
54 Prozent der katholischen Jugendlichen als religiös bezeichnet werden - das ergab die aktuelle Shell-Jugendstudie. - Das Foto entstand beim jüngsten Weltjugendtag.
16. Shell Jugendstudie
44 Prozent der jungen Katholiken halten Gott für wichtig
Berlin. Deutlich weniger als die Hälfte der jungen Katholiken halten den Glauben an Gott noch für wichtig. Das ergab die 16. Shell Jugendstudie, die am Dienstag (14.09.2010) in Berlin vorgestellt wurde. Demnach bewerteten lediglich 44 Prozent (2006: 46 Prozent) der Katholiken zwischen 12 und 25 Jahren den Glauben an Gott als wichtig.
34 Prozent halten ihn für unwichtig. Noch geringer ist die Bedeutung der traditionellen Religiosität weiterhin bei jungen Protestanten: Von ihnen halten 39 Prozent den Gottesglauben für wichtig, 42 Prozent für unwichtig.
54 Prozent der katholischen Jugendlichen religiös
Der Shell-Studie zufolge können 2010 nurmehr 54 Prozent der katholischen Jugendlichen als religiös bezeichnet werden. 2006 waren dies noch 63 Prozent. Bei den Protestanten sank die Zahl geringfügig von 52 Prozent (2006) auf 49 Prozent 2010.
Die Entwicklung im katholischen Bereich deutet nach Einschätzung der Studie "auf eine Art nachholende Säkularisierung gegenüber dem evangelischen Bereich hin, der dort auf relativ niedrigem Niveau eine untere Sättigungsgrenze gefunden zu haben scheint".
Ergebnisse bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Gegenläufig ist der Trend bei den Jugendlichen, die nicht einer der Kirchen angehören und häufig einen Migrationshintergrund haben. Laut Studie stieg bei ihnen die Zahl derer, die den Glauben an Gott für wichtig halten, von 71 Prozent (2006) auf 76 Prozent in diesem Jahr.
Bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund glauben 44 Prozent an einen persönlichen Gott sowie 22 Prozent an eine "überirdische Macht". Damit habe der eh schon starke Bezug junger Migranten zur Religion im vergangenen Jahrzehnt nochmals zugenommen.
Jugendlichen blicken optimistischer in die Zukunft
Die Jugendlichen in Deutschland sind hingegen optimistischer als vor ein paar Jahren, wie die Studie weiter ergab. Allerdings wachsen dabei die Unterschiede zwischen den sozialen Milieus. 59 Prozent der 12- bis 25-Jährigen blicken optimistisch in die Zukunft; 2006 waren es noch 50 Prozent gewesen. Von den Jugendlichen aus sozial schwachen Familien hingegen sind nurmehr 33 Prozent optimistisch. 2002 (40 Prozent) und 2006 (35 Prozent) lag der Anteil höher.
Zunehmend gewinnt die Familie für Jugendliche an Bedeutung. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) stellen demnach heute für sich fest, dass man eine Familie brauche, um "wirklich glücklich" leben zu können (2006: 72 Prozent). In Zeiten steigender Anforderungen in Schule und Ausbildung findet laut Studie der Großteil der Jugendlichen bei seinen Eltern Rückhalt und emotionale Unterstützung. Mehr als 90 Prozent geben an, ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern zu haben. Fast drei Viertel aller Jugendlichen würde ihre eigenen Kinder so erziehen, wie sie selber erzogen wurden.
39 Prozent engagieren sich sozial
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hob hervor, dass die Studie eindeutig einen hohen familiären Zusammenhalt belege. Zudem verwies sie darauf, dass 39 Prozent der Jugendlichen sich laut Studie sozial engagieren. Gleichwohl ergab die Shell-Umfrage auch, dass mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Jugendlichen das Verhältnis zwischen Jung und Alt als "eher angespannt" bewertet. Und 39 Prozent glauben, dass sich das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen in Zukunft verschlechtern werde.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
14.09.2010
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