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24.05.2012
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Madonna.

Die Raesfelder Madonna als neue "Gnadenreiche Mutter vom Hilgenberg" wird auch heute noch von vielen Gläubigen besucht.

Ersatz nach Diebstahl des Gnadenbilds

Die Wallfahrtskapelle auf dem Hilgenberg in Stadtlohn

Stadtlohn. Alle Nachforschungen über den Verbleib des 1886 gestohlenen Gnadenbilds der Stadtlohner Hilgenberg-Kapelle blieben erfolglos. Doch so sehr der Verlust schmerzt: Die Stadtlohner haben sich mit der "Raesfelder Madonna" angefreundet, die sich als Leihgabe des Bistums Münster seit 1954 in der Wallfahrtskapelle befindet. Verehrt wird seitdem diese Madonna als neue "Gnadenreiche Mutter vom Hilgenberg".

Ein Juwel auf dem "heiligen Berg"

Zum Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli beziehungsweise am folgenden Sonntag setzen die Stadtlohner mit der "Hilgenberg-Prozession" eine jahrhundertealte Tradition fort. Bis zu 500 Gemeindemitglieder und Abordnungen kirchlicher Verbände und Schützenvereine finden sich auf dem Kapellenplatz ein, um Eucharistie zu feiern und ein Zeichen des Glaubens zu setzen. "Die Prozession ist immer feierlich. Die Madonna wird auf einer blumengeschmückten Sänfte durch das Kapellen-Viertel getragen. Die Stadtwallfahrt wird mit Unterstützung der Nachbarschaft vorbereitet", sagt Schwester Ortrud Brömmler. Die 75-Jährige hat sich in den letzten Jahren als Küsterin um die Hilgenberg-Kapelle gekümmert, eine Aufgabe, die zuvor mehrere Jahrzehnte das Ehepaar Aloysia und Bernhard Fischer ausübte.

Schwester Ortrud Brömmler.

Täglich ist die Kapelle geöffnet; in den Sommermonaten von 7 bis 18 Uhr, in der Winterzeit von 8 bis 17 Uhr. "An jedem Tag kommen Besucherinnen und Besucher, um in Stille vor der Raesfelder Madonna zu beten. Die Kapelle ist ein Juwel auf dem Hilgenberg, dem heiligen Berg", sagt Schwester Ortrud. Besonders Brautleute und Ehejubilare schätzen die Kapelle. Durchschnittlich zehn Trauungen fänden jährlich dort statt, bei den Goldhochzeiten seien es etwa 20 Paare, die dort Gottesdienst feierten.

Schwester Ortrud kennt die Gebetsgruppen, die regelmäßig die Wallfahrtskapelle aufsuchen. Regelmäßig wird um 14.30 Uhr der Rosenkranz gebetet, der Fatima-Gebetskreis trifft sich an jedem 13. des Monats um 19 Uhr zur Anbetung in der Kapelle, eine Gruppe von Schlesiern kommt einmal im Jahr mit Großdechant Franz Jung. An jedem Montag ist um 8.15 Uhr ein Gottesdienst, die Portugiesen aus Stadtlohn und Umgebung treffen sich dort einmal im Monat zum Gottesdienst, verschiedene Gruppen der Gemeinde halten Mai-Andachten, ebenso finden sich Nachbarschaften zum Gebet ein. Eine feste Tradition hat die Fußprozession der Wüllener Gemeinde zum Hilgenberg Ende April, aber auch die Frauengemeinschaften, Kolpingfamilien und Seniorengemeinschaften aus der Region pilgern gern zur Hilgenberg-Kapelle.

Die Kapelle auf dem Hilgenberg wurde 1695 erbaut und 1738 erweitert.

Viele Einzelpilger suchen den Ort auf, hat Schwester Ortrud festgestellt: "Meistens entzünden sie vor der Madonna eine Kerze. Sie schätzen die Ruhe und Stille, die für diesen Ort so typisch sind. Eigentlich sind alle Altersgruppen vertreten. Oft kommen die Großeltern mit ihren Enkeln." Schwester Ortrud ist froh, dass sich viele Nachbarn um die Kapelle kümmern und den Kapellenplatz pflegen. "Einige kommen täglich zur Kapelle und schauen nach dem Rechten."

Eine von ihnen ist die 48-jährige Rita Vos, die sich unter anderem um den Blumenschmuck kümmert. "Ich tue dies gern", sagt sie.

Die Muttergottes-Statue auf dem Hilgenberg

Vom Bischof gestiftet
Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Bildwerk der "Raesfelder Madonna" zeigt die auf einer Thronbank sitzende Maria mit ihrem Sohn. In ihrer Rechten hält sie einen stilisierten Lilienstengel wie ein königliches Zepter, das Symbol ihrer Jungfräulichkeit. Mit ihrer linken Hand stützt sie ihren gleichermaßen thronenden Sohn. Das Jesuskind erhebt seine Rechte zum Segen. In seiner linken Hand hält das Jesuskind eine goldene, kreuzgeschmückte Weltkugel. Seinen Segen erteilt es der ganzen Welt. Maria trägt eine goldene, kreuzblumengeschmückte Krone, womit sie als Königin des Himmels symbolisch ausgezeichnet wird. Für welche Kirche die Statue ursprünglich bestimmt war, ist nicht mehr überliefert. Aus dem Bestand des Diözesanmuseums in Münster gelangte die Statue 1932 in das Wasserschloss in Raesfeld. Sechs Jahre später fand sie Verwendung in der Kapelle des Bischöflichen Priesterseminars in Münster. Da das ursprüngliche Stadtlohner Gnadenbild der Wallfahrtskapelle auf dem Hilgenberg am 14. September 1886 gestohlen wurde, stiftete Bischof Michael Keller 1954 diese so genannte "Raesfelder Madonna" der Wallfahrtskapelle als Ersatz, um in der Marienverehrung in der Region ein sichtbares Zeichen zu setzen. Zum Ende des Marianischen Jahrs 1954, am Vorabend des Festtags der Mutterschaft Mariens, trug die Stadtlohner Geistlichkeit im Rahmen einer Lichterprozession das Bildnis zur Kapelle. Damit war der Anfang für eine neue Wallfahrt zu einem alten Wallfahrtsort gemacht.

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Text: Johannes Bernard | Fotos: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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