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30.09.2016
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Die Mutter des Guten Rates

Einfache, bodenständige und volksnahe Helferin : "Die Mutter des Guten Rates" in der Wallfahrtskapelle Buddenbaum.

Schnörkellos schön

Der Wallfahrtsort Buddenbaum

Buddenbaum. Schnörkel sucht man hier vergeblich. Die schlichte Backsteinkapelle in der Bauerschaft Buddenbaum nahe Warendorf-Hoetmar hat eine andere Schönheit. Die dichten Blätter der Linden- und Kastanienbäume etwa, die den Bau aus dem Jahr 1735 säumen. Oder das Wildgehege direkt daneben. Sicher auch die Stille fernab großer Verkehrswege zwischen grünen Feldern und Alleen.

Sie braucht keinen Prunk, denn sie strahlt auch von innen. Dort steht das Marienbild aus Baumberger Sandstein, das auf die Zeit um 1450 datiert ist. Zur "Mutter des guten Rates" sind wohl schon damals die Menschen gepilgert. Schon Anfang des 17. Jahrhunderts wird vom Pfarrer in Hoetmar erwähnt, dass es "außerhalb des Sprengels eine Kapelle der Heiligen Jungfrau Maria gibt, in welcher Wunder geschehen". Eines dieser Wunder hatte ein besonderes Nachspiel: Als der Rechtsanwalt Wilhelm Georg Struick nach dem Gebet in Buddenbaum von Lähmungen befreit wurde, baute er aus Dank die heutige Kapelle.

Seine Geh-Hilfen hängen heute noch neben dem Altar. Es gibt viele weitere Zeichen der Dankbarkeit. So viele, dass nur ein Teil in einer Vitrine ausgestellt werden kann. "Votivgaben aller Art", erklärt Heiner Ruthmann. "Oft extra gefertigt, aber auch viele Dinge des alltäglichen Gebrauchs, etwa Uhren oder Broschen, die auf spontane Danksagungen deuten." Ein Großteil dieser Gaben wird im Tresor aufbewahrt, um sie zur Wallfahrtswoche neben dem Altar zu präsentieren.

Heiner Ruthmann erkennt in vielen Votivgaben tiefe Dankbarkeit.

Heiner Ruthmann erkennt in vielen Votivgaben tiefe Dankbarkeit.

Ruthmann ist Vorsitzender der Kapellengemeinde, jenes Vereins mit Mitgliedern aus der Bauerschaft Buddenbaum und den angrenzenden Bauerschaften, die sich intensiv um die Wallfahrt bemühen. "Die Kapelle lebt davon, dass die ganze Nachbarschaft aktiv ist", erklärt er. Die Pflege der Anlage drumherum gehört dazu. Das Bewirten angemeldeter Pilgergruppen mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen auch. Und natürlich die Organisation der jährlichen "Kapellenwoche", mit Kranzbinden, Fahnen aufstellen, Bewirtung und Rahmenprogramm. "Da sind hier dann alle im Einsatz, vom Zehn- bis zum 80-Jährigen."

Eine Verbundenheit, die lange Tradition hat. Und die den Wallfahrtsort nicht nur für die Menschen aus den angrenzenden Pfarrgemeinden attraktiv macht, die in der Festwoche in großen Prozessionen herkommen. "Das ganze Jahr über kommen Menschen, fast immer brennen Kerzen", sagt Ruthmann. "Ich staune oft, wenn ich die vielen fremden Autokennzeichen auf dem Parkplatz sehe."

Kapellenwoche: Wallfahrten sind Festtage

Die Wallfahrtswoche in Buddenbaum hat eine lange Tradition: In der Woche nach dem Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) stehen täglich Prozessionen aus den benachbarten Pfarrgemeinden und heilige Messen auf dem Programm, für die es einen musikalischen und kulinarischen Rahmen gibt. Die diesjährige "Kapellenwoche" beginnt am Sonntag, 3. Juli, mit der Fußwallfahrt aus St. Lambertus in Hoetmar und endet am Sonntag, 10. Juli, mit dem musikalischen Ausklang auf dem Kapellenplatz.

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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
15.05.2011

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