
Ein Bild des seligen Johannes Paul II. stand im Altarraum des Domes; es wurde feierlich von Bischof Genn inzenziert.
Dommesse als Dank für die Seligsprechung
Bischof Genn: Wozu Johannes Paul II. ermuntert
Bistum. Das Gedenken an den seligen Papst Johannes Paul II. kann nach Meinung von Bischof Felix Genn die Gläubigen zu einem Aufbruch aus dem Glauben ermutigen. Man wolle dem neuen Seligen der Kirche ein ehrendes Andenken bewahren, sagte Bischof Genn am Sonntag (08.05.2011) in einer feierlichen Eucharistiefeier im münsterschen St.-Paulus-Dom aus Anlass der Seligsprechung am 1. Mai in Rom.
Bischof Felix erinnerte an die Besuche des seligen Papstes Johannes Paul II. in Münster und Kevelaer. Er verwies auf die Taten, Gesten und Worte und "die Kraft seiner Persönlichkeit". Wohl jeder trage ein Bild von Papst Johannes Paul II. in sich, meinte Genn. Vieles lasse sich von ihm erzählen: Bischof em. Reinhard Lettmann könne von den vielen Begegnungen mit dem Heiligen Vater berichten oder auch Domkapitular Martin Hülskamp aus seiner Zeit im Staatssekretariat im Vatikan.
Was Johannes Paul II. wichtig war
In der Dankmesse für die Seligsprechung wollte Genn aber vor allem der Hauptintention des jetzt seligen Papstes folgen: "Christus zu verkündigen – das war sein Grundanliegen." Genn ging auf das Sonntagsevangelium mit der lukanischen Erzählung von den Emmausjüngern ein und verwies auf das Schreiben Johannes Paul II. zum Eucharistischen Jahr 2005. Dessen Titel (Mane nobiscum domine) habe die Bitte der Emmausjünger aufgegriffen: "Bleibe bei uns, Herr".
Die päpstliche Botschaft habe gelautet: Im Mysterium Jesu Christi kläre sich das Geheimnis des Menschen auf, weil in ihm der Erlöser der Menschheit gekommen sei. Ihm können die Menschen nach den Worten des Bischofs in der sonntäglichen Eucharistiefeier begegnen. Deshalb sei es dem jetzt seligen Papst wichtig gewesen, den Blick der Kirche "auf diese innerste Mitte zu konzentrieren". Dies sei das letzte Vermächtnis von Johannes Paul II.: "Der göttliche Wanderer auf den Straßen unseres Lebens – in der Eucharistie und in seinem Wort geht er mit uns. Da wo wir einsam und traurig sind, wo wir die Dinge des Lebens, die wir erfahren haben, nicht verstehen können, gesellt er sich unerkannt zu uns." Im Gottesdienst und im persönlichen Lesen der Heiligen Schrift schenke er Licht für den Weg.
Genn: "Der göttliche Wanderer auf den Straßen unseres Lebens – in der Eucharistie und in seinem Wort geht er mit uns. Da wo wir einsam und traurig sind, wo wir die Dinge des Lebens, die wir erfahren haben, nicht verstehen können, gesellt er sich unerkannt zu uns." |
Der Gang nach Emmaus als Programm
Genn habe bei der Lektüre dieses Papst-Textes einen Bezug zur aktuellen Situation im Bistum Münster gefunden: Johannes Paul II. habe betont, er wolle mit der Ausrufung des Eucharistischen Jahres kein Pastoralkonzept einer Diözese durchkreuzen. Er wolle es vielmehr in der "Tiefe des eucharistischen Mysteriums gründen". Genn betonte: "Wie sehr gilt das für uns, die wir uns Gedanken machen über unsere Strukturen, den Kopf zerbrechen und manchmal zu wenig das Herz: Das eigentliche Programm ist der Gang nach Emmaus."
Dies entfaltete der Bischof weiter: Es gehe darum, "Christus in Wort und Sakrament zu begegnen, das Herz brennen zu lassen und es in der Schule der Liebe weiterzusagen". Vielleicht gehe es Christus "auch heute mit uns bei all den Diskussionen und Streitereien in der Kirche so wie mit den Jüngern von Emmaus: Wie schwer fällt es euch zu glauben." Den Menschen von der Begegnung mit dem auferstandenen Herrn zu berichten wäre das eigentliche Pastoralprogramm, wozu das Beispiel des neuen Seligen ermuntere, sagte Bischof Felix.
Mehrere hundert Gläubige im Dom
Mehrere hundert Gläubige feierten die Messe aus Anlass der Seligsprechung vor einer Woche mit dem Bischof und dem Domklerus; sie wurde von der "Capella Ludgeriana" unter Leitung von Domkapellmeister Andreas Bollendorf musikalisch gestaltet.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
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