
Mit einem Glas Sekt stießen Bischof und Tollität auf die Lebenfreude an.
Bischof Felix Genn empfing den münsterschen Stadtprinzen Robert I.
Fusion von Kirche und Karneval klappt hervorragend
Münster. Eine "gute und liebe Tradition" sei der Empfang, den der münstersche Bischof für den jeweiligen Stadtprinzen und sein Gefolge gebe, so bedankte sich Tollität Robert Erpenstein am Samstag (18. 02.2011) bei Bischof Felix Genn für die Gelegenheit, dabei Kirche und Karneval zusammenzubringen.
Mit seinem Zitat von der "Torheit vor Gott" aus einem Paulusbrief überraschte das hochgewachsene Narrenoberhaupt Bischof Felix. "Sonst predige ich doch immer", lachte der und wählte statt eines geistlichen Wortes gleich drei Witze, um den typischen Humor seiner bisherigen Wirkungskreise im Saar-, im Rheinland oder dem Ruhrgebiet zu präsentieren.
Mit Prinzgardistenmütze und -schal
Dass darin sogar Papst Johannes Paul II. im Himmel hören muss, wie Petrus angesichts einer Schar von Teufeln Achsel zuckend von der auch hier notwendig gewordenen Fusion berichtet, ließ die versammelten Narren der Prinzengarde, der Stadtwache, der Prinzengarde sowie des Hofstaates rund um das Jugendprinzenpaar in schallendes Gelächter ausbrechen.
Und noch einer: Drei Herren namens Bäcker, Schreiner und Schmitz ereifern sich in einer Kneipe, welcher denn wohl den traditionsreichsten Stammbaum habe. Bäcker kann darauf verweisen, dass sein Urahn bereits das Brot gebacken habe, das im Abendsmahlssaal verzehrt wurde. Darauf kontert Schreiner, seine Vorfahre hätten bereits das Holz geschlagen, aus dem später die Arche Noahs gebaut wurde. Dann wirft sich der Rheinländer Schmitz in die Brust: „Ihr kennt doch de Adam un dat Eva. Un die beide woren doch verhieraot. So, un dat Eva: Dat wor ne jeborene Schmitz!!“
Generalprinzmarschall Andreas Wissing rief nach dem Einmarsch des bunten Zuges, der sich vom Rathaus über den belebten Samstagsmarkt bis zum Bischofshaus bewegt hatte, dem mit Prinzgardistenmütze und -schal ausstaffierten Bischof zu, dass man trotz aller närrischen Freude den Sinn des Lebens im Glauben finde.
Stunde der Ruhe und Einkehr
Jugendprinz Pascual Krimphove und seine Prinzessin Isabel Marxcors bedankten sich bei Felix Genn für seine "zeitgemäße Offenheit" gerade im Umgang mit der Jugend. Sie überreichten ihm ihren Sessionsorden ebenso wie der "große" Prinz, der sich im Übrigen schon sehr auf das am Sonntag (20. Februar) folgende Pontifikalamt mit den Freunden des Karnevals im Dom freute.
"Ich finde es toll, dass es diese Stunde der Ruhe und Einkehr gibt", so sagte er gegenüber kirchensite.de. "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist – aber eben auch Gott, was Gottes ist", das falle ihm angesichts des Gottesdienstes ein, von dem aus er - Berufsfeuerwehrmann im Leben jenseits der Narretei - mit neuer Kraft unter seinem Motto "Feuer und Flamme für Münster" in den Endspurt der Fünften Jahreszeit ziehen werde.
Nach dem Loren-Tanz stießen dann Kirche und Karneval, bunt gemischt, mit einem Glas Sekt auf Lebens- und Glaubensfreude an. Eine Fusion, die die volle Zustimmung der Gästeschar fand.
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Text: Heike Hänscheid, pd | Foto: Heike Hänscheid
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