
Festlich beleuchtet und voll besetzt war der Dom zu Münster beim Jugendgebetsabend.
"Jesus zündet immer noch"
Jugendgebetsabend mit Blick auf den Weltjugendtag in Madrid
Bistum. Nach Sydney und Köln war er wieder da, ganz am Ende des einstündigen Jugendgebetsabend am Freitag (08.04.2011): Der Weltjugendtags-Funke, der übersprang und alle mitriss. Die effata-Band von der Jugendkirche Münster spielte zum zweiten Mal den neuen Weltjugentagssong "roots to grow – wir sind verwurzelt, verwurzelt in Jesus Christus", als die rund 600 Jugendlichen im St.-Paulus-Dom Münster anfingen mitzusingen und zu klatschen. "Verwurzelt im Glauben an Jesus Christus" lautete das Motto des Abends, angelehnt an die Überschrift des Weltjugendtages in Madrid vom 15. bis 21. August in Madrid.
Vorbereitet wurde der Abend von der Diözesanstelle Berufe der Kirche, Kaplan Michael Rupieper, Thorsten Schmölzing, Jugendseelsorger und Heiner Zumdohme, Oldenburgischer Landesjugendseelsorger und Landespräses des BDKJ. Eingeladen waren Jugendgruppen und Firmlinge aus dem ganzen Bistum. Herrschte zu Beginn noch eine verhaltene Stimmung, so schaffte es ein gelöster und entspannter Bischof Felix Genn in seiner Predigt, auch das ein oder andere Lachen zu entlocken: "Beziehung, Freundschaft, Liebe – was ist das?", fragte er mit offenen Armen, "da läuft ein Mensch einem anderen nach. Ein Junge einem Mädchen oder umgekehrt", beschrieb er und sagte weiter: "Man beginnt, sich füreinander zu interessieren." Nicht anders sei es bei Jesus und seinen Aposteln gewesen, sie seien ihm hinterhergelaufen und er habe sich umgedreht und gesagt: 'Kommt und seht.' Es seien immer Menschen gewesen, die auf die Faszination Jesu Christi aufmerksam gemacht hätten: "Deswegen sage ich auch immer gerne, der Glaube kommt auf zwei Beinen", ergänzte Bischof Felix Genn.
Andere Menschen als Glaubenszeugnisse
Andere Menschen seien wichtig um von Jesus Christus zu erfahren. Sehr persönlich berichtete der Bischof, wie es ihm ergangen sei. Er sei damals 32 Jahre alt, als sein Vater starb: "Über den Glauben wurde nie viel geredet, aber da habe ich gespürt worin meine Mutter gegründet und verwurzelt war." Er sei Priester geworden, weil er gerne mit Menschen zu tun habe. Auch habe er immer gerne mit jungen Menschen diskutiert und dabei gemerkt: "Jesus zündet immer noch. In unterschiedlichen Biografien. Eine tote Leiche kann nicht mehr zünden. Er ist lebendig."Zweifeln am Glauben seien erlaubt: "Sonst ist es doch keine Beziehung, wenn ich nicht fragen darf! Aber es stärkt meinen Glauben, wenn ich weiß, im August darf ich mit so vielen jungen Leuten nach Madrid fahren!"
Einstimmung geht im Juni weiter
Mit dem Klassiker "Tausend Jahre wie ein Tag" als Zugabe wurden die Jugendlichen aus dem Dom verabschiedet. Dabei erhielten alle ein kleines Gebetskärtchen. Für Michael Bohne vom Priesterseminar Münster, der gerade als Gemeindepraktikant unterwegs ist, war dieser Jugendgebetsabend ein erster Einstieg: "Man kriegt so langsam das Gefühl, dass es losgeht", sagte er. Für seinen Kollegen Oliver Rothe, der gerade Gemeindepraktikant an St. Stephanus in Beckum ist, kam der Auftakt zum WjT genau richtig: "Wir sind mit 120 Jugendlichen hergekommen und waren schon den ganzen Nachmittag da." Mit Kirchenquiz und Domführung habe man die Firmlinge einstimmen können.
Hinweis:
Wer sich auch auf den WjT einstimmen möchte, hat wieder am Freitag, 10. Juni, 19.30 Uhr im St.-Paulus-Dom dazu Gelegenheit. Weihbischof Christoph Hegge wird mit Jugendlichen den Jugendgebetsabend feiern.
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Text: Marie-Theres Langsenkamp | Foto: Marie-Theres Langsenkamp
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