
Stabwechsel unter dem Zeichen der Caritas: Domvikar Klaus Winterkamp (l.) tritt die Nachfolge von Weihbischof Dieter Geerlings (r.) als Diözesanvorsitzender des Caritasverbandes im Bistum Münster an - mit den besten Wünschen von Bischof Felix Genn; im Hintergrund Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.
Feierstunde bei der Caritas
Abschied von Geerlings – Willkommen für Winterkamp
Bistum. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes und einer Feierstunde sind Weihbischof Dieter Geerlings nach 22-jähriger Tätigkeit als Diözesanvorsitzender des Caritasverbandes im Bistum Münster verabschiedet und Domvikar Klaus Winterkamp als sein Nachfolger eingeführt worden. Vor rund 250 Gästen würdigte am Montag (21.02.2011) Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes den Einsatz und das Engagement von Weihbischof Geerlings mit dem Brotteller, der höchsten Auszeichnung, die die deutsche Caritas zu vergeben hat.
Kessmann lobte den Weihbischof als jemanden, der sich im Rahmen seines Wirkens für die Benachteiligten und Schwachen der Gesellschaft so eingesetzt habe, dass dieser Einsatz für den Diözesancaritasverband zur grundlegenden Prägung seiner Arbeit geworden sei. Sein Zitat vom Beginn seiner Tätigkeit - "Die Armen sind unsere Herren, sie sind unsere Könige. Man muss ihnen gehorchen. Es ist keine Übertreibung, sie so zu bezeichnen; denn in den Armen ist unser Herr gegenwärtig" – sei zum Programmsatz für die Caritas geworden - sowohl für die Caritas im Bund wie für die im Bistum.
Pluralität der Träger
Wie kein Zweiter habe Geerlings sich für die Vielfalt der Verbände, Dienste und Einrichtungen eingesetzt, sagte Kessmann. "Er hat die Pluralität der Träger im Bistum Münster, die ja ein Charakteristikum der Arbeit der Caritas in unserem Bistum ausmacht, stets als Stärke beschrieben und die rechtliche Selbstständigkeit der Träger betont. Als herausragendes Ereignis in der Amtszeit von Geerlings würdigte Kessmann die "Tour de Caritas" im Jubiläumsjahr des Bistums 2005: Damals sei eine Gruppe 14 Tage an einem Stück unterwegs gewesen; 700 Kilometer mit dem Fahrrad, um an 45 Veranstaltungen teilzunehmen.
Als Vorsitzender des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands (KKVD) habe Geerlings noch einmal besondere Verantwortung für den Bereich der katholischen Krankenhäuser übernommen, sagte Kessmann. Ein Engagement, das der Präsident der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, lobend unterstrich. Geerlings habe den Krankenhäusern durch seine wohltuende Sachlichkeit gut getan, sagte Kösters.
Votum mit Nachhall
Geerlings habe sich stets zu grundlegenden Themen eingebracht, sein Votum habe immer Nachhall erzeugt und sein Einsatz für die Benachteiligten habe trotz aller unterschiedlichen Interessen, die in diesem Selbstverwaltungsgremium oft ungebremst aufeinanderstießen, Bewunderung hervorgerufen. Indem er das Gemeinsame und das Grundlegende betonte, habe er "detailversessene Heißsporne" abgekühlt. Geerlings habe auch die schweigen lassen, die konfessionelle Kliniken als Kuschelkrankenhäuser betrachteten. Kösters wünschte sich zum Abschied, Geerlings möge die Anliegen der Krankenhäuser künftig in die Deutsche Bischofskonferenz tragen.
Mathias Brinkmann, Geschäftsführer der Caritas Borken und Sprecher der örtlichen Caritasverbände in der Diözese Münster, bescheinigte Geerlings, ein "Mann mit Herz und Blick für Menschen in Not" zu sein. Er freute sich, dass die Caritas mit Winterkamp einen Nachfolger gefunden habe, der - wie er ihn kenne - mit einem richtigen Wort am richtigen Ort zur Stelle sein werde.
Winterkamp mit Engagement
Wie Geerlings die Berufung zum Weihbischof überrascht hatte, gestand auch Winterkamp, dass seine Ernennung ihn ohne Vorwarnung erreicht habe. Anfangs habe er sich schwer mit seinem neuen Amt getan, sagte Winterkamp. Doch bereits nach zwei Wochen könne er Dank dafür sagen. Am Engagement werde es nicht mangeln versprach er.
Dem Festakt war ein Gottesdienst in der Universitätsklinikenkirche vorausgegangen. Caritas und Pastoral gehörten eng zusammen, hatte Bischof Felix Genn in seiner Predigt gefordert. Es die Aufgabe der Caritas, gerade dort auf Momente aufmerksam zu machen, in denen wir Menschen nicht helfen könnten. "Wir tun alles, weil wir glauben, dass Gott in seiner Macht der Liebe auch da rettet, wo wir Ohnmacht spüren." Der Glaube werde im Gebet leibhaftig, ja konkret, sagte Genn. Wenn man an Gott glaube, ihm etwas traue, dann öffne sich etwas.
Genn: "Caritas lebt aus der Spiritualität des Gebets"
Gerade in der Arbeit der Caritas gebe es Grenzen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft nicht mehr weiter wüssten. Die Kraft der Liebe verleihe oft neue Möglichkeiten. Der Bischof wünschte sich, dass die Caritas aus der Spiritualität des Gebets lebe. Dann werde der Spruch wahr: "Der kann alles, weil er glaubt."
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
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