
Der Emmaus-Bildstock als Sinnbild für die Auferstehung Jesu Christi.
Mein Denkmal und ich (260): Der Emmaus-Bildstock in Raesfeld
Zeugen des Auferstandenen
Raesfeld. Viele Jahre hat der 60-jährige Zimmerer- und Tischlermeister Heinz-Josef Süthold über die Konstruktion eines Bildstocks nachgedacht. Es wurde experimentiert und ausprobiert, viele Ideen aber auch wieder verworfen. Der "Reifeprozess" für eine Wegestation an der Peripherie von Raesfeld nahm dann zwischen den Jahren 1998/99 konkrete Formen an.
Einen Steinwurf vom Wohnhaus entfernt, am Horter Weg, sollte der Bildstock stehen. Heinz-Josef Süthold setzte die Eichen-Holzkonstruktion mit einer Höhe von 3,50 Metern auf eine Betonplatte. Die Verkleidung besteht aus wetterunempfindlichen Trespa-Vollkunststoffplatten. Für den Innenraum wurde Lärchenholz verwendet, das mit Zementputz gestrichen ist. Die Unterkonstruktion ist aus Maschendraht. Das war Anfang 1999. Im April 2002, am Ostersonntag, kam es zur Segnung der Wegestation "Emmaus" mit der Beschriftung "Unterwegs – Jesus ist mit Dir" mit den drei Figuren: zwei Emmaus-Jünger und Jesus.
Der in der Schlossgemeinde auf dem Brink ansässige bekannte Holzschnitzer und Künstler Josef Grasedieck hatte den künstlerischen Part übernommen und lieferte die 1,20 Meter hohen Figuren – aus Lindenholz geschnitzt – pünktlich zur Segnung ab.
Heinz-Josef Süthold. |
Wie kam Heinz-Josef Süthold auf die Motive für die Emmaus-Wegestation, die als Auftrag mehr als 20 000 Euro gekostet hätte?
"Das hat mit meinem Glauben zu tun. Wir sind das ganze Leben unterwegs, und Jesus begleitet uns vom Anfang bis zum Ende. Die Auferstehung Jesu und die Emmaus-Jünger sind für mich ein Zeugnis des Glaubens und der Wahrheit."
Emmaus ist ein im Lukas-Evangelium erwähnter Ort der Begegnung zweier Apostel mit dem auferstandenen Jesus. Lukas berichtet, zwei Jünger seien von Jerusalem nach Emmaus gegangen und seien dabei dem auferstandenen Jesus begegnet, ohne ihn zuerst zu erkennen.
Nach Auffassung von Heinz-Josef Süthold gibt es viel zu wenige Symbole und Zeichen dafür, das Jesus auferstanden ist. Der Bildstock soll ein sichtbares Zeichen und ein Glaubenszeugnis sein.
Pfarrer Johannes Arntz sagte bei seiner Ansprache während der Segensfeier: "Wir Christen müssten mit einem Lächeln durchs Leben gehen, weil wir wissen, dass das Leben nicht mit dem Tod endet, sondern neu beginnt."
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Text: Hermann Tünte | Fotos: Hermann Tünte in
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