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25.05.2012
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Papst

Papst Benedikt XVI.

Weihnachtsempfang für Mitarbeiter der Kurie

Nach Missbrauchsskandal: Papst ruft zu Erneuerung auf

Vatikanstadt. Angesichts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Priester hat Benedikt XVI. erneut zur eingehenden Erneuerung der Kirche aufgerufen. Mit Blick auf das "unvorstellbare Ausmaß" der Fälle müsse die Kirche nach den Fehlern fragen, die sie gemacht habe, sagte der Papst beim Weihnachtsempfang für die Kardinäle und Mitarbeiter der römischen Kurie am Montag (20.12.2010).

Bei der Vorbereitung von Priesteramtskandidaten müsse alles unternommen werden, um zu verhindern, dass jungen Menschen "unter dem Deckmantel des Heiligen" Verletzungen zugefügt würden, die einen Schaden für das ganze Leben hinterließen. In seiner Ansprache dankte der Papst allen, die mit großer Hingabe Opfer betreut und ihnen Vertrauen in die Kirche zurückgegeben hätten. Gleichzeitig dankte er den "vielen guten Priestern", die in Demut und Treue ihren Dienst verrichteten.

Kritik an Verharmlosung der Pornografie

Die Kirche sei sich ihrer Schuld bewusst, betonte Benedikt. Allerdings dürften die Missbrauchsfälle in der Kirche nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden. Der Papst verurteilte eine allgemeine Verharmlosung von Pädophilie und Pornografie in der Gesellschaft. Es sei ein "erschreckendes Zeichen der Zeit", dass der Markt für Kinderpornographie immer mehr als etwas Normales angesehen werde. Kinder würden psychologisch ausgebeutet und zu einer Handelsware reduziert. In der Dritten Welt bedrohe der Sextourismus die Menschenwürde einer ganzen Generation.

Die "ideologischen Fundamente" dieser Entwicklung macht Benedikt XVI. in den 70er Jahren aus. Damals sei Pädophilie verharmlost worden. Diese "Perversion" sei mit einer allgemeinen Aufweichung der Moral einhergegangen. Sogar bis in die katholische Theologie hinein sei die Relativierung moralischer Maßstäbe damals vorgedrungen. Oft sei die Auffassung vertreten worden, es gebe nichts in sich Schlechtes oder Gutes, sondern nur "Schlechteres" und "Besseres", alles hänge von den jeweiligen Umständen und Absichten einer Handlung ab.

Diskriminierung im Nahen Osten

Benedikt XVI. mahnte ferner ein Ende der Diskriminierung von Christen im Nahen Osten an. Christen seien derzeit die am meisten unterdrückte Minderheit der Region. In seinem Jahresrückblick nannte der Papst seinen Staatsbesuch in Großbritannien "unvergesslich". Bei dem Treffen mit Vertretern aus Politik und Kultur habe das Bewusstsein für eine gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl im Vordergrund gestanden. Zudem würdigte der Papst die Gastfreundschaft der orthodoxen Kirche während seines Zypern-Besuchs. Als großen Erfolg wertete er das im Juni zu Ende gegangene weltweite Priesterjahr. Die Initiative habe das Bewusstsein für die Bedeutung des Priestertums in der katholischen Kirche auch unter jungen Menschen erneuert.

Am Rande des Empfangs teilte Kardinaldekan Angelo Sodano mit, das Kardinalskollegium spende insgesamt 200.000 Dollar für Haiti und den Irak. Das Geld sei während des Konsistoriums zur Berufung von 24 neuen Kardinälen im November gesammelt worden und gehe je zur Hälfte an die Bischofskonferenzen beider Staaten.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kindesmissbrauch

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Michael Bönte
20.12.2010

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