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24.05.2012
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Kreisdekanatsversammlung in Warendorf-Freckenhorst

Die Kreisdekanatsversammlung in Warendorf-Freckenhorst beschäftigte sich mit den Strukturveränderungen. Vorn im Bild (v. l. n. r.): Kreisdechant Peter Lenfers, Weihbischof Zekorn, Generalvikar Kleyboldt, Wilfried Renk (Stabstelle Gemeindefusion im Generalvikariat), Kreisdekanatsgeschäftsführer Michael Spanke und Personaldezernent Köppen.

Warendorfer Kreisdekanatsversammlung zum Strukturplan

Eine Neuigkeit und viel Bekanntes

Kreisdekanat Warendorf. Eine Neuigkeit, aber ansonsten nur Bekanntes gab es am Dienstag (22.02.2011) bei der Kreisdekanatsversammlung in Warendorf-Freckenhorst. Will heißen: Die Neustrukturierung der Pfarreien in der östlichsten Bistumsregion ist weit vorangeschritten und damit auf der Zielgeraden.

21 Pfarreien sieht der Struktur- und Stellenplan für das Kreisdekanat Warendorf vor, den Weihbischof Stefan Zekorn, Generalvikar Norbert Kleyboldt und Personaldezernent Domkapitular Hans-Bernd Köppen den 200 haupt- und ehrenamtlichen Vertretern aus den Kirchengemeinden vorstellten. Derzeit sind es im Kreisdekanat noch 41 Pfarreien.

Bistumsweit von 689 auf 176 Pfarreien

1999 – vor Beginn der Strukturreform im Bistum Münster – gab es noch 66 Kirchengemeinden im Kreisdekanat. Für die gesamte Diözese soll es nach den derzeitigen Planungen der Bistumsleitung ab 2015 noch 176 Pfarreien geben. Derzeit sind es noch mehr als 300, vor zwölf Jahren waren es 689 Gemeinden.

Der neue Struktur- und Stellenplan für die Pfarreien soll im Herbst von Bischof Felix Genn in Kraft gesetzt werden. Bis spätestens 2015 sollen sich die Pfarreien gebildet haben; der neue Stellenplan wird bereits jetzt nach und nach bis 2020 umgesetzt. Damit käme der seit 1999 laufende Prozess der Neustrukturierung zu einem Abschluss.

Zusammenlegung in Hamm

Die einzige Neuigkeit, die Köppen den Pfarrei-Vertretern präsentierte, ist die gewünschte Zusammenlegung der Kirchengemeinden Clemens August Graf von Galen und Papst Johannes im Norden Hamms. Ansonsten enthielten die Pläne der Bistumsleitung nichts Unerwartetes.

Auch in Ahlen, wo es heftige Auseinandersetzungen um die Zusammenführung der St. Bartholomäus, St. Bonifatius und St. Marien gegeben hatte, erhofft man, dass sich durch die Ernennung eines neuen Pfarrers die Wogen glätten. Bei der Kreisdekanatsversammlung wurde bekannt, dass sich am Wochenende ein Geistlicher den Gremien der noch eigenständigen drei Pfarreien vorstellen will.

Situation der Ehrenamtlichen

In der Diskussion der Pfarreien-Vertreter mit der Bistumsleitung ging es vor allem um die Situation der Ehrenamtlichen. Groß sei die Sorge, dass sich immer mehr Ehrenamtliche durch die Fusion von Pfarreien zurückzögen. Viele Laien, die vormals in den örtlichen Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen tätig gewesen seien, verabschiedeten sich und seien nicht mehr aktiv, bemängelten Vertreter der Region.

Domkapitular Köppen warnte vor einer Fixierung auf gewählte Gremien. Auch in den Teilgemeinden könnten Laien weiterhin tätig sein. Außerdem hätten Pfarrgemeinderäte die Möglichkeit, Ortsausschüsse zu bilden. Diese könnten weiterhin Verantwortung für das kirchliche Leben in den Teilgemeinden übernehmen. Weihbischof Zekorn gab zu bedenken, dass die weitaus größte Zahl der Ehrenamtlichen nicht in gewählten Gremien tätig sei, sondern in Verbänden, Gruppen und Diensten. Der neue Regionalbischof versprach Unterstützung, er wolle das Anliegen in die weiteren Überlegungen einbeziehen.

Diskussion mit dem neuen Weihbischof Stefan Zekorn.

Diskussion mit dem neuen Weihbischof Stefan Zekorn.

