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25.05.2012
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Mein Denkmal und ich.

Das Betonkreuz in Langförden steht für den Weg aus der Sucht.

Mein Denkmal und ich (252): Beton-Wegkreuz in Vechta-Langförden

Nach dem kalten Entzug

Vechta-Langförden. Am Anfang stand ein "kalter Entzug". So nennen es Fachleute, wenn Suchtkranke sich schlagartig ohne Therapeuten und Medikamente von der Sucht zu lösen versuchen. Das Wort "versuchen" lässt tief blicken – denn kaum einem gelingt es. Clemens Evers aus Langförden bei Vechta hat es geschafft, zur Verwunderung aller Fachleute. Sein Anstoß war: Ehefrau Karin sowie die Kinder Jens und Annette drohten ihm endgültig verloren zu gehen. Das war die entscheidende Herausforderung für ihn.

Der Unternehmer für Betonarbeiten und Schalungsbau ist schon immer ein Mensch gewesen, der sich Herausforderungen stellte, auch in seinem Betrieb, der besondere Auszeichnungen erhalten hat. Clemens Evers entschied sich in dieser Krise deshalb für den Kampf gegen den Alkohol, entwarf einen eigenen Feldzug, siegte über die Sucht. Am 15. Oktober 1993; seitdem ist er "trocken".

Clemens Evers.

Um den Kampf gegen die Sucht auch auf Dauer zu gewinnen, schloss er sich dem Kreuzbund an, der katholischen Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke. Dort fand Clemens Evers nicht nur Halt, im Lauf der Jahre wusste er auch anderen Halt zu geben. Im oldenburgischen Landesvorstand hat er sechs Jahre Verantwortung getragen, noch heute leitet der 62-Jährige die Kreuzbundgruppe in Dinklage mit rund 20 Betroffenen.

In seinem Familienbetrieb beschäftigt er inzwischen 50 Mitarbeiter, jeder fünfte war früher drogen- oder alkoholabhängig. Ihnen versucht er auf väterliche Art den Weg zurück zu ebnen. Alle Fachleute hielten und halten ein solches Modell für kaum möglich – bei Clemens Evers klappt es bei fast allen Betroffenen.

Das Kreuz am Rand seines Betriebsgeländes sieht er als Signal für den Weg aus der Sucht. Er hat es selbst entworfen: mit dem Symbol des Kreuzbunds, aber auch mit einem Kreuz, das einen Durchblick gestattet. "Wie nach dem Entzug. Erst dann hat man wirklich den Durchblick", sagt Clemens Evers.

Der Unternehmer hat es eigenhändig geschalt und betoniert, mit anderthalb Kubikmeter Beton. Gut vier Tonnen wiegt das Kreuz. "Es ist im übertragenen Sinn keine Last, weil man hindurchschauen kann", betont Evers. Auch im wirklichen Leben komme man ohne Offenheit nicht aus. Sondern stoße schnell vor eine Wand.

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Text: Franz Josef Scheeben
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26.03.2011

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