wiederum kannte mich.

Kirche+Leben: Wer hat die Antworten auf die "Youcat"-Fragen verfasst?

Schmitt: Das haben wir uns im Redaktionsteam geteilt. Wir geben immer zwei Antworten. Fett gedruckt zunächst eine kurze, die in der Tradition und Sprache der Kirche steht. In der zweiten Antwort wird die Frage weiter erläutert, und zwar in einer Sprache, von der wir hoffen, dass sie nah an der Wirklichkeit der jungen Leute ist. Manchmal ist der Text auch eher Kommentar als Antwort. Wir schreiben zum Beispiel an manchen Stellen "vielleicht". Das würde in einem "normalen" Katechismus wohl nicht stehen.

Kirche+Leben: Wie haben Rom und die Bischöfe den "Youcat" aufgenommen?

Schmitt: Wir haben das Manuskript den Bischöfen der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizer Bischofskonferenz geschickt und eine Menge Anmerkungen erhalten. Da, wo es den Rahmen und das Ziel der Vereinfachung nicht sprengte, haben wir die Anregungen eingearbeitet. Danach haben alle drei Bischofskonferenzen der Veröffentlichung zugestimmt. Dasselbe ist im Vatikan passiert, ehe der deutsche Urtext in andere Sprachen übersetzt werden konnte: Von der Glaubenskongregation haben wir eine lange Liste weiterer Anmerkungen bekommen und eingearbeitet, was davon machbar war.

Kirche+Leben: Was hat Sie bei der Arbeit am "Youcat" besonders beeindruckt?

Schmitt: Es kam vor, dass die Jugendlichen Antworten aus dem Kompendium des "großen" Katechismus zuerst nicht verstanden haben. Aber wenn wir erklärt haben, was sich dahinter verbirgt, dann haben sie immer wieder gesagt: "Aber das ist doch wichtig, das ist ja eine wunderbare Aussage, das muss auch im 'Youcat' stehen! Aber dafür müssen wir es anders formulieren."

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