Freiraum für die Gestaltung vor Ort

Generalvikar Kleyboldt sagte den künftig weniger Kirchenvorständen Hilfe zu. Außerdem verwies er darauf, dass den Pfarreien in der konkreten Gestaltung der kirchlichen Arbeit vor Ort bewusst viel Freiraum gegeben werde. Die Verantwortlichen in den Pfarreien könnten so Formen finden, die der örtlichen Situation angemessen seien. Man dürfe aber nicht der Gefahr erliegen, dass alles bleibe wie bisher; deswegen sei Kreativität erwünscht.

Wie auch schon bei anderen Kreisdekanatsversammlungen gab es unterschiedliche Ansichten zum Einsatz von Priestern der Weltkirche. Personaldezernent Köppen erklärte, die Geistlichen sollten intensiver auf ihren Einsatz in den Pfarreien vorbereitet werden. Dazu gehörten mehr Deutschunterricht, aber auch ein Pastoralkurs, um qualifizierter mit der seelsorglichen Situation vor Ort umgehen zu können.

Künftig Stellenausschreibungen für Pfarrer und Pensionäre

Überdies kündigte der Personaldezernent an, dass ab 1. März frei werdende Pfarrenstellen im Bistum ausgeschrieben würden, damit sich wechselwillige Kleriker darauf melden könnten. Ebenfalls bekannt gemacht werden sollen Stellen, für die sich emeritierte Geistliche melden könnten, wie Köppen berichtete. Er hofft, dass Ruheständler, die noch teilweise tätig sein wollten, sich so besser auf die Diözese verteilten.

Große Einigkeit herrschte bei der Frage, dass man sich nach der zähen Strukturdebatte "endlich" wieder auf Inhalte konzentrieren wolle. Der Entfremdung vieler Menschen vom kirchlichen Leben müsse Einhalt geboten werden, meinte ein Pfarrei-Vertreter. Weihbischof Zekorn pflichtete dem bei: Zwar gebe es ein Zeitfenster für die Zusammenlegung der Pfarreien bis 2015 – es dürfe aber durchaus schneller gehen, wenn dies vor Ort möglich sei. Es gehe darum, sich gemeinsam auf den Weg des Glaubens zu begeben. Aus Lebenserfahrung wisse er, dass sich aus Schwierigem Gutes entwickeln könne. Jesus Christus sei das Fundament, auf dem die Gemeinden stünden.

Rückgang des kirchlichen Lebens

Eingeführt hatte Domkapitular Köppen mit einem Blick auf die demografischen Veränderungen in der Gesellschaft (Stichwort Überalterung). Der nächste Blick ging auf den Wandel des kirchlichen Lebens (Köppen: "Auch wenn Zahlen nicht alles sagen."). So ging die Katholikenzahl im Kreisdekanat Warendorf von rund 221.000 (im Jahr 1970) auf rund 214.000 im Jahr 2009 zurück. Die Gottesdienstbesucherzahlen sanken im gleichen Zeitraum von rund 111.000 auf rund 27.000 Gläubige. Ein ähnliches Bild zeichnete Köppen bei den Taufen (1970: 3.400; 2005: 1.900) und Trauungszahlen (1970: 1.300; 2005: 470), die ebenfalls rückläufig seien, während das Niveau der Beerdigungszahlen (1970: 2.000; 2005: 2.200) hoch bleibe bleibe.

Stark rückläufig sind nach Darstellung von Köppen auch die Zahl der Priester, Diakone und Pastoralreferenten und -referentinnen. Köppen betonte, dass der neue Stellenplan den Pfarreien und auch den Hauptamtlichen mehr Sicherheit geben soll. Bewusst gebe es aber in diesem Rahmen die Freiheit, das konkrete pastorale Handeln vor Ort zu gestalten und wie sich die einzelnen Seelsorgerinnen und Seelsorger einbringen könnten. "Mit dem Stellenplan möchten wir eine gerechte Verteilung der Priester und der hauptamtlich tätigen Laien erreichen. Wir schaffen Transparenz für jede Pfarrei, und wir schaffen eine verlässliche Planung für den Personaleinsatz", sagte Köppen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedStrukturplan für das Kreisdekanat Warendorf im Detail
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterStruktur- und Stellenplan: Häufig gestellte Fragen
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Gemeindekooperation

Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
23.02.2011

    1. Struktur- und Stellenplan: Häufig gestellte Fragen
    1. Übersicht: Neustrukturierung der Pfarreien im Bistum Münster
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