
Das Kreuz vor dem Haus der Familie Oetterer symbolisiert die Erlösung.
Mein Denkmal und ich (257): Das Kreuz in Dorsten-Rhade
Erlösung statt Leiden
Dorsten-Rhade. Er überlebte Krieg und Gefangenschaft sowie das Nachkriegselend wie viele seiner Landsleute und Nachbarn auch. Den pensionierten Stadtjugendpfleger und passionierten Heimatforscher Fritz Oetterer (84) aus Dorsten-Rhade ließ diese Zeit nie los. Immer wieder beschäftigte er sich mit der Frage: Wie konnte das alles geschehen, und was war mit denen, die unter Nationalsozialismus und Krieg gelitten haben? Die Auseinandersetzungen der christlichen Weltanschauung mit dem Nationalsozialismus brachten ihn dazu, die Arbeit für und mit der Jugend zu seinem Lebensberuf zu wählen.
Vor dem Hintergrund seiner Kriegserlebnisse wuchs seine Dankbarkeit gegenüber Gott, dass er diese Zeit relativ heil und gesund überlebte, und er setzte seinem Dank ein sichtbares Zeichen.
Vor zehn Jahren beauftragte der aus Ahlen gebürtige Fritz Oetterer den Rhader Steinmetz und Bildhauer Kuehn, ihm aus Stein eine Kreuzstele zu gestalten, die der praktizierende Katholik und langjährige Vorsitzende der Rhader Caritas in den Eingangsbereich seines Hauses in Rhade stellte.
Das Kreuz symbolisiert aber nicht das Leiden, sondern die Erlösung, und das Bildrelief stellt die Auferstehung Jesu dar. "Es vermittelt Hoffnung und Geborgenheit", sagt dazu Fritz Oetterer, dessen Frau Hiltrud die Kreuzsetzung unterstützte.
Fritz Oetterer. |
Christus ist in der Mitte des Kreuzes zu sehen. Seine erhobene linke Hand segnet. Die beiden äußeren Finger sind mit den Daumen zusammengefügt und symbolisieren den dreieinigen Gott, den Vater-Allherrscher, den Logos (das Wort) und den Geist. Die beiden ausgestreckten Finger stehen für die Gottheit und die Menschheit Jesus Christi. Diese Tradition der Darstellung kommt aus der orthodoxen Christenheit.
Die Geschichte der Wegkreuze und der Kreuzsymbolik im westfälischen Raum, die mit der Christianisierung beginnt, ist Schwerpunkt der Heimatforschung des siebenfachen Familienvaters und Großvaters von 17 Enkelkindern. In Heimatkalendern finden seine Beiträge dazu stets eine breite Leserschaft. Auch sollen seine Forschungsergebnisse demnächst als Buch erscheinen. Darin veröffentlicht er die von ihm erforschten Standorte von Klöstern, Domen und damit eingeschlossen die Wegekreuze, bezogen auf Westfalen.
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