
Die größte "Kleingruppe" aus dem Bistum: Vom Westrand des Münsterlands fahren 156 Jugendliche zum Weltjugendtag.
Aus dem Westmünsterland machen sich 156 Jugendliche auf
Große Erwartungen an Madrid
Bistum. Sie nennen sich "Die Besten im Westen", die Weltjugendtagspilger vom Westrand des Münsterlands. Sie könnten aber auch "Die Meisten im Bistum" heißen: Aus Velen, Ahaus, Gescher, Gronau-Epe, Raesfeld und Reken macht sich eine übersichtliche Gruppe von 156 Jugendlichen auf nach Spanien.
"Ich habe zum Beispiel in Schulklassen Videos gezeigt, die Weltjugendtagsteilnehmer im Internet veröffentlicht haben. Die transportieren richtig Stimmung – mehr als die offiziellen Filme", berichtet Jürgen Schulze Herding, Pastoralreferent in Velen und Leiter der "Expedition". Die Werbung hatte Erfolg: Velen stellt ein Drittel der Gruppe, auch aus den Nachbarorten signalisierten Pfarreien Interesse. So entschloss man sich im Bistums-Westen, Busreise und Quartier gemeinsam zu organisieren.
Dass der Aufwand lohnt, da ist Schulze Herding sicher: "Der Weltjugendtag bringt mehr als ein Jahr Jugendarbeit." Damit will er nichts gegen das Engagement vor Ort sagen. Er verweist auf Erfahrungen von 2005: "Nach dem Weltjugendtag in Köln hat sich bei uns eine Jugendgruppe gebildet." Sie heißt "Sektor B 16 plus", nach dem Sektor, in dem die Velener die Kölner Abschlussmesse mit dem Papst miterlebten. Das "plus" stehe für Offenheit: "30 Leute haben damals angefangen, und so viele sind das heute immer noch." Und das, obwohl mancher die Gruppe etwa wegen des Studiums verließ – Jüngere rückten nach.
"In der Gruppe hat es eine Berufung zur Pastoralreferentin gegeben." Zudem stelle der "Sektor" zwei, drei Aktionen im Jahr auf die Beine, bei denen die Gruppe Geld einnimmt, das sie einem guten Zweck spendet. "Und ich kann die jungen Leute immer ansprechen, wenn mal etwas zu tun ist."
Schwierig war die Reiseplanung für 156 Mitfahrer aus so vielen Orten. "Aber wozu habe ich denn Mathe studiert?", fragt Schulze Herding und seufzt. Es habe sogar ein Treffen aller Jugendlichen gegeben: "Ein Mal. Wir haben lange gesucht, damit es nicht mit den Terminen der vielen beteiligten Orte kollidiert." Da sei nicht nur Organisatorisches besprochen worden, sondern die Teilnehmer – fast alle hatten kommen können – hätten sich auch kennen gelernt. Und ein einheitliches T-Shirt erhalten: "Grasgrün, wie das Münsterland."
Die Vorfreude halten "Die Besten im Westen" per E-Mail hoch: Jede Woche gibt es eine Nachricht, und schon die Rubriken machen Spaß: In "Wer sich freut" stellen sich Mitfahrer vor, in "Wichtiges vom Chef" finden sich Papst-Zitate zum Thema Weltjugendtag. Spanische Vokabeln enthält eine weitere Rubrik – vom "Gegrüßet seist du, Maria" bis zu Nützlichem für den Alltag. Wobei die Gruppenverantwortlichen froh sind, dass die Mails intern sind und kein Spanisch-Lehrer sie liest. Denn "ännfrännte" für "gegenüber" trifft zwar die spanische Aussprache ziemlich gut, taugt aber wohl nicht für Klassenarbeit und Diktat.
Sechs besondere Pilger begleiten "Die Besten im Westen" nach Pamplona und Madrid: Firmlinge aus Reken haben sich für verschiedene Arbeiten "vermietet". Ihre Geldeinnahmen ermöglichen es einem halben Dutzend Jugendlichen aus der Partner-Pfarrei in Kenia, mit den Rekenern den Weltjugendtag zu erleben.
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Text: Jens Joest | Foto: privat in
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