
Mein Denkmal und ich (238) - Christus-König-Kreuz in Damme
Einsatz auch in der Nacht
Damme. "Ich kann es nicht begreifen", sagt August Rosemeyer aus Damme. Das von ihm und seiner Frau Luise errichtete Kreuz fiel schon mehrmals jugendlichen Randalierern zum Opfer. "Sogar die Polizei musste ich einschalten." Den Lichtstrahler haben sie ihm zum Beispiel gestohlen, und die Vase und die Grableuchte wurden demoliert, obwohl er beides einzementiert hatte. "Da muss jemand richtig mit Gewalt dabei gewesen sein", sagt der Viehkaufmann aus Damme. Selbst die Kristallsteine, die das Metallkreuz zieren, wurden über Nacht herausgeschraubt.
Vor 32 Jahren haben er und seine Frau, die vor fünf Jahren verstorben ist, dieses Kreuz aus Dankbarkeit für ihre sechs gemeinsamen Kinder anfertigen lassen. Auch die Krebserkrankung von Luise Rosemeyer war entscheidend. "Sie hat viel gelitten", erzählt der Witwer. Umso schlimmer sei es, dass sein Kreuz immer wieder der Zerstörungswut Jugendlicher ausgesetzt ist. "So etwas tut mir weh."
Allein auf die Arbeit der Polizei hat sich der Großvater von zehn Enkelkindern aber nicht verlassen. Die Zerstörungen fanden immer in der Nacht von Freitag auf Samstag statt. "Ich habe mich dann am Wochenende eine ganz Nacht lang mit einem Fotoapparat ans Fenster gestellt und Wache gehalten." So viel bedeutet ihm das Kreuz. Und er war erfolgreich. "Als die ersten Jugendlichen über die Hecke sprangen, habe ich auf den Auslöser gedrückt." Erwischt hat er sie dennoch nicht, aber seitdem ist Ruhe.
August Rosemeyer ist oft bei seinem Kreuz. Jede Woche pflegt er die Grünanlage, bei besonderen Anlässen steckt er eine Kerze an. Zum Beispiel am Geburtstag seiner Frau oder an Allerheiligen und Allerseelen.
Aber auch bei freudigen Anlässen lässt er eine Kerze brennen. "Die Männer ziehen ihren Hut, wenn sie am Kreuz vorbeigehen", sagt Rosemeyer, "und hin und wieder steckt sogar jemand eine Rose in die Vase." Ganz im Gegensatz zu den Randalierern gibt es sie eben auch noch – die Menschen, die dem Kreuz mit Würde und Respekt begegnen.
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