
Spätmittelalterlicher Holzschnitt des heiligen Willehads, dem ersten Bischof von Bremen.
Erbauer des Bremer Doms
Willehad (745-789)
Kurzvita:
Willehad war ein angelsächsischer Missionar, der als Glaubensbote bei den Friesen wirkte. Oft musste er dabei wegen großer Gefahr fliehen. Während der Sachsenaufstände ging er zunächst als Pilger nach Rom und hielt sich anschließend zwei Jahre lang im Kloster Echternach an der Sauer auf, ehe er nach Friesland zurückkehrte. Im Jahr 787 wurde er in Worms zum Missionsbischof geweiht. Seinen Sitz nahm er in Bremen. Hier erbaute er 789 den ersten Bremer Dom und starb kurze Zeit später in Blexem an der Wesermündung. 805 wurde das Bistum Bremen gegründet.
Biographische Daten:
745 - Geburt Willehads in Northumberland/England.
770 - Ankunft als Missionar auf dem europäischen Festland.
780 - Auftrag der Mission an der unteren Weser durch Kaiser Karl den Großen.
782 - Sachsenaufstand und Flucht Willehads nach Rom, anschließend Aufenthalt in Echternach.
785 - Rückkehr ins Missionsgebiet.
13. Juli 787 - Bischofsweihe in Worms.
1. November 789 - Einweihung des ersten Doms in Bremen.
8. November 789 - Tod Willehads in Blexem.
Vita:
Willehad gehörte einer Gruppe angelsächsischer Missionare an, die um das Jahr 770 auf das europäische Festland gekommen waren, um die christliche Botschaft zu predigen. In den ersten Jahren seiner Missionstätigkeit war Willehad vor allem bei den Friesen aktiv. Dabei hatte er nicht immer den gewünschten Erfolg, zeitweise geriet er sogar in höchste Lebensgefahr. Karl der Große beauftragte ihn 780, das Evangelium besonders bei den Sachsen im Gebiet der unteren Weser zu verkünden.
Beim Sachsenaufstand 782 erlitten einige seiner engsten Mitarbeiter, darunter die Heiligen Folkard und Emming, einen grausamen Martertod. Willehad selbst gelang die Flucht nach Süden. Er unternahm eine Wallfahrt nach Rom und ließ sich, als er nach Deutschland zurückgekehrt war, im Kloster Echternach an der Sauer nieder.
Zwei Jahre später, nachdem Sachsenherzog Widukind seinen bewaffneten Widerstand gegen die Franken unter Karl dem Großen aufgegeben und sich taufen lassen hatte, kehrte Willehad an die Weser zurück. Er erweiterte sein Missionsgebiet bis an die Mündungen von Weser und Ems.
Am 13. Juli 787 wurde er in Worms zum Missionsbischof geweiht. Als solcher ließ er sich in der größten Stadt seines Missionsgebietes nieder, in Bremen, wo er sogleich mit dem Bau eines Domes begann. Die Kathedrale konnte am 1. November 789 durch ihn eingeweiht werden. Nur wenige Tage nach diesem feierlichen Ereignis, am 8. November, starb Willehad in Blexem an der Wesermündung. Die Errichtung des Bistums Bremen im Jahr 805 erlebte er somit nicht mehr.
Gebet zum Gedenktag des heiligen Willehad am 8. November (GL 813):
Barmherziger Gott, du hast den heiligen Willehad dazu berufen, den unergründlichen Reichtum der Liebe Christi zu verkünden. Lass uns in der Erkenntnis dieses Geheimnisses wachsen und aus dem Wort des Evangeliums leben. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
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Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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