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25.05.2012
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn predigte am Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag im Dom.

Bischof Felix Genn predigt in der Christmette:

"Unterwegs zur Wahrheit Gottes in Betlehem"

Bistum. "Da liegt es, auf Heu und auf Stroh." Diese schlichte Botschaft hat Bischof Felix Genn in den Mittelpunkt seiner Weihnachtspredigt gestellt: "Lassen Sie diese Botschaft nicht vergehen, so wie Sie eines Tages die Weihnachtsteller wieder in den Schrank stellen, sondern nehmen Sie diese Botschaft mit. Kann es einen denn nicht berühren, dass Gott sich so klein und demütig macht, auf Heu und Stroh zu liegen, ja sogar in mein Herz zu kommen?", fragte Genn in der Christmette am Freitag (24.12.2010) im überfüllten münsterschen St.-Paulus-Dom.

Der Bischof lud alle Menschen ein, sich von der Liturgie dieser Nacht und der Atmosphäre des Weihnachtsfestes neu ansprechen zu lassen, sich aber auch neu mit der Wahrheit der Weihnachtsbotschaft auseinanderzusetzen.

Weihnachten und Tod am Kreuz

Ausgehend von der Liedzeile aus dem Weihnachtslied "Ihr Kinderlein kommet" machte Genn deutlich, dass es genau darum gehe: "Irgendwie gehört es dazu, in dieser Nacht einmal einen Kirchraum betreten zu haben." Er freue sich, diese Botschaft auch in dieser Nacht verkünden zu dürfen: "Da liegt er, dieser Jesus, auf Heu und auf Stroh." Zugleich betonte der Bischof die Bedeutung der Weihnacht für das Kirchenjahr: Einmal werde der, der in der Krippe liegt, auch am Kreuz liegen. "Das sind die Pole seines Lebens: Heu und Stroh, Kreuz und Nägel. Das ist der Kern unseres Christseins: Diese eine Person."

Mit Blick auf die beiden Pole des Lebens Jesu erinnerte Genn an ein uraltes Gebet aus dem Alten Testament. Darin werde deutlich: Auf den Schultern des Kindes in der Krippe ruht das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens: "Ist es vielleicht das, was wir spüren, wenn wir hier her kommen. Dass es um Liebe geht? Dass es ohne Liebe nicht gehen kann?" Wer sich das trotz aller Bitterkeit, Resignation und allem Chaos im Leben bewusst mache, der sei schon unterwegs nach Betlehem, "unterwegs zur Wahrheit Gottes, die so Liebe ist, dass sie aus sich herausgehen muss". Weiter bezog sich Bischof Genn auf den Brief des Apostels Paulus an seinen Schüler Titus: Die Liebe fühle sich gedrängt, in der Welt zu erscheinen, "um alle Menschen zu retten" (Tit 2,11).

Ein Kind als Zeuge der Wahrheit

Das Hinterfragen der Wahrheit Gottes gehöre dazu. Bischof Genn lud dazu ein, "von der Oberfläche in die Tiefe einzutauchen", die auf den Grund des Herzens aller Menschen gehe. Er sei überzeugt davon, dass im Suchen und Ringen etwas zu spüren sei von dem Geheimnis, das die Hirten auf den Fluren Betlehems umfangen habe: "Die Hirten wussten auch nicht, wie ihnen geschieht, aber sie waren bereit, sich dem größten Geheimnis der Weltgeschichte zu stellen." Sie entdeckten ein Kind auf Heu und Stroh: "Es kommt also nicht mit Gewalt und politischer Macht, sondern als Kind, als Mensch, als Zeuge einer Wahrheit, für die wir empfänglich sind", führte Bischof Genn aus.

In Jesu Geburt gewöhne sich Gott daran im Menschen zu sein: "Aber er möchte auch uns eingewöhnen, in ihm zu sein, weil er im Tiefsten weiß: Nur da sind wir wirklich zuhause, und zwar jetzt und für immer", betonte Bischof Genn.

Mit Blick auf die Aktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, für das in der Christmette die Kollekte gehalten wurde, hob er die vielen Laienhelfer auf jenem Kontinent hervor. Sie trügen als "Delegierte des Wortes" zur Lebendigkeit der Kirche bei: "Es wäre doch auch etwas für uns, Delegierte des Wortes zu sein." Er jedenfalls, sagte Genn, habe von dem Geheimnis, dass in dem Lied "Ihr Kinderlein kommet" anklingt, nicht zuerst in der Kirche erfahren, sondern von seinen Eltern. Sie seien für ihn die ersten Delegierten des Wortes gewesen: "Ich möchte Sie alle gewinnen und einladen, dass Sie den Dom heute Abend als Delegierte des Wortes verlassen, weil Sie bereit sind, den Spannungsbogen von der großen Ewigkeit Gottes in unser Jetzt auszuhalten und Wege Ihres Lebens so zu gehen, dass Sie sich mehr und mehr in Gott gewöhnen."

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Die Predigt von Bischof Genn in der Christmette (24.12.2010)
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Text: Marie-Theres Langsenkamp | Foto: Michael Bönte
25.12.2010

    1. Predigt von Bischof Genn in der Christmette 2010
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