
Hermann Wissmann aus Lüdinghausen hat die Jakobus-Statue erstellt.
Mein Denkmal und ich (268): Jakobus-Bildstock in Herbern
Schutzpatron blickt auf die Pilger
Ascheberg-Herbern. Vor drei Jahren wurde der erste westfälische Jakobsweg im Ascheberger Ortsteil Herbern feierlich eröffnet. "Vor allem unser inzwischen leider verstorbener Vorsitzender, Theo Reimann, hat sich dafür eingesetzt, dass die Pilgerstrecke durch unser Dorf führt", sagt Josef Bernsmann. Überrascht ist der 67-Jährige, wie gut der Pilgerweg angenommen wird. Zwei bis drei Pilger, die am Gepäck und an der Jakobsmuschel zu erkennen sind, kommen täglich durch Herbern. "Die Stempelstelle ist in unserer Kirche. Dort liegt ebenso ein Buch aus, in das die Pilger schreiben können. Mehr als 800 Eintragungen haben wir schon gezählt", sagt Bernsmann, der seit eineinhalb Jahren dem 450 Mitglieder zählenden Heimatverein vorsteht. Mit dieser Resonanz hatte niemand gerechnet.
Während einer Radtour des Heimatvereins vor zwei Jahren, die Mitglieder und Freunde von Ladbergen nach Herbern führte, kam Bernsmann mit dem Künstler Hermann Wissmann aus Lüdinghausen ins Gespräch. "Er erzählte, dass er bereits mehrfach Teile des Jakobswegs gegangen sei und die Pilger sich freuten, wenn sie auf ihrem Weg unterwegs Zeichen des Glaubens entdeckten. Dann hat er gesagt: 'Ich mache euch eine Figur, und ihr müsst nur den geeigneten Platz dafür finden.'" Das war die Geburtsstunde des Jakobus-Bildstocks am Weg zwischen dem Dorf Herbern und dem Schloss Westerwinkel.
Josef Bernsmann. |
Seit einem Jahr steht nun die mannshohe Holzfigur in einem eigens vom Heimatverein errichteten Fachwerkhäuschen am westfälischen Jakobsweg. Wissmann, der seit vielen Jahren in der Kunstschule im Schloss Senden arbeitet, hat die Jakobus-Statue aus dem Stamm einer Linde gearbeitet. Sie ist mit den typischen Merkmalen des Apostels Jakobus – dem Pilgerstab, dem Gebetbuch, dem Hut und der Jakobsmuschel – ausgestattet und schaut mit klarem Blick und zielgerichtet nach Südwesten in Richtung Santiago de Compostela. Damit gebe sie zusätzlich Trost und Hoffnung für den weiteren Weg, erklärte der Künstler vor einem Jahr bei der Segnung in der St.-Benediktus-Kirche.
Die Familie Raguse stellte an ihrer Grundstücksgrenze den Platz zur Verfügung. Gepflegt wird das Areal vom Heimatverein. Nun lädt der Schutzpatron Pilger und Spaziergänger zu einer kurzen Rast und einem Gebet ein.
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Text: Michaela Kiepe | Fotos: Michaela Kiepe in
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