Konservative Priester greifen Bischofskonferenz an
Streit über Datenschutz bei Missbrauchs-Aufarbeitung
Bonn. In der katholischen Kirche gibt es Meinungsverschiedenheiten, ob bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs der Datenschutz gewährleistet ist. Das konservative "Netzwerk katholischer Priester" warf den Bischöfen am Sonntag (07.08.2011) einen "unerlaubten Eingriff in die Persönlichkeitsrechte" vor. Die Deutsche Bischofskonferenz wies dies gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur als "unbegründet" zurück.
Konferenz-Sprecher Matthias Kopp verwies auf eine Erklärung der Bischöfe und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) vom Freitag (05.08.2011). Darin heißt es, das gemeinsame Forschungsprojekt zum Umfang des Missbrauchs entspreche "dem allgemeinen daten- und personenschutzrechtlichen Standard bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten".
"Keine Akten werden weitergegeben"
Dem KFN werde kein direkter Einblick in die Personalakten gewährt, sagte Kopp. Zudem würden "keine Akten nach außen weitergegeben". Die Sichtung erfolge durch interne Teams von Archivaren, die vom Generalvikar der jeweiligen Diözese geleitet und von einem besonders geschulten externen Juristen unterstützt würden. Diese müssten eine Datenschutzerklärung unterzeichnen, in der sie versichern, keinerlei Informationen aus den Akten an Dritte weiterzuleiten.
Genau die Einschaltung externer Juristen geht dem "Netzwerk katholischer Priester" zu weit, sagte dessen Sprecher, Pfarrer Hendrick Jolie. Man sei "für eine schonungslose Aufklärung der Missbrauchsfälle", warne aber die Bischöfe davor, sich "das Mäntelchen der Transparenz umzuhängen" und dabei "das Vertrauensverhältnis zu ihren Priestern weiter zu beschädigen".
Angst vor "Generalverdacht"
Die Maßnahmen setzten die Priester, Diakone und Ordensleute "einem öffentlichen Generalverdacht im Hinblick auf sexuellen Missbrauch" aus. Dies sei "ein falsches Signal" und eine "grobe Verletzung" der Fürsorgepflicht. Der grundgesetzlich garantierte Persönlichkeitsschutz werde verletzt, wenn ohne die Zustimmung des Einzelnen eine Herausgabe personenbezogener Daten erfolge.
Darüber hinaus kritisiert das Netzwerk das Vorgehen auch, weil viele Betroffenen bisher nur aus den Medien informiert worden seien. "Zahlreiche Anfragen und Beschwerden von Mitbrüdern" hätten das Netzwerk bestärkt, die Kritik öffentlich vorzubringen. Das öffentlichkeitswirksame Forschungsprojekt sei eher geeignet, "den Klerikerstand als Ganzen der öffentlichen Verfolgung preiszugeben, als ihm zu einer neuen Vertrauensbasis zu verhelfen". Das Netzwerk bittet die Bischöfe, persönlich mit ihren Priestern zu reden und nur denjenigen Einblick in Akten zu gewähren, die kirchenrechtlich dazu befugt sind. Das konservative "Netzwerk" hat nach eigenen Angaben 500 Mitglieder.
In dem Projekt von Bischofskonferenz und KFN sollen sämtliche Personalakten aller männlichen Geistlichen der 27 deutschen Bistümer seit dem Jahr 2000 gesichtet werden. In neun ausgewählten Bistümern soll die Untersuchung sogar bis 1945 ausgeweitet werden. Die Bischöfe wollen damit die Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs vervollständigen. Die Forschungsarbeit bringe aber "selbstverständlich keinen Generalverdacht gegen die Priester in unseren Bistümern zum Ausdruck, die in ihrer ganz überwältigenden Mehrheit ihrer Sendung und Arbeit vorbildlich entsprechen", sagte Kopp.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
07.08.2011
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web