
Die Christus-Stele der Familie Surmann stammt aus Litauen.
Mein Denkmal und ich (247): Die Christus-Stele in Lutten
Aus Litauen mitgebracht
Lutten-Goldenstedt. Eduard Surmann hatte diese Art der Christus-Darstellung zum ersten Mal in Litauen gesehen. Schon rund 50 Mal war er mittlerweile in der Region, mit Hilfstransporten, die er als ehrenamtlicher Ortsbeauftragter der Malteser Lutten-Goldenstedt seit 1996 maßgeblich organisiert. Um ein heruntergekommenes Krankenhaus im litauischen Kartena zu sanieren, ein Projekt für Straßenkinder aufzubauen oder – wie jetzt gerade – polnische Ordensschwestern bei der Fertigstellung ihres Konvents in Weißrussland zu unterstützen.
Und immer wieder waren sie ihm aufgefallen: die für Litauen typischen Darstellungen Christi nach der Dornenkrönung. Also fragte der 57-jährige Krankenpfleger nach – und fand heraus: "Die Litauer sind ein Volk, das viele Jahre unterdrückt war. Und oft haben mir Menschen erzählt, dass gerade diese Art der Darstellung ihnen sehr viel Halt gegeben habe."
Eduard Surmann, Lutten. |
So interessierte sich auch Eduard Surmann dafür. Besonders in dem Jahr, als seine eigene Mutter schwer erkrankte. Ihr Glaube und ihre Nächstenliebe seien ihm immer Vorbild gewesen, sagt er und erzählt von den "Tippelbrüdern", die früher immer mal wieder an der Haustür geklingelt hätten. "Geld hatten wir ja selbst nicht, aber ohne ein belegtes Butterbrot hat sie keinen weiterziehen lassen." Er kannte auch ihre Freude an Heiligendarstellungen. "Wir hatten hier bei uns in Lutten mit den Nachbarn in unserer Straße bei der großen Fronleichnamsprozession durch die Gemeinde immer einen Seitenaltar. Und groß war die Freude meiner Mutter, als irgendwann das Geld für eine Muttergottesfigur dafür übrig war."
So weiß er, dass sie sich auch über die Skulptur gefreut hätte, die er eines Tags von einem Hilfstransport mitbrachte. Statt Muttergottes oder Hofkreuz ziert eine litauische Christus-Stele den Vorgarten. Und so, wie sie jetzt vor seinem Haus an der Langfördener Straße steht, findet sie sich auch vor der Orts-Zentrale der Malteser. Litauische Gäste beim Weltjugendtag 2005 in Köln hatten sie als Geschenk mitgebracht.
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Text: Michael Rottmann | Fotos: Michael Rottmann in
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