
Papst Benedikt XVI. nahm die 44 Thesen der Nahostsynode entgegen.
Nahostsynode beendet Arbeiten mit 44 Thesen
"Dramatische Situation christlicher Gemeinschaften"
Vatikanstadt. Mit der Überreichung eines 44-Punkte-Papiers an den Papst hat die im Vatikan tagende Nahostsynode am Samstag (23.10.2010) ihre Arbeiten beendet. Der 13-seitige Text fasst die Ergebnisse des zweiwöchigen Bischofstreffens stichwortartig zusammen. Benedikt XVI. will aus dem provisorischen Papier gemeinsam mit dem Synodenrat ein offizielles Schlussdokument erarbeiten. Eine Veröffentlichung ist kaum vor einem Jahr zu erwarten.
Die Synode, an der fast alle Patriarchen und Bischöfe aus dem Nahen Osten sowie Vertreter der Weltkirche teilnahmen, geht am Sonntag mit einer Papstmesse in Petersdom zu Ende. Das Dokument formuliert Empfehlungen für die Stärkung der katholischen Kirchen in den Ländern des Nahen Ostens. Die Synode solle auf die "dramatische Situation bestimmter christlicher Gemeinschaften" hinweisen und die Notwendigkeit internationaler Friedensbemühungen bekräftigen, heißt es in dem Papier.
Schmerzhaftes Phänomen Abwanderung
Besonders beklagen die Synodalen das "schmerzliche Phänomen" der Abwanderung von Christen aus ihren Regionen und fordern Anstrengungen, diese zu stoppen. Dazu sollten etwa die Gemeinden arme Christen unterstützen. Weiter empfehlen die Synodalen, das Pilgerwesen an den christlichen und biblischen Stätten zu fördern.
Mit Blick auf die ostkirchlichen Diasporagemeinden bittet die Synode, mehr Einsatzmöglichkeiten für verheiratete Priester zu überprüfen. Bislang dürfen diese nur auf dem Territorium ihres Patriarchats tätig sein. Mit Blick auf die Ökumene sprechen sich Synodale für eine gemeinsame arabische Übersetzung des Vaterunsers und des sogenannten nicäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses aus. Ferner sollten sich die Kirchen endlich auf ein gemeinsames Datum für das Weihnachts- und das Osterfest einigen.
Drei Thesen beziehen sich auf den interreligiösen Dialog. Voraussetzung sei dabei die Akzeptanz eines religiösen Pluralismus und die Ablehnung von Fanatismus und Extremismus. Konkret verlangen Synodenteilnehmer Dialoginitiativen und eine stärkere Zusammenarbeit mit Juden, "um menschliche und religiöse Werte, Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Brüderlichkeit" zu fördern. "Wir weisen Antisemitismus und Antijudaismus zurück und unterscheiden zwischen Religion und Politik", heißt es in These 41. Mit den Muslimen sei ein "Dialog des Lebens" erstrebenswert, der die religiösen Werte erschließe und jede Art von Fundamentalismus und Gewalt im Namen der Religion ablehne.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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