
Erzbischof Robert Zollitsch.
Präses Schneider hält begrenzte Zulassung für vorstellbar
Zollitsch erneuert "Nein" zu Präimplantationsdiagnostik
Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bekräftigt die Absage der katholischen Kirche an die Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Tageszeitung "Die Welt" sagte Zollitsch am Montag (11.10.2010), er sehe keine Ausnahmemöglichkeit. Indes zog der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, eine begrenzte Zulassung der PID in Erwägung.
Bei der PID untersuchen Mediziner außerhalb des Mutterleibs erzeugte lebensfähige Embryonen nach schweren genetischen Defekten und selektieren sie gegebenenfalls aus. Zollitsch kritisierte, der Mensch mache sich so zum Herrn über das Leben und entscheide bei den erzeugten Embryonen, "wer davon überlebt und wer nicht. Das ist unerträglich." Der 5. Senat des Bundesgerichtshofs hatte im Juli festgestellt, die PID sei nach geltender Rechtslage nicht verboten, verstoße nicht gegen das Embryonenschutzgesetz und bleibe deshalb straffrei.
Schneider sagte hingegen, er habe "viel Sympathie für das Bestreben, die PID unter eng gefassten Bedingungen zuzulassen, sie also nur dann zu erlauben, wenn die Eltern die Anlage zu schwersten Erbkrankheiten in sich tragen und die stark begründete Gefahr besteht, dass sie diese Krankheiten an ihr Kind weitergeben". Er räumte aber die Gefahr ein, "dass jede gesetzliche Eingrenzung nach und nach ausgehöhlt wird". Deshalb müsse "ein Gesetz in Sachen PID sehr sorgsam bedacht werden".
Die Bundestagsfraktionen diskutieren derzeit eine Neuregelung der PID. In der Regierungskoalition spricht sich die FDP für eine weitgehende Liberalisierung aus. CDU und CSU standen bislang für ein klares Verbot. Die CDU-Fraktionsspitze will allerdings laut "Die Welt" inzwischen auf die FDP zugehen.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
11.10.2010
